German Masters Titel 2020: Trump siegreich in Berlin

Trump holt German Masters Titel 2020
Judd Trump mit der Obstschale des German Masters Titel 2020 © World Snooker/Tai Chengzhe

Judd Trump holt sich den German Masters Titel 2020. Das Finale gegen Neil Robertson entscheidet er mit 9–6 für sich. Es ist sein 15. Weltranglisten-Titel, der vierte in dieser Saison. Neben Titel und Glaspokal erhält er £80.000 Preisgeld, für Robertson sind es £35.000.

Feiner Finalabend

Zum Auftakt des Abends schaffte Robertson es, sich auf dem Weg an den Tisch zu verlaufen und drehte eine kleine Ehrenrunde zwischen Ober- und Unterrang. Am Tisch machte Trump da weiter, wo er nachmittags aufgehört hatte und gewann den ersten Frame, obwohl Robertson die erste Chance hatte. Im nächsten Frame musste Robertson um Foulpunkte spielen, legte Trump aber die letzte Rote als Chance hin. Dieser ließ sich diese nicht entgehen und ging mit 6–4 in Führung.

Im elften Frame brauchte Trump schon mehrere Snooker, konnte Robertson, der vorher ein tolles 66er Break gespielt hatte, aber nicht zu einem Fehler zwingen. Den zwölften Frame erarbeitete sich wiederum Trump mit einem superben 59er Break zur 7–5-Führung zur Pause.

Mit viel Arbeit zum German Masters Titel

Als Trump im nächsten Frame beim Stand von 37–0 einen einfachen Ball verfehlte, hatte er verdammtes Glück, dass bei dem offenen Tisch nichts für Robertson liegenblieb. Doch nach der nächsten Safety lag eine Rote lochbar da, aber Robertson ließ sie in der Tasche rappeln – und wieder herausspringen, wo sie für Trump lochbar liegenblieb. Der hatte allerdings keine Fortsetzung auf eine Farbe. Doch nach einigem Hin und Her konnte er den Frame sichern. Nur noch einer fehlte nun zum Titel, deshalb spielte Trump nach Robertsons Führung im 14. Frame noch relativ lang auf Foulpunkte, leider erfolglos.

Das blieb im 15. Frame liegen, nachdem Robertson Gelb verfehlt hatte. Daraus machte Trump dann ein frame- und matchgewinnendes 100er Break.

Robertson lobte anschließend Trumps Spiel, besonders die Safeties. Er hätte leider sein eigenes Spiel nicht noch einmal so gut an den Tisch bekommen. Er war zwar motiviert, zwei Weltranglistentitel in Folge zu gewinnen, aber Trump wäre einfach ein bisschen besser gewesen.

Trump freute sich, nach seiner Champion-of-Champions-Niederlage hier Revanche nehmen zu können. Das Match sei streckenweise scrappy gewesen, es wären hochklassige Safeties nötig gewesen und er musste sich seine Chancen hart erarbeiten. Die beiden Frames vor dem Ende der ersten Session hätten ihm für den Abend Auftrieb gegeben, nachdem er vorher einige knappe Frames verloren hatte. Er erwähnte außerdem, wie wichtig sein Bruder Jack für seinen Erfolg ist und schreibt ihm seine eigenen Erfolge als Verdienst zu.

Ausgeglichener Nachmittag auf gutem Niveau

Trump machte am Nachmittag nach einer bescheidenen Safety von Robertson eine 60 und gewann damit den ersten Frame. Zur Pause stand es 2–2, Robertson hatte da schon eine 120 gespielt und nach einem Freeball die Chance auf ein historisches Highbreak vergeben. Nach der Pause legte Trump den Frameball für Robertson direkt vor die Tasche und dieser ging in Führung. Mit einer 77 zog er anschließend auf 4–2 davon. Im siebten Frame verschoss Trump wieder den Frameball, Robertson konnte die Chance aber nicht verwandeln und Trump kam bis auf einen Frame heran. Im letzten Frame der Session braucht er zwei Anläufe, um das 4–4 klarzumachen.

Damit stand fest, dass es am Abend mindestens noch fünf Frames und damit ein Midsession-Intervall geben würde. Das war für solch ein Finale zwischen der Nr. 1 und 2 der Weltrangliste mehr als angemessen.

Der Weg ins Finale des German Masters

Trump hatte im Turnier Noppon Saengkham, Luca Brecel, Michael Georgiou und Graeme Dott geschlagen.

Robertson siegte gegen Ian Burns, Mitchell Mann, Elliot Slessor und Shaun Murphy. Er hat in diesen Spielen gerade mal zwei Frames an den Gegner abgegeben. Die Berichte zu den vorherigen Runden mit allen Ergebnissen findet ihr auf der Turnierseite.

European Series Bonus

Der Bonus von £150.000 für die vier Events der European Series (European Masters, German Masters, Shootout und Gibraltar Open) gehört demjenigen, der am Ende diese Liste anführt. Wenn Robertson hier gewonnen hätte, wäre er uneinholbar gewesen. Doch jetzt haben noch einige Spieler Aussicht auf den Bonus, wenn sie beim Shootout oder Gibraltar Open gut abschneiden.

Momentan sieht es so aus (Stand nach dem Finale):
1. Neil Robertson £115.000
2. Judd Trump £80.000
3. Zhou Yuelong £38.000
4. Graeme Dott £26.000
5. Shaun Murphy £23.000
6. Gary Wilson £22.500
7. Allister Carter £20.500

Beim Shootout und den Gibraltar Open gibt es für den Sieger jeweils £50.000. Ob Trump seine Chancen auf den Euro-Bonus mit einer Shootoutteilnahme erhalten möchte, ließ er offen. Oder doch nicht?

AutorIn: Lula Witzescher

Lula Witzescher (genderqueer), im Netz auch bekannt als Dark Mavis *Lady*. Sucht für den Roman „Belinda to break“ einen Verlag. Streitet im Netz für alle Formen von equality. Hält die Butthole Surfers für die beste Band der Welt. www.twitter.com/lulawitzescher

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