Mind Panchaya besiegt im WM-Finale Reanne Evans souverän mit 6–2 und holt sich 18jährig ihren ersten großen WM-Titel. Sie erhält neben Pokal und Siegscheck über £13.000 auch eine Zwei-Jahreskarte für die Main Tour.
Nach ihrem Sieg über Titelverteidigerin Bai Yulu setzte „Mind“ Panchaya Channoi im Halbfinale noch einen drauf und kickte Mink Nutcharut aus dem Rennen.
Im Finale setzte sie gleich zu Beginn ein Zeichen: Mit einer glatten 100 gewann sie den ersten Frame, bis dato das höchste Break des Turniers. Danach wurde es etwas umkämpfter, zweimal mit Mind als Framegewinnerin zum 3–0. Der vierte Frame war kurios. Mind war in Führung gegangen und Reanne hatte sich langsam herangerobbt. Auf die Farben gab es dann ein lustiges Verschießen von beiden Seiten. Ich habe keine Ahnung, wie Mind den Frame noch verdödeln konnte. Aber Reanne holte ihn sich auf Schwarz.
Nach der Pause gewann Reanne den nächsten Frame mit einem Break von 66. Doch danach ließ Mind ihr keine Chance mehr. Mit einer 107 überbot sie ihr eigenes Highbreak, anschließend erkämpfte sie sich Frame sieben und eine schöne 59 trug sie über die Ziellinie zum Titel.
Das Doppel der WM-Titel für Mind
Am Halbfinaltag bestritt sie noch das Viertel-, Halb- und Finale des U21-Wettbewerbs. Auch hier holte sie sich den WM-Titel und zwar gegen die vielversprechende Wang Ruotong. Diese war im Best-of-5-Match schon 2–0 in Führung, bevor Mind drei Frames in Folge zum Sieg holte. Mit dem WM-Titel Doppelpack unterstrich sie ihre hervorragende Leistung in diesem Turnier. Vor ihr hatte das schon Bai Yulu geschafft. Wir hoffen, dass das ein Zeichen dafür ist, dass auch Panchaya Channoi auf der Main Tour Erfolge erzielen kann.
Wie Målin in ihrem Artikel schon erwähnt hatte, hat Panchaya schon an gemischten Turnieren teilgenommen. Ich denke, dass sie durch die längeren Distanzen und härteren Matches einen Vorteil hatte, was Kondition und Durchhaltevermögen anbelangt. Und das plus ihr absoluter Siegeswille wird ihr auch auf der Main Tour helfen.
Den Seniors-Titel holte sich Deng Xinshun, die der armen Han Fang die dritte Final-Niederlage in Folge bescherte.
Der verflixte 13. WM-Titel
Evans stand nach einem Halbfinalsieg über Ng On Yee im ersten WM-Finale seit 2019, ihrem 13. Noch nie hatte sie zuvor eins verloren. Das war heute eine ganz neue Erfahrung für sie. Sie hatte im Verlauf des Turniers recht solide gewirkt, aber gegen den Wirbelwind von Master-Mind konnte sie nichts ausrichten. Ob sie den verflixten 13. Titel jemals holen wird, steht in den Sternen.

Keine Ahnung, was hier los war, aber die Finalistinnen und zwei Kinder mit Plüschfigur und Referee fand ich ganz süß. © WWS/Tai Chengzhe
Hier könnt ihr das Finale anschauen.
Tourkarten-Lotto Frauentour
Im Vorfeld des Finales (angesichts des Ausscheidens von Bai Yulu und Mink Nutcharut) rätselten wir mit vereinten Kräften, welche der Frauen im nächsten Jahr eine Main-Tour-Karte haben wird. Evans und Ng On Yee sind noch im zweiten Jahr ihrer Karten. Dazu wird die neue Weltmeisterin eine bekommen und danach diejenige, die in der Rangliste am weitesten oben steht und noch nicht qualifiziert ist. Und das ist Bai Yulu. Mink Nutcharut, die knapp dahinter liegt, verliert also ihre Tourkarte und kann sich erst in der nächsten Saison erneut qualifizieren.
Die Hölle der Q-School ist wieder offen
Die nächsten Wettbewerbe sind verschiedene Q School Events. Die könnt ihr alle auf snooker.org verfolgen. Q-School Asien/Ozeanien 2, Q-School Europa 1, Q-School Europa 2.
Tatsächlich haben Mark Davis und Robert Milkins, die ja am Ende der Saison ihre Tourkarte verloren haben, für die Q-School gemeldet. Ich bin gespannt, wie sich sich dort schlagen werden.













