Perry verhindert Selbys WM-Hattrick schon in Runde eins

Joe Perry, Runde eins WM 2018
Joe Perry gewinnt in Runde eins gegen den Titelverteidiger. © World Snooker/Tai Chengzhe

Ein überzeugend aufspielender Joe Perry gewinnt in Runde eins der WM gegen den Titelverteidiger Mark Selby deutlich mit 10–4 und verhindert damit, dass Selby sich in die kurze Reihe der Spieler (Davis, Hendry) einreihen kann, die dreimal hintereinander Weltmeister wurden.

In der ersten Session war Perry 7–2 in Führung gegangen und Selby hatte in der Abendsession trotz eines Mini-Kommzurücks keine Chance, das Spiel noch zu drehen. Sowohl bei den Safeties wie auch den Lochversuchen war Perry der weitaus bessere Mann. Selby konnte nicht an seine Leistung bei den China-Open anknüpfen, deren Titelgewinn viele als ein Zeichen für eine steil ansteigende Form nach einer bescheidenen Saison für die Nr. 1 der Weltrangliste gewertet hatten. Das Spiel ist hier zu sehen.

„Ich bin selbstbewusst, ich spiele gut, fühle mich gut und bin entspannt.“, antwortete Perry auf die Frage, wie er sein nächstes Match sieht.

Die gesetzten Spieler im Hintertreffen

Auch Ronald O’Sullivan als einer der Titelfavoriten liegt nach der ersten Session gegen Stephen Maguire mit 3–6 hinten. Maguire war 4–0 in Führung gegangen, bevor O’Sullivan endlich einen Fuß an Grund bekam. Mit zwei Centuries konnte er drei Frames in Folge gewinnen. Maguire zeigte in dieser Phase durchaus kleine Unsicherheiten, es kann also morgen ab 11 Uhr noch einmal richtig spannend werden. Falls der Ronald das doch verlieren sollte, kann ich meinen Text von 2014 aufwärmen. Schon damals fragte ich, ob im Falle eines Ausscheidens von O’Sullivan die WM nicht besser abgebrochen werden sollte.

Marco Fu, der in den letzten Monaten wegen einer Augenoperation keine Turniere bestritten hat, sieht sich mit Lü Haotian einem ernstzunehmenden, gefährlichen Gegner gegenüber. Der spielte als erster Spieler während der ersten Session eines Crucible-Debüts zwei Centurybreaks. Und auch sonst hielt er Fu ganz schön in Schach und geht mit 6–3 in die morgige Abschlusssession.

Auch Qualifikant/Ex-Weltmeister/German-Masters-2018-Finalist Graeme Dott hat gegen Ali Carter die Nase vorn. Auch wenn dieser die höheren Breaks machte, liegt Dott nach der heutigen Session 6–3 vorne.

Der einzige gesetzte Spieler, der seiner Weltranglistenposition Ehre machte, ist Kyren Wilson. Der hatte es mit Matthew Stevens zu tun, dessen besten Jahre im Crucible wohl endgültig der Vergangenheit angehören. Viele Fehler und ein gut aufgelegter Wilson brachten den (hinter Jimmy White an zweiter Stelle liegenden) Weltmeister der Herzen 2–4 ins Hintertreffen.

Noch mehr Wundertüten in Runde eins

Morgen früh steigen Mark Allen und Liam Highfield gegeneinander ins Turnier ein. Highfield, die Nr. 64 der Weltrangliste, hat in dieser Saison schon einige Male die 4. Runde eines Turniers erreicht. Aber für einen Mark Allen wird es aller Wahrscheinlichkeit nach nicht ausreichen. Nachmittags gesellen sich dann noch Shaun „Rückenprobleme“ Murphy gegen Jamie Jones dazu. Murphy hat im Vorfeld aus seinem Handicap ja noch die große Welle gemacht, aber da er ja quasi gelähmt schon ein WM-Finale bestritten hat, gehen wir nicht davon aus, dass das eine große Rolle spielt. Jones ist mit seinem 10–0 gegen Liang in der Qualifikation ins Scheinwerferlicht gerückt. Mal sehen, ob er seinen guten Lauf von 2012, als er hier das Viertelfinale erreichte, wiederholen kann. Sein unterlegener Gegner in Runde eins war damals übrigens … Shaun Murphy.

Kleiderordnung – zweite Runde

Eigentlich wollte ich zu diesem Quatsch ja nichts schreiben. Und ich werde mich auch kurz fassen: Das Tragen von Fußballshirts im Crucible Theatre wurde – aus was für fadenscheinigen Gründen auch immer – von World Snooker untersagt. Da fand ein Fußball-Fan-Crucible-Dauergast, dass wohl Kreativität gefordert sei.

 

AutorIn: Lula Witzescher

Lula Witzescher, im Netz auch bekannt als Dark Mavis Lady. Ist im Nebenberuf Tänzerin und Performerin, Poi-Spielerin, sporadische Autorin (hat gerade ihren Roman „Belinda to break“ fertiggestellt, wofür sie jetzt einen Verlag sucht). Streitet im Netz für alle Formen von equality. Hält die Butthole Surfers für die beste Band der Welt. Persönlich trifft man sie häufig am Magic Mountain Berlin. Ist keine Ronnie-O'Sullivan-Hasserin, entgegen anderslautender Behauptungen. Schreibt für diesen Blog, um die deutschsprachige Snookergemeinde darüber zu informieren, was in anderen Medien unerwähnt bleibt. www.twitter.com/lulawitzescher

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