Saschas WM-Tagebuch, Teil 1

ein unaufgeräumtes Arbeitszimmer. ein Laptop, ein kleiner PC und zwei große Monitore füllen das Bild aus , vor dem Ganzen auf dem Schreibtisch eine Tastatur, ein Glas, Schlümpfe und diverser Krams. Auf dem linken Monitor der Text dieses WM Tagebuch s in einer Rohfassung , rechts das Match Mark Williams gegen Antoni Kowalski.
© Sascha

Dies ist der Versuch, das Erlebnis „Snooker-WM“ einmal nicht aus der Perspektive des reinen Guggens zu betrachten, sondern zu schauen, was das Leben drumherum so macht, das es ja wider Erwarten auch gibt. Mit Familie, Katzen, plan- und unplanbaren Dingen.

Das WM-Tagebuch wird geboren

Da sitze ich nun, blicke sehnsüchtig auf die Videos, die Kathi aus Sheffield sendet (eines Tages will ich da auch mal so unbeschwert rumhüpfen *träum*). Und nachdem ich Dank Streaming doch einiges von der WM-Quali mitbekommen habe, überlege ich, was könnte ich denn, mit dem Label „Gastautor“ Sinnvolles zur WM beitragen. Kluge Spielberichte können andere besser. Auch habe ich nicht die Aufmerksamkeitsspanne, ein ganzes Match so aufmerksam zu schauen, dass ich eine schöne Analyse schreiben könnte.

Während ich also mit gewisser Freude anfange, Mark Allen gegen Zhang Anda zu schauen und noch über den Reim aus der Introduction sinniere (Panda/Anda…), gesellen sich meine Katzen zu mir. Katze? War da nicht was ?

Und das bringt mich auf die Idee: Warum nicht ein „WM-Tagebuch“. Wenn ich schon extra Urlaub mache, um die WM schauen zu können (und vorher meinem fasziniert zuhörenden Chef den Sport erkläre), warum nicht nicht darüber schreiben? Den klugen Beiträgen des Haupt-Teams ein bisschen Boulevard beifügen?

Ich nenne es „Tagebuch“, auch wenn ich nicht jeden Tag intensiv schreiben werde. Mal schauen, wo uns das hinführt. Es ist unberechenbar, wie die WM selbst (diese Zeilen schreibe ich im 2. Frame des Matches Mark Williams gegen Antoni Kowalski )

Meine Herausforderung bei jeder WM ist es seit inzwischen weit mehr als 20 Jahren, meinen Tagesablauf so zu planen, dass alle notwendigen wie freiwilligen Aktivitäten so gelegen sind, dass sie zwischen zwei Sessions passen. Mal schauen wie es dieses Jahr gelingt.

Samstag, 18. April

Viertel nach 11 schaffe ich es also, mich ins Wohnzimmer zu setzen, D+ einzuschalten. Die Zeiten, in denen ich linear über Eurosport schauen durfte, was dort lief, sind vorbei. Ein Luxus, für den ich nach wie vor dankbar bin und der vieles ist, nur nicht selbstverständlich. Genausowenig, dass ich für so ein Event Urlaub machen kann.

Glück gehabt, es läuft noch Vorprogramm, ich platze mitten ins Gedenken an John Virgo (den ich Banause glatt mit Doctor-Who-Regisseur Tony Virgo durcheinanderbringe).

Ich habe mich für das Match Allan/Zhang entschieden, so aus dem Bauch heraus. Englischer Kommentar. Es wird viel geredet , aber in einer angenehm dezenten Tonlage, das ist erträglich. Mittlerweile wird ja auch im deutschsprachigen Kommentar viel mehr gesprochen als früher. Da der Tag schon ein wenig anders lief als geplant, bin ich noch oder schon wieder müde. So ganz folge ich dem Match nicht, erst recht nachdem sich Suki, die kleinere unserer beiden Katzen, zu mir gesellt. Die mag vieles, nur was sie nicht mag ist, wenn man sie beiseite schiebt, damit sie neben einem und nicht auf einem schlafen kann. Ich bin voller Katzenhaare, als ich in einer Framepause (der mit der wundervollen seitlich reingezwirbelten Roten von Mark Allen) zwecks Wasserlassen die Couch verlassen möchte.

Ich erlebe immerhin ein noch ausgeglichenes Match, bei dem nebenher Zhang Anda sein sehenswertes 200. Century gespielt hat. Und wie sich unser Kater dazugesellt. Jetzt wirds unbequem auf der Couch. Was den beiden dezent egal ist.

Kuchen und Katzen

Ein Wohnzimmer mit einem großen TV-Gerät im Hintergrund. Auf diesem ist verschwommen die Partie Mark Allen gegen Zhang Anda zu sehen. Ven Vordergrund machen zwei Menschenbeine auf einer Couch aus, ganz vorne eine rotweißschwarze Katze, mittig eine weiß-schwarze Katze sitzend

Kein Interesse an Snooker: Suki (vorne) und Loki (Mitte)

Zum Midsession muss ich allerdings aufstehen. Für die morgige Familienfeier (weswegen ich auch die 2. Session dieses Matches nicht sehen werde) ist ein Kuchen zu backen. In einiger Eile die Backmischung mit dem Rest zusammengeklöppelt (und es lief einiges schief bis hin zu chaplinesken Einlagen). Auch bei dem Nordiren, dessen Gesichtsbehaarung der meinen ähnelt, lief es nicht ganz so, wie ich mir das erwünscht hatte. Aber immerhin hatte ich mehr Platz auf der Couch, weil Suki sich getrollt hatte.

Ich war auch nicht undankbar, dass der letzte Frame des Tages auf morgen verschoben wurde. Ich musste noch einkaufen und mich etwas bewegen. Wieder zu Hause (etwas verspätet) an den Rechner gesetzt, um an meiner zweiten Snookerguggstätte zu schauen, während ich anfange, dieses Tagebuch zu schreiben.

Und dann erst merke ich, dass ich eine Affinität zum Debütanten der Session habe, die mir vorher gar nicht bewusst war. Um so mehr freut mich außerordentlich, was ich sehe. Dabei bin ich eigentlich Williams-Daumendrücker. Eigentlich. Heute nicht.
Ob allerdings der Hype um Kowalski so groß ist, wie es der Kommentar vermuten lässt? Ich hab da so meine Zweifel. Bin aber zu faul zum Recherchieren.

Derweil reift sich bei mir die Erkenntnis, dass meine Tagesplanung ein Update benötigt. Was es mit sich bringt, das ich mir wünsche, die beiden würden schneller spielen. Was die zwei natürlich nicht machen, zumal Kowalski zwar etwas Lehrgeld zahlt, aber nicht untergeht. Allen Fehlern zum Trotz hält er erfreulich gut mit.

Mit 6-3 gehen die zwei auseinander. Mit Blick auf die Uhr gerade rechtzeitig. Welche Partie ich mir am Abend anschauen werde habe ich noch nicht entschieden. Ich lasse mich überraschen.

Der Abend

Gestresst und deutlich zu spät am Rechner, statt auf der Couch. Ich habe mich für Liam Highfield entschieden. Der dankenswerter Weise den ersten Frame gewinnt. Ich mag ausgeglichene Partien. Und ich mag den Engländer gewinnen sehen (Nein, nicht des nichtexistenten Crucible-Fluches wegen, einfach weil ich Außenseitersiege in der Regel mag).

Nachher werde ich das Schauen nochmal unterbrechen müssen. Ich bin gespannt was ich verpassen werde…

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