Wie immer haben die Judgement Days auch 2026 Blut, Schweiß und Tränen gekostet. An zwei extrem spannenden Tagen haben sich vier junge Debütanten durchgesetzt: Liam Pullen, Stan Moody, He Guoqiang und Antoni Kowalski.
Mit Bausch und Bogen auf der Strecke geblieben sind die Nr. 17 der Weltrangliste Stuart Bingham, der ehemalige Weltmeister Luca Brecel und Anthony McGill.
Bingham machte den Weg frei für einen erneuten Crucible-Auftritt von Matthew Stevens, während sich Brecel einen am Ende verlorenen Kampf mit Jak Jones lieferte. Bis zum 4–4 sah es noch gut aus, aber dann zog Jones davon und machte dabei fünf Centuries. Nach einer bescheidenen Saison scheint er zur WM wieder in Form zu kommen.
Ali Carter konnte sich nur knapp gegen Anthony McGill durchsetzen. Das Match war die meiste Zeit sehr eng mit höchstens einem Frame Unterschied, bis Carter zu einem Endspurt ansetzte. McGill bröselte in den letzten fünf Frames einfach weg.
Tourkartenrettungsrunde Judgement Days 2026
Für Antoni Kowalski war es ein tränenreiches Ende der Qualifikation, obwohl er steif und fest behauptet, niemals zu weinen. Er konnte mit seinem aufregenden 10–8-Sieg über Jamie Jones nicht nur seinen Traum vom Crucible wahrmachen, sondern auch seine Tourkarte für die nächste Saison retten. Er ist der erste polnische Spieler, der in der Endrunde der WM zeigen darf, was er kann. Wir werden diesem sympathischen Menschen die Daumen drücken.
Auch Pullen, He und Moody mit Debüt
Liam Pullen zog mit einem Sieg gegen Noppon Saengkham zum ersten Mal in die Endrunde der WM ein. Er versuchte zwischendurch auch, den 147er-Bonus zu holen, verschoss aber die 14. Schwarze. Naja, er hat ja jetzt noch Gelegenheiten, das Maximum zu spielen. Auch Stan Moody wird sein Debüt im Crucible absolvieren. Er gewann hochdramatisch im Entscheidungsframe gegen Jian Jun.
He Guoqiang legte gegen Jack Lisowksi fix 5–0 vor. Erst dann konnte Lisowski, auch wenn er weiterhin grottig spielte, ein paar Frames holen. Doch es reichte nicht, um He das Debüt in Snookers Heiligen Hallen zu vermiesen: Die Partie endete 10–5.
Ziemlich nervig war, dass sie in der sonst abwechslungsreichen Konferenzschaltung hauptsächlich versuchten, Lisowski zum Sieg zu brüllen. So musste dann Lei Peifan beinahe unbemerkt und ungefährdet gegen Ryan Day sein Qualimatch bestreiten.
Zhou Yuelong und Pang Junxu in stabiler Form
Zhou Yuelong hatte bei seinem 10–4 gegen Michael Holt keine großen Probleme. Er war mit 4–0 in Führung gegangen und hatte dann das anschließende Kommzurück von Holt souverän abgewehrt. Mit dem gleichen Ergebnis setzte sich Hossein Vafaei gegen Gao Yang durch, obwohl er zwischenzeitlich 1–4 in Rückstand geraten war.
Pang Junxu spielte beeindruckend gut gegen Jackson Page. Drei Centuries machte er im Verlauf des Spiels und trotz des zwischenzeitlichen 3–4 hielt er seinen Gegner anschließend konsequent auf Abstand — bis zum 10–8-Endstand.
Kommzurücks für die Ehre
Zhang Anda hat seine Trainingspause nach den World Open offensichtlich gut getan. Er spielte gegen Zak Surety furios fünf Centuries zur 9–1-Führung. Zurety durfte noch zwei Frames abliefern, bevor Zhang das Match abschloss. Liam Highfield stürmte 8–0 gegen Oliver Lines in Führung, bevor der zumindest zwei Frames gewinnen konnte. Doch mehr konnte er nicht ausrichten. Highfield ist nach längerer Verletzung erst diese Saison wieder auf die Tour gekommen.
Ben Mertens ging leider mit 4–10 gegen einen stark spielenden Fan Zhengyi unter. David Gilbert gewann unaufregend gegen Aaron Hill. Und Xu Si gab trotz Rückstand von 2–7 gegen Gary Wilson nicht auf. Er setzte Wilson unter Druck und robbte sich nicht nur bis auf 7–8 heran, sondern ging zum ersten Mal in dem Match mit 9–8 in Führung. Wilson behielt die Nerven, erzwang den Decider und räumte dann in einem Wisch den Tisch zum Sieg ab.
Die Endrunde der WM
Vier Debütanten, sechs chinesische Spieler, einer aus Polen, einer aus dem Iran: Das Ergebnis der Qualifikation ist nicht so bunt, wie wir uns gewünscht hätten, aber die frischen Gesichter freuen uns auf alle Fälle.
Morgen früh wird ausgelost, wer es mit wem zu tun bekommt. Wer Spaß daran hat, die Spiele der WM zu tippen, kann das zum Beispiel hier bei snooker.org oder hier tun.
Die komplette Qualifikation findet ihr auf unserer Turnierseite. Die Spiele im Crucible stehen auf der Turnierseite der WM-Endrunde.

Nicht so lange her und jetzt spielen Stan Moody und Liam Pullen im Crucible. © Matt Huart/WPBSA














