English Open 2022: Mark Selby hat die besseren Nerven

Handshake vor dem English Open-Finale: Mark Selby und Luca Brecel mit der Steve Davis Trophy; im Hintergrund Schiedsrichterin Tatiana Woollaston.
Handshake vor dem English Open-Finale: Mark Selby und Luca Brecel mit der Steve Davis Trophy; im Hintergrund Schiedsrichterin Tatiana Woollaston. © World Snooker/Tai Chengzhe

In einem spannenden Finale der English Open 2022 setzte sich Mark Selby mit 9–6 gegen Luca Brecel durch, gewann seinen 21. Ranglistenturniertitel und durfte im Brentwood Centre die Steve Davis Trophy in die Höhe halten. Er streicht ein Preisgeld in Höhe von £ 80.000 ein. Luca Brecel verpasste seinen vierten Ranglistentitel und erhält für seine Endspielteilnahme £ 35.000.

Selby mit besserem Start, doch Brecel kontert

Selby startete sehr stark mit einem 90er Break im ersten Frame und holte sich nach zwei Fouls und einer misslungenen Safety von Brecel dank eines 57er Breaks auch den zweiten Frame. Nachdem Brecel im dritten Frame lediglich ein 14er Break schaffte, weil er Blau auf Mitteltasche verschoss und Selby mit einem 74er Break auf 3–0 erhöhte, stellten sich viele schon auf ein einseitiges und schnelles Finale ein. Doch ab dem vierten Frame sollte es plötzlich ein ganz anderes Finale werden. Brecel schaffte wieder nur ein kleineres 32er Break. Selby kam an den Tisch, doch verschoss er nach 7 Punkten plötzlich und völlig überraschend Blau auf die Mitteltasche. Erneut mit kleinen Breaks in Höhe von 41 und 17 holte sich Brecel seinen ersten Frame in diesem Finale. Beim Stand von 3–1 für Selby ging es ins Midsession Interval.

Spielfluss dahin und Brecel gleicht unerwartet aus

Auch wenn Selby nach dem MSI wegen schlechter Safeties und misslungenem Stellungspiel von Brecel und dank kleinerer Breaks den fünften Frame zum 4–1 gewann, war bei beiden Spielern der Spielfluss dahin. Auch Selby machte nun Safe-Fehler, obwohl man dies von ihm eigentlich nicht kennt. Brecel konnte diese Fehler nur mit kleineren Breaks ausnutzen, holte sich aber trotzdem mühsam die letzten drei Frames der Nachmittag-Session und glich unerwartet zum 4–4 aus.

Auch am Abend zunächst ein schleppendes Duell

Die Abend-Session bot zunächst ein ähnliches Bild, wenn auch wieder mit umgekehrten Vorzeichen. In den Frames 9 und 10 konnte Selby die Fehler seines Gegners ausnutzen und ging mit 6–4 in Führung, wenn auch nur mit jeweils kleineren Breaks. Als es an Mühseligkeit kaum noch zu überbieten war, weil beide Spieler durch zu viele Fehler keinen Spielfluss aufkommen ließen, packte Brecel im elften Frame endlich das erste Century (122) aus und schaffte den Anschluss zum 5–6. Die Freude währte nur kurz, denn danach bot sich wieder das alte Bild: Brecel mit zu vielen Safe- und Stellungsfehlern und Selby stellte mit jeweils kleineren Breaks auf 8–5.

Plötzlicher Maximum-Alert vor dem Ende

Als sich alle auf ein dahinplätscherndes Ende einstellten und Selby im 14. Frame bei einer Safety an der rechten Mitteltasche hängen blieb, kam Brecel doch nochmal in ein starkes Break und war plötzlich sogar auf Maximum-Kurs. Da er sich aber auf die letzte Schwarze verstellte, reichte es nur zu einem 113er Century, seinem zweiten in diesem Finale. Beim Stand von 8–6 nahm auch Selby nochmal all seine Konzentration zusammen und holte sich den 15. Frame mit einem 87er Break zum 9–6 Endstand und letztlich verdienten Sieg.

Selbys größte Herausforderung und Brecels Dank an den Vater

Selby sprach nach dem Finale offen über seine Depression, die ihn besonders vor einem Jahr schwer traf und bezeichnete es als größte Herausforderung seines Lebens. Den Turniersieg betrachtet er demnach als eine seiner größten Leistungen. Brecel gab zu, im Finale nicht sein bestes Snooker gespielt zu haben, war aber trotzdem mit seiner Turnierleistung insgesamt zufrieden. Er dankte seinem Vater, der ihn trotz starker Erkältung in der Woche vor dem Turnier dazu motivierte, trotzdem an den English Open teilzunehmen.

Das Snooker-Jahr 2022 geht zu Ende

Mit den English Open als letztes Ranglistenturnier neigt sich das Snooker-Jahr 2022 dem Ende zu. Das nächste große Turnier, das Masters 2023, findet vom 8. bis zum 15. Januar 2023 im Alexandra Palace in London statt. Dort trifft Mark Selby in der ersten Runde am Sonntag, 8.1. auf Zhao Xintong. Luca Brecel startet am Montag, 9.1. in das Turnier gegen Ronnie O’Sullivan.

Ich wünsche euch ein schönes Weihnachtsfest und einen guten Rutsch ins neue Jahr! Bleibt gesund!

AutorIn: Ralf

Mag Snooker des Spiels wegen und begeistert sich dafür seit den frühen Eurosport-Anfangstagen. Außerdem: Fußball, Kinofilme und Musik. Twitter: https://twitter.com/Ralf_2206 | Mastodon: https://snooker.uk.to/@Ralf_2206

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