Michael Georgiou in Fürth von Null auf 147

Wongharuthai, Watts Paul Hunter Classic
Nutcharut Wongharuthai und Chris Watts bauen beim Paul Hunter Classic die Kugeln selber auf. © Lula Witzescher

Nach einem Tag fast gespenstischer Stille während der Qualifikationsrunden startete die Hauptrunde mit einem Paukenschlag: Michael Georgiou spielte in der Partie gegen Umut Dikme sein erstes Maximumbreak. Es ist das 140. offizielle Maximum. Hier gibt es das Post-Match-Interview.

Bis dahin hatte es noch keine großen Überraschungen gegeben, außer vielleicht Jackson Pages Whitewash von Zhou Yuelong. Heute wird die eine Hälfte des Draws ausgespielt, morgen die Zweite. Wir dürfen gespannt sein, wie sich die anderen Amateure hier noch schlagen. Die Halle ist mittlerweile gut gefüllt, zwischen den ganzen Spieler_innen und deren Entourage sitzen jetzt doch vermehrt Zuschauer_innen.

Der für das Paul Hunter Classic typische Tischaufbau.

Paul Hunter Classic Qualifikation: Spannende Kämpfe in gespenstischer Stille

Gestern herrschte eine ungewöhnliche Atmosphäre. Trotz Betriebsamkeit an den Tischen war es extrem ruhig, die Akteur_innen zählten kaum hörbar mit und es gab es lediglich eine Handvoll Publikum. Mir war das ganz recht, denn so konnte ich mich erst einmal akklimatisieren. Es war ein kleines Ratespiel, wer denn da am Tisch stand und wie es wohl stand, wenn ich erst später dazu kam. Denn es wird während dieser Runden lediglich an manuellen Boards gezählt und die Aktiven sehen keine Veranlassung, den Framestand darauf einzustellen. Also hörte ich auf zu wandern und widmete mich einigen Partien vom ersten bis zum letzten Ball.

Das interessanteste Match war die Thailänderin Nutcharut Wongharuthai gegen den „Norweger“ Christopher Watts. Es wurde eine sehr enge Partie, auch wenn das 4–1 für Watts am Ende gar nicht danach aussah. Doch die Frames waren bis auf den letzten allesamt extrem knapp. Der erste Frame ging auf Schwarz an Watts, der zweite nur durch einen Fluke auf Braun. Den dritten Frame konnte Wongharuthai nach Safetyduell mit einer schönen langen Schwarzen holen. Auch hier hatte Watts kurz vor Schluss einen Fluke auf Blau, konnte das aber nicht zum Framegewinn nutzen. Auch der 5. Frame entschied sich erst für Watts, als Wongharuthai eine schlechte Safety auf Blau spielte. Auch hier hätte sie alle Chancen auf den Framegewinn gehabt. Mit mehreren kleinen Breaks holte Watts den letzten Frame.

Christopher Watts gab anschließend zu, dass er nicht damit gerechnet hatte, hier zu gewinnen. Er bemerkte zu Recht, dass Nutcharut Wongharuthai eine ziemlich starke Spielerin ist. Ob sich das Umbuchen seines Rückflugs wirklich gelohnt hat? Heute morgen verlor er in der ersten Hauptrunde des Turniers gegen Thepchaiya Un-Nooh mit 0–4. Aber niemand kann sagen, er hätte keine Chancen gehabt. Ich kann das bezeugen, denn weil ich an diesem Tisch saß, bekam ich von dem Maximum nur noch die letzte Schwarze zu sehen.

Nutcharut Paul Hunter Classic 2018

Vor dem Spiel erwischte ich Nutcharut noch für eins meiner berüchtigten Crapp-Fotos.

Der Überblick über alle Partien findet sich hier. Wen das Scrollen nervt, geht direkt auf snooker.org.

 

AutorIn: Lula Witzescher

Lula Witzescher (genderfluent), im Netz auch bekannt als Dark Mavis *Lady*. Tanzt und performt im Nebenberuf, spielt Poi, schreibt sporadisch Geschichten (hat im letzten Jahr den Roman „Belinda to break“ fertiggestellt, sucht dafür jetzt einen Verlag). Streitet im Netz für alle Formen von equality. Hält die Butthole Surfers für die beste Band der Welt. Persönlich häufig am Magic Mountain Berlin anzutreffen. Hasst Ronnie O'Sullivan nicht, entgegen anderslautender Behauptungen. Schreibt für diesen Blog, um die deutschsprachige Snookergemeinde darüber zu informieren, was in anderen Medien unerwähnt bleibt. www.twitter.com/lulawitzescher

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