Fünfzehn gesetzte Spieler setzten sich in der ersten Runde durch. Nur Si Jiahui stolperte über einen Qualifikanten: Hossein Vafaei. In Runde zwei gewann Shaun Murphy schon mit einer gesparten Session.
Ich mag es nicht, wenn die zweite Runde startet, bevor die erste zu Ende gespielt ist. Mir fehlt das letzte Abrunden, das anschließende Durchatmen, das Neusortieren am Spielplan und dann der Startschuss für die nächste Runde. Aber irgendwie ist das neuerdings dauernd so und es trägt zu meiner Verwirrtheit nicht unerheblich bei. Egal.
Robertson gewinnt irgendwie gegen Pang
Ich weiß auch nicht, was ich von dem 10–6 von Neil Robertson gegen Pang Junxu halten soll. Beim 5–5 wirkte das Match wirklich ausgeglichen. Beide spielten grandiose Pots und machten dödelige Fehler. Kollege Sascha hat das ja schon kurz erwähnt. Robertson wechselte zwischen unentschlossenem Um-den-Tisch-Gelatsche und flüssigen Breaks, Pang zwischen konzentriertem und kontrolliertem Spiel zu Unforced Errors.
Doch plötzlich legte Robertson los und Pang war vier Frames lang nicht mehr vorhanden. Der eine Anschlussframe, den er noch holte, nützte nichts mehr. Robbo machte eine glatte 100 im letzten Frame und steht jetzt in Runde zwei. Wenn ich nach meiner Expertise gefragt werden würde: Ich setze nicht darauf, dass Neil Robertson sein nächstes Spiel gewinnt. Chris Wakelin wird wahrscheinlich in der Morgensession weit enteilt sein, bevor Robbo richtig aufwacht. Und den Rückstand wird er nicht aufholen können.
Starker Vafaei gegen schwächelnden Si Jiahui
Kollege Sascha war ja der Meinung, dass Si Jiahui mit 3–6 viel zu weit zurückliegen würde. Naja, nachdem Hossein Vafaei auch noch die letzten vier Frames zum Matchgewinn holte, lag Si leider noch viel weiter zurück. Vafaei hatte – sage und schreibe – neun Frames in Folge geholt, vier davon zu Null. Damit ist er der einzige Qualifikant, der sich in der Runde der letzten 16 wiederfindet. Und zwar am selben Tisch wie Judd Trump. Der wird ihm das Leben sicher nicht so leicht machen.
Hochklassige erste Session bei Zhao gegen Ding
Die erste Session der Partie des ersten chinesischen Weltmeisters gegen den wirklichen Weltmeister aus China war eine hochklassige Angelegenheit. Noch war das Ganze nicht fehlerfrei, aber sowohl Ding wie auch Zhao zeigten hervorragendes Stellungsspiel und ihr Locherfolg lag bei deutlich über 90%. Sie gewannen die Frames immer schön abwechselnd und am Ende der Session stand es 4–4.
Der letzte Frame vor der Pause bot viel Sehenswertes. Zu Beginn gab es einen krassen Fast-Fluke von Ding, der vor der Tasche liegen blieb, anschließend ein ohrenschmerzenerzeugendes Miscue von ihm, das zu einem Freeball führte, gefolgt von einem wunderschönen Century-Break vom Weltmeister Zhao. Und der letzte Frame der Session bescherte uns einen großartigen Framediebstahl auf Schwarz vom vielleicht zweiten chinesischen Weltmeister Ding Junhui. Die nächste Session gibt es morgen Nachmittag, die dritte Sonntag früh. Da werde ich auf alle Fälle wieder dabei sein.
Shaun Murphy zerschreddert Xiao Guodong in nur zwei Sessions
Shaun Murphy hat sich nach seinem Decidersieg gegen Fan Zengyi in Runde eins jetzt eine etwas längere Pause verschafft, indem er sein potentielles Drei-Session-Match in nur zwei zu Ende spielte. Möglich machte das Xiao Guodong, der nicht viel von seiner Erstrundenform an den Tisch brachte.
Murphy ging gleich mal 5–0 in Führung, bevor Xiao auf drei Frames verkürzen konnte. Danach hatte er zwar immer wieder Chancen, machte aber nichts bis wenig daraus. Nach dem zwischenzeitlichen 9–3 drehte Murphy dann richtig auf und fügte dem Century in Frame drei noch drei weitere zum 13–3-Endstand hinzu.
Von seiner Clearance im letzten Frame wird wahrscheinlich noch länger gesprochen werden.
Und die anderen?
Barry Hawkins 4–4 Mark Williams, 2. + 3. Session heute und morgen, jeweils 20 Uhr
Kyren Wilson 7–9 Mark Allen, 3. Session morgen 11 Uhr
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