UK Championship 2019: Ein Gewinner aus der Asche

Die UK Championship 2019 haben mit Ding Junhui einen Überraschungssieger. Zehn Jahre nach dem letzten Sieg hier holt er sich zum dritten Mal den Titel. Sein Siegerscheck beträgt £200 000, für Stephen Maguire gibt es £80 000.

Ding war am Nachmittag unter anderem durch zwei Century-Breaks 4–0 in Führung gegangen. Maguire holte die nächsten drei Frames, den letzten durch einen kuriosen Stoß von Ding, bei dem die Rote vom Tisch hüpfte. Im letzten Frame der Session machte Ding das 5–3, nachdem Maguire Blau auf dem Weg zum Loch verhungert war.

Obwohl Maguire am Abend die erste Chance hatte, machte Ding jeweils nach Fehlern des Schotten das 7–3. Ein Fluke machte Maguire im elften Frame die Tür auf für Break von 103, doch im nächsten Frame zog Ding wieder davon. Mit 8–4 ging es in die Pause. Nach dem Intervall verkürzte Maguire mit zwei Centuries den Rückstand auf zwei Frames, Ding konterte ebenfalls mit Century zum 9–6. Das Match entschied er dann mit einer 103.

Ein Finale der Wiederauferstandenen

Im Finale der UK Championship trafen zwei Spieler aufeinander, die eine ziemlich lange Durststrecke hinter sich und wir alle wahrscheinlich nicht auf dem Zettel für einen Titel hier in York hatten. Stephen Maguires letzter Titel liegt fünf Jahre zurück, der letzte „richtige“ Titel, die Welsh Open, sogar schon sechs. 2017 stand er in Riga zum letzten Mal in einem Finale. Nach Siegen über Graeme Dott, Michael White und Matthew Stevens fertigte Maguire einen während des Turniers stark spielenden Mark Allen im Halbfinale tatsächlich mit lupenreinem Weißgewäsch ab.

Ding Junhui hatte in dieser Saison gerade mal ein Viertelfinale erreicht und ansonsten viele frühe Niederlagen eingesteckt. Seinen letzten Titel gewann er 2017 bei den World Open. Doch hier in York lief er mal wieder zu der Form auf, die ihm 2013/2014 fünf Titel in einer Saison bescherte. Er besiegte Ali Carter, Ronnie O’Sullivan, Liang Wenbo und Yan Bingtao. Letzterer war mit einem Sieg über John Higgins ins Halbfinale gekommen. Er kommt jetzt erst einmal nicht mehr in die Verlegenheit, die Bürde der Nr. 1 Chinas tragen zu müssen, die ihm auch wirklich nicht gut getan hat.

UK Championship 2019 mit unerwarteten Ergebnissen

Ein wenig kurios fühlten sich die diesjährigen UK Championship schon an. Die Favoriten verabschiedeten sich früh. Shaun Murphy fuhr direkt nach der ersten Runde nach Hause, Barry Hawkins nach der zweiten. Neil Robertson und Judd Trump kamen über Runde drei nicht hinaus, Ronnie O’Sullivan, Mark Selby und Stewart Bingham verloren im Achtelfinale.

Ein Nigel Bond, der in seinem dritten Frühling, von unendlich vielen James-Bond-Anspielungen begleitet, hier bis ins Viertelfinale kam, wo er erst im Entscheidungsframe gegen Mark Allen ausschied … das war schon mehr als überraschend. Und auch einen Matthew Stevens haben wir schon eine gefühlte Ewigkeit nicht mehr bis ins Viertelfinale eines Triple-Crown-Events kommen sehen. Hier unterlag er dem späteren Finalisten Maguire nur knapp mit 4–6.

Der Masters Spielplan ist da!

Nachdem Ronnie O’Sullivan seine Nichtteilnahme verkündet hat (unklar, ob er gar nicht gemeldet hatte oder zurückgezogen hat), ist Ali Carter auf den 16. Platz für die Teilnahme an dem Turnier gerückt. Wer wann auf wen trifft, könnt ihr hier nachschauen.

 

AutorIn: Lula Witzescher

Lula Witzescher (genderqueer), im Netz auch bekannt als Dark Mavis *Lady*. Tanzt und performt im Nebenberuf, spielt Poi, schreibt sporadisch Geschichten (hat im letzten Jahr den Roman „Belinda to break“ fertiggestellt, sucht dafür jetzt einen Verlag). Streitet im Netz für alle Formen von equality. Hält die Butthole Surfers für die beste Band der Welt. Persönlich häufig am Magic Mountain Berlin anzutreffen. Hasst Ronnie O'Sullivan nicht, entgegen anderslautender Behauptungen. Schreibt für diesen Blog, um die deutschsprachige Snookergemeinde darüber zu informieren, was in anderen Medien unerwähnt bleibt. www.twitter.com/lulawitzescher

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