Alexandra Palace schon geschmückt fürs Masters 2020

Während die Amateure noch bei den WSF Open um Titel und zwei Tourkarten kämpfen, polieren im Alexandra Palace in London die Top 16 der Main Tour schon ihre Queues für das erste Triple Crown Event des Jahres: das Masters. 250.000 £ liegen für den Sieger bereit.

Das Masters ist der „einfachste“ Titel der Saison. Nur vier Siege braucht es hier, um am Sonntag in einer Woche die Paul-Hunter-Trophäe in die Höhe strecken zu können). Doch bei diesem Feld ist natürlich nichts einfach. Wir erinnern uns an dieses denkwürdige Spiel, als Ricky Walden zur Pause mit 100% Lochquote 0–4 zurücklag und am Ende mit 92% Locherfolg 0–6 verlor. Auch wenn weder er noch sein Gegner dieses Mal dabei sind, wird das Niveau der Spiele nicht unbedingt schlecht sein.

 

 

Andernorts werden Vorschauen geschrieben, Prognosen erstellt, Tipps abgegeben und alle stellen fest, wie schwierig das ist. Ich werde es gar nicht erst versuchen, sondern nur die Beteiligten vorstellen.

Sechzehn Favoriten auf den Masters Titel

Ich habe die Hoffnung, das der diesjährige Debütant David Gilbert sich etwas besser verkaufen kann, als Lisowski es letztes Jahr getan hat. Dieser verlor sein erstes und letztes Match mit 2–6 und kann sich dieses Jahr gegen Kyren Wilson erneut beweisen. Gilbert bekommt es mit Mark Allen zu tun, den er im Oktober bei den World Open geschlagen hat. Alle vier haben zumindest Chancen aufs Halbfinale.

Mit Ding Junhui, Neil Robertson und Mark Selby haben Ende des Jahres drei Spieler wieder Titel gewonnen, die in der letzten Zeit eher durchwachsene Form hatten. Von den dreien schätze ich Ding am höchsten ein, was er mir wahrscheinlich durch ein Ausscheiden gegen Joe Perry morgen danken wird. Meine zweite Wahl ist Selby und wenn der seinen schlechten Lauf der letzten Masters-Jahre fortsetzt, setze ich auf Robertson.

Doch auch Titelverteidiger Judd Trump ist natürlich einer der 16 Favoriten. Er hat mit Shaun Murphy eine Wundertüte für Runde eins gezogen. Trotz China-Championship-Titel im September hat Murphy seine Fans in letzter Zeit eher zum Weinen gebracht. Und Trump schwebt immer noch auf seiner Weltmeisterwolke.

Stephen Maguire hatte letzt auch ein paar Phönix-aus-der-Asche-Momente und ist hier nicht abzuschreiben (auch wenn ich nicht daran glaube, dass er Neil Robertson schlagen kann), Joe Perry hat eine Menge Erfahrung und hat sich bei der Championship-League diese Woche schon warm gespielt. Bei ihm hängt es eher von der Performance seines Gegners Ding ab, ob er hier Chancen hat. Bleiben noch die beiden Ex-Weltmeister Mark Williams und Stuart Bingham. Ersterer, angeblich schon auf dem Weg in die Rente, hat diese Woche auch die Champions League gespielt. Letzterer durchaus mit Ambitionen, aber nicht den großen Saison-Ergebnissen im Rücken.

Im Rückblick ist das Masters noch viel schöner

Ein John Higgins hat vor 14 Jahren in vielerlei Hinsicht eine bessere Figur gemacht als heute. Aber darüber betten wir den Mantel des Schweigens, um leidige Diskussionen zu vermeiden. Barry Hawkins, sein Erstrundengegner, fliegt wieder so unter dem Radar, dass alle erstaunt sein werden, wenn er hier den Titel holt. Alle außer mir.

Immerhin war Higgins an einem der schönsten Finale beim Masters beteiligt, als er 2006 Ronnie O’Sullivan im Decider besiegte.

Die schönsten Decidersiege in der Geschichte des Masters waren natürlich die von Paul Hunter, dem Namensgeber der Glastrophäe. Seine Siege gegen Fergal O’Brien 2001, gegen Mark Williams 2002 und gegen Ronnie O’Sullivan 2004 sind längst in die Snooker-Geschichtsbücher eingeschrieben.

Mein persönliches Highlight ist nach wie vor das Finale von 2004, wo Hunter schon weit zurückliegend noch lachend ins Publikum winkt. Hier könnt ihr die erste und letzte Session schauen und genießen.

World Snooker Tour und andere Ideen

World Snooker hat sich übrigens im Vorfeld des Masters in World Snooker Tour umbenannt. Außerdem haben sie eine ganz besondere Ehrung ins Leben gerufen. Alle Spieler, die alle drei Events der Triple Crown (WM, UK Championship und Masters) gewonnen haben, dürfen mit einem hübschen Krönchen auf der Weste antreten. Ich persönlich finde das … ein wenig … nun ja …

Masters 2020: Spielplan, Zeiten und Ergebnisse

Den Auftakt machen am Sonntag um 14 Uhr Ding Junhui gegen Joe Perry. Um 20 Uhr geht es weiter mit Mark Selby gegen die Nr. 17 der Weltrangliste, die hier nur dabei ist, weil Ronnie O’Sullivan seine Teilnahme abgesagt hat. Alle Partien, Spielzeiten und (Zwischen)Ergebnisse wie immer hier.

AutorIn: Lula Witzescher

Lula Witzescher (genderqueer), im Netz auch bekannt als Dark Mavis *Lady*. Tanzt und performt im Nebenberuf, spielt Poi, schreibt sporadisch Geschichten (hat im letzten Jahr den Roman „Belinda to break“ fertiggestellt, sucht dafür jetzt einen Verlag). Streitet im Netz für alle Formen von equality. Hält die Butthole Surfers für die beste Band der Welt. Persönlich häufig am Magic Mountain Berlin anzutreffen. Hasst Ronnie O'Sullivan nicht, entgegen anderslautender Behauptungen. Schreibt für diesen Blog, um die deutschsprachige Snookergemeinde darüber zu informieren, was in anderen Medien unerwähnt bleibt. www.twitter.com/lulawitzescher

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