Fan Zhengyi gewinnt gegen Day das Treffen der Underdogs

Tweet mit Umfrage: Robertson führt haushoch vor Wilson, Day und Fan.
Umfragen, immer wieder schön.

Gestern zog Favorit Mark Selby trotz meiner Unkenrufe gegen Higgins ins Halbfinale des Champion of Champions ein. Heute strauchelten der „sichere“ Favorit Robertson und der nächste Kandidat Kyren Wilson schon an der ersten Hürde. Das Gruppenfinale bestreiten Fan Zhengyi und Ryan Day.

Von Favoriten und Kommzurücks

Ich habe über Favoriten, Underdogs und Kommzurücks schon mal einen Artikel geschrieben. Daran fühlte ich mich heute Nachmittag mehrmals erinnert, besonders als am Ende die Kommentatoren auf itv die „Unvorhersehbarkeit des Snookerspiels“ betonten. Denn mit der Paarung Fan gegen Day am Abend hatte wohl niemand gerechnet. Oder vielleicht doch, wenn wir uns die Twitter-Abstimmung im Bild oben angucken, wo meine Wahl mit einem Häckchen versehen ist.

Zweimal Entscheidungsframe – zweimal Aus für den Favoriten

Wie dem auch sei, die Nachmittagsspiele hatten es heute in sich. Beide waren keine fixen Entscheidungen, beide gingen in den Decider. Neil Robertson und Fan Zhengyi erspielten sich erst einmal ein 2–2 Unentschieden. Fan hatte den zähen ersten Frame geholt, Robertson antwortete mit einer 122. Im dritten Frame verschoss Robertson eine ‚leichte‘ Braune und Fan führte 2–1, doch Robertson zog direkt nach.

Im fünften Frame hatte Fan Zhengyi dann ein bisschen Glück, doch am Ende konnte Robertson 3–2 in Führung gehen. Fan holte mit zwei Fast-Centuries von 94 und 98 die letzten beiden Frames zum Sieg.

Kyren Wilson legte im Spiel gegen Ryan Day ein klassisches „erfolgloses Kommzurück“ hin. Day legte stark vor, ließ dann stark nach und es stand 1–1. Im dritten Frame hatte Wilson die erste gute Chance, verschoss aber eine Rote und Day räumte spektakulär ab.

Und auch der nächste Frame ging an Day. Nach 1–3 Rückstand kämpfte Wilson sich mit viel Klein-Klein und guten Safeties wieder heran. Eine merkwürdige Aktion von Day, der den Pulk der Roten zu unpassender Zeit auf dem Tisch verstreute, half Wilson, den Decider zu erzwingen. Doch dann blieb nach einem verschossenem Ball von Wilson eine Chance für Ryan Day liegen. Und der macht daraus ein bezauberndes 86er Break zum Sieg. Da sie erst um kurz vor fünf angefangen hatten, endete diese Partie erst um viertel nach sieben. Es blieb für Day also kaum Zeit vor seinem nächsten Spiel.

Dritter Decider am Abend: Fan siegreich gegen Day

Zu Beginn der Partie Fan gegen Day spielte Fan ein 135er Break, Day glich mit einer 85 aus und ging vor der Pause mit 3–1 in Führung. Doch Fan konterte seinerseits, indem er drei Frames in Folge zum 4–3 holte. Dabei spielte er ein weiteres Century. Day glich wieder aus, Fan ging wieder in Führung, Day glich aus, Fan ging in Führung … ja, und da war das Spiel dann auch zu Ende. Eine schönere Beschreibung des Geschehens könnt ihr bei der Kollegin von Total Clearance hören. Weitere Infos wie immer auf unserer Turnierseite.

Selby und Higgins bieten hochklassiges Snooker

Trotz des deutlichen Sieges am Nachmittag, war ich ja etwas skeptisch, was Mark Selbys Form anging. Doch in der abendlichen Partie gegen John Higgins brachte er alle Qualitäten wieder an den Tisch. Doch auch Higgins stand ihm nichts nach und so sahen wir eine Partie mit hohen Breaks (Higgins 141, Selby 140) und schönen Safety-Battles. Am Ende hätte Higgins noch den Entscheidungsframe erzwingen können, aber Selby holte sich mit einer extrem nervenstarken clearance den Frame sozusagen „von hinten“.

Die Erleichterung über seinen Einzug ins Halbfinale am Freitag war ihm anschließend deutlich anzumerken.

AutorIn: Lula Witzescher

Lula Witzescher (genderqueer), im Netz auch bekannt als Dark Mavis *Lady*. Sucht für den Roman „Belinda to break“ einen Verlag. Streitet im Netz für alle Formen von equality. Hält die Butthole Surfers für die beste Band der Welt. www.twitter.com/lulawitzescher

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