Masters 2024: O’Sullivan gewinnt Titel Nr. 8

Ronnie O'Sullivan und Ali Carter vor dem Finale des Masters 2024 mit der Paul Hunter Trophy
Ronnie O'Sullivan und Ali Carter vor dem Finale des Masters 2024 mit der Paul Hunter Trophy © World Snooker/Tai Chengzhe

Ronnie O’Sullivan hat das Finale des Masters 2024 im Alexandra Palace in London mit 10–7 gegen Ali Carter gewonnen. Mit seinem 8. Masters-Titel erhält er ein Preisgeld in Höhe von 250.000 £. Ali Carter muss nach seinem zweiten Masters-Finale weiter auf den Titel warten und erhält 100.000 £.

O’Sullivans 14. und Carters 2. Masters-Finale

Auf dem Weg in sein 14. Masters-Finale setzte sich Ronnie O’Sullivan gegen Ding Junhui, Barry Hawkins und Shaun Murphy durch. Ali Carter erreichte sein 2. Masters-Finale nach 2020 durch Siege gegen Mark Williams, Judd Trump und Mark Allen. Es war Carters 4. Triple Crown-Finale, die er aber allesamt verlor.

Speed-Snooker in der ersten Session

Dass sich im Finale keine großen Safety-Duelle ergeben würden, konnte man erwarten. Und das Match sollte sich genau so entwickeln: Viele schöne, lange Einsteiger und hohe Breaks bestimmten die ersten 8 Frames. 5 dieser 8 Frames wurden mit +50 Breaks inklusive 3 Centuries (2 Carter, 1 O’Sullivan) entschieden. Die durchschnittliche Frame-Dauer dieses Speed-Snookers: nicht einmal 12 Minuten. Bis zum leistungsgerechten 2–2 hielten sich beide Spieler schadlos. Nach der Pause konnte Carter in den Frames 5 und 6 aber zunehmende Fehler von O’Sullivan nutzen und ging mit 4–2 in Führung. Den 2 Frames-Vorsprung nahm Carter beim Stand von 5–3 mit in die Abend-Session.

Mehr Spannung am Abend

Mit dem rasanten Snooker war es in der Abend-Session zunächst vorbei. Die Frames wurden spannender, was auch daran lag, dass O’Sullivan nun bessere Safeties spielte. Der erste, direkt umkämpfte Frame des Abends ging aber an Carter, der auf 6–3 stellte. Eine Überraschung lag in der Luft, doch es war ein Startschuss für O’Sullivan, der eine weitere Schippe drauf legte. Sein Spiel war plötzlich durchdachter und er nahm sich vor allem für die sicheren Ablagen nun viel mehr Bedenkzeit. Das zahlte sich aus und so entschied er die nächsten drei Frames für sich. Mit einem ausgeglichenen 6–6 ging es ins Mid-Session-Interval.

O’Sullivan mit dem längeren Atem

Nach dem MSI besann sich Carter wieder auf seine bereits in der gesamten Woche gezeigte tolle Leistung. O’Sullivan spielte doch mal wieder eine schwächere Safety und Carter nutzte dies gewohnt sicher mit einer 127 zur 7–6 Führung. Damit spielte er sein drittes Century in diesem Finale und als erster Spieler 9 Centuries bei einem Masters insgesamt. Im 14. Frame dann aber der Knackpunkt: Carter verschoss Rot auf die rechte Mitteltasche und nutzte auch ein Foul von O’Sullivan nicht. O’Sullivan glich zum 7–7 aus und war nicht mehr zu stoppen. Bei Carter ging nun gar nichts mehr. Alles, was in der gesamten Woche funktionierte, ging plötzlich daneben. O’Sullivan ließ sich nicht zweimal bitten und machte mit 10–7 seinen 8. Masters-Titel perfekt.

Carter enttäuscht, O’Sullivan desorientiert

Ali Carter war nach dem Finale sichtlich enttäuscht, blickte aber dennoch hoffnungsvoll in die Zukunft. Mit seiner Leistung, die er in der gesamten Woche gezeigt hat, war er sehr zufrieden. Er hofft, dass ihm dies in Zukunft zu dem einen oder anderen Titel verhelfen kann. O’Sullivan war ein wenig desorientiert und wusste nicht genau, ob er wirklich soeben das Masters gewonnen hat. Die Paul Hunter-Trophäe konnte er wegen einer Ellbogen-Reizung nicht selbst in die Höhe stemmen. Dafür standen aber seine Tochter und sein Sohn bereit, die ihm dies gerne abnahmen.

Es geht direkt weiter: World Grand Prix

Es geht ohne Unterbrechung weiter auf der WST Main Tour: Vom 15.01.-21.01. findet in der Morningside Arena in Leicester der World Grand Prix statt. Ob Ronnie O’Sullivan hier am Dienstag, 16.01. ab 21:00 Uhr zu seinem Erstrunden-Match gegen Pang Junxu antritt, muss noch abgewartet werden. Ali Carter trifft in der ersten Runde am Dienstag ab 16:00 Uhr auf Wu Yize.

AutorIn: Ralf

Mag Snooker des Spiels wegen und begeistert sich dafür seit den 90er Eurosport-Anfangstagen. Außerdem: Fußball, Kinofilme und Musik. Twitter: https://twitter.com/Ralf_2206 | Mastodon: https://snooker.uk.to/@Ralf_2206

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4 Gedanken zu „Masters 2024: O’Sullivan gewinnt Titel Nr. 8

  1. Gerry

    Meine Frau ( gebürtig aus Mexiko!) und ich ( Niedersachse) sind sehr große Snookerfans und versuchen die meisten Snookerturniere zu sehen.
    Haette am Sonntag, den 14.01.24 gerne diesmal Carter als Gewinner gesehen, aber das ist halt Snooker!
    Gruss an alle Snookerfans!
    LG
    Gerry

  2. Andreas Schweiger

    Ich bin seit vielen Jahren begeisteter Snooker Fan von Ronnie O Sullivan.
    In letzter Zeit habe ich aber den Eindruck gewonnen, dass es einige Neider gibt, die dem O Sullivan den Erfolg nicht gönnen.
    Ob Trump, Selby, Murphy, Allen, K. Wilson oder der stets frustrierte Carter. im Vorfeld gewinnen sie alles.
    Im Turnier aber versagen die selbsternannten Alleskönner.
    Besonders der Ali Carter , großspurige Ankündigung aber am Ende nichts. Er sollte sich mal fragen, warum seine Bilanz mit 18 :1 für Ronnie so schlecht ausfällt.
    Die sollten mal anerkennen, dass der Ronnie Snooker so spielt, von dem sie nachts nur träumen können.
    Von Higgins, Williams, Hawkins usw. hörst Du keine negativen Kommentare.
    mfg

    Andreas ( 77 )

  3. Ralf Artikelautor

    Hallo Andreas,
    O’Sullivans Können am Snooker-Tisch ist sicherlich unbestritten. Die negativen Stimmen zu ihm beruhen hauptsächlich auf seinem manchmal unbeherrschten Verhalten und seiner provozierenden Äußerungen. Higgins, Williams und Hawkins haben sich da um einiges mehr unter Kontrolle.
    Klar wurmen Trump, Selby, Murphy, Allen oder K. Wilson seine Erfolge aber das gehört auf diesem Niveau wohl dazu. Und zwischen Carter und O’Sullivan herrscht schon seit vielen Jahren keine Freundschaft mehr, so dass wir eine gegenseitige Anerkennung eher nicht erwarten können.
    Viele Grüße
    Ralf


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