Gruppenphase der Frauen-WM ohne Überraschungen

Panchaya Channoi bei der Frauen-WM 2026 bei einem Stoß.
Panchaya Channoi gewinnt souverän ihre Gruppe mit vier Siegen. © WWS/Matt Huart

Die Gruppenphase der Frauen-WM ist ohne große Überraschungen zu Ende gegangen. Morgen startet die KO-Phase mit der Runde der letzten 32.

Die Gruppensiegerinnen haben sich fast alle ohne Matchverlust durchgesetzt. Darunter sind die gut bekannten Favoritinnen Bai Yulu, Reanne Evans, Mink Nutcharut, Ng On Yee und Tessa Davidson. Auch die junge Fraktion mit Jel Narucha, Panchaya Channoi (18 Jahre), Phakwalan Kongkaew (15 Jahre), Liu Ziling (17 Jahre) gab kein Match ab. Liu Ziling verwies mit ihrem Sieg über Bex Kenna diese auf den zweiten Tabellenplatz.

Schon länger dabei sind So Man Yan, Deng Xinshun, Cheung Yee Ting, Fong Mei Mei und Narantuya Bayarsaikhan. Sie haben schon öfter die KO-Runde einer WM erreicht, waren aber am Ende nicht so erfolgreich. Doch auch sie gehen mit weißer Weste in die Endrunde. Deng Xinshun und Narantuya Bayarsaikhan haben in den letzten beiden Jahren bei der WM jeweils die Runde der letzten 16 erreicht. In ihrer Gruppe gewann Deng gegen die starke Anupama Ramachandran, die damit nur Gruppenzweite wurde. Baipat Siripaporn und Yao Yaqi gaben jeweils ein Match ab. Letztere ist zum ersten Mal bei einem World Women’s Event dabei und ist damit ein Überraschungspaket.

Die erste Hauptrunde

Gerade wurde der Spielplan veröffentlicht und ich habe schon mal reingelinst. Es geht wie immer um 3:30 Uhr los, die zweite Hälfte der Spiele startet um 6:30 Uhr.

Yao Yaqi trifft in Runde 1 auf Deng Xinshun. Baipat trifft auf He Danni, die zum Stolperstein werden könnte. Immerhin hat sie die amtierende Weltmeisterin Bai Yulu im Gruppenmatch ordentlich unter Druck gesetzt. Etwas schade finde ich es, dass Rebecca Kenna auf Tessa Davidson trifft, aber spannend könnte es trotzdem werden. Und die Partie So Man Yan gegen Jessica Woods könnte ganz interessant werden. Ansonsten würde ich hier noch keine Favoritin straucheln sehen.

Die Gewinnerinnen dieser Runde sind die ersten, die ein Preisgeld bekommen. Alle anderen 62 Spielerinnen müssen den Trip komplett aus eigener Tasche bezahlen.

Ein PS vom Kollegen

Kollege Sascha wollte gerne seine Abbitte in diesen Artikel haben.

ich muss Abbitte leisten: 1) Adiyadolgor Chimedvaam hat ihr erstes match nach diesem Artikel gewonnen und 2) die Bildqualiutät hat jetzt einen sehr guten Standard und es macht Spaß zu guggen! #WomensSnooker

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— Bert van Burgh (@bertvanburgh.bsky.social) 14. Mai 2026 um 12:31

Die Ahnungslosen, die Lernenden und die Begeisterten

Viele Leuten gucken jetzt zum ersten Mal Frauen-Snooker. Und dabei tauchen wie immer (alle Jahre wieder) dieselben Fragen und Bemerkungen auf. Auch wenn das Niveau langsam steigt, ist es immer noch kein Vergleich zur Main Tour und wird es nie werden. Auch wenn die Menschen vor Ort sich wirklich alle Mühe geben mit einer tollen Eröffnungsveranstaltung, mit dem Austragungsort und Publikum vor Ort dürfen wir nicht vergessen, dass die Frauen-WM ist immer noch ein Amateur-Event ist. Es gibt keine Fernsehbilder. Das gesamte Preisgeld (inklusive höchstem Break und den Seniors- und U21-Events) beträgt £42.000, weniger als EIN Verlierer des Viertelfinales bei der Main-Tour-WM bekommt.

Der Amateurstatus schlägt sich natürlich auch im Niveau nieder. Die Frauentour soll allen Spielerinnen weltweit die Möglichkeit zur Entwicklung geben. Und das bedeutet, dass manche Teilnehmerinnen wirklich (noch) nicht richtig gut spielen können. Manche Best-of-5-Spiele dauern Stunden, selbst wenn sie 3–0 ausgehen. Heute morgen habe ich mir unter anderem Chen Wan Hei gegen Xing Kaijie angesehen. War es ein gutes Match? Nein. Es waren im Großen und Ganzen anderthalb Stunden ziemliches Rumgegurke mit Phasen, wo die Breaks ausschließlich aus einem Punkt bestanden. Und doch habe ich es gerne geguckt! Denn ich weiß, wie schwer es ist, zwei Bälle hintereinander zu lochen. Mein höchstes Break waren bisher eine Rote und eine Schwarze und da waren die beiden heute am Tisch immer noch um Welten besser.

Immer wieder wird gefragt und bemäkelt, dass nicht mehr von den Frauenturnieren zu sehen ist. Dass die Frauen-WM nicht im Fernsehen übertragen wird. Aber jetzt seid mal ehrlich: Wie würden diese Spiele von der Öffentlichkeit aufgenommen werden? Lest einfach mal die Kommentare unter den Streams, dann bekommt ihr eine Ahnung. Ich finde, so wie World Women’s Snooker es macht, ist es goldrichtig: Zeigt die Spiele der Top-Spielerinnen. Da ist der Unterschied nicht mehr so riesengroß. Das konnte ich heute live überprüfen – mit den parallel laufenden Spielen der Q School. Die läuft übrigens auch nicht im Fernsehen.

World Snooker Tours hat heute einen kleinen Zusammenschnitt aus Chen Wan Heis Match gegen Panchaya Channoi gepostet. Ausnahmsweise verlinken wir dahin, nur damit ihr auch ein paar schöne Bälle von ihr gesehen habt.

Wie geht es weiter bei der Frauen-WM?

Morgen werden die Last 32 (Best of 5) und das Achtelfinale gespielt, am Sonntag die Viertelfinale (beide Best of 7). Die Halbfinale am Montag sind Best of 9 und das Finale am Dienstag Best of 11. Alle Ansetzungen und Ergebnisse findet ihr auf unserer Turnierseite. Zwei Tische werden auf WPBSA YouTube gestreamt.

Mein Artikel Warum gibt es keine Frauen im Snooker? beantwortet alle Fragen, die üblicherweise um diese Zeit auftauchen. Guckt einfach mal rein.

Phakwalan Kongkaew guckt bei der Frauen-WM 2026 auf den Tisch und kreidet dabei ihr Queue.

Phakwalan Kongkaew kreidet ihr Queue. © WWS/Matt Huart

AutorIn: Lula Witzescher

Lula Witzescher (genderqueer), im Netz auch bekannt als Dark Mavis *Lady*. Sucht für den Roman „Belinda to break“ einen Verlag. Streitet im Netz für alle Formen von equality. Hält die Butthole Surfers für die beste Band der Welt. https://bsky.app/profile/lulawitzescher.eurosky.social

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