Reanne Evans holt sich „ihren“ Titel zurück

Handshake Finale
Ng On Yee, der Pott und Reanne Evans. © WLBS

In einem ausgeglichenen und spannenden Finale holt sich Reanne Evans ihren 11. Titel als Weltmeisterin von Ng On Yee zurück, die im letzten Jahr Evans Siegesserie nach zehn Titeln in Folge beendet hatte. Sie gewinnt damit auch das sagenhafte Preisgeld von £ 1.200. (Andrew Higginson bekam für sein verlorenes Wildcard-Match bei den China Open schon £ 4.000.)

Evans ging mit 1-0 in Führung, Ng gewann anschließend drei Frames in Folge, wobei ihr mit einer 72 das höchste Break des Turniers gelang. Vor der Pause gewann Evans noch einen Frame zum 2-3 Zwischenstand. Nach der Pause ging es über 3-3 und 4-4 im Gleichschritt weiter. Im neunten Frame mit nur noch Pink und Schwarz auf dem Tisch benötigte Ng Snooker, doch gelang es ihr aus dieser Position nicht, Evans unter Druck zu setzen und musste ihr den Frame überlassen.9. Frame

Im letzten Frame verschoss die Titelverteidigerin aus Hong Kong eine Rote und ließ sie vor der Tasche liegen. Das war ihr letzter Stoß, bevor Evans mit einem abschließenden Break von 47 das Spiel für sich entschied. Evans hatte eine Lochquote von 81%, Ng On Yee von 83%.

der letzte Stoß

Die beiden deutschen Dianas (Schuler und Stateczny) habe es erfreulicherweise bis in die Runde der letzten 16 geschafft. Diana Schuler traf dort auf Reanne Evans und musste sich mit 0-3 geschlagen geben. Diana Stateczny konnte das Achtelfinale gegen Maria Catalano mit 3-1 gewinnen und verlor erst im Viertelfinale gegen Tatjana Vasiljeva mit 1-4.

In diesem Jahr gab es das erste Mal Livebilder, was die Freude zumindest bei mir potenzierte, die WM zu verfolgen. Wie ich auf Twitter sehen konnte, haben sich mir offensichtlich ein paar einsame Gefährt*innen angeschlossen, doch hatte ich den Eindruck, dass auch diese WM wieder nahezu ohne Beachtung geblieben ist, was in meinen Augen nicht nur schade, sondern auch unverdient ist. Natürlich hagelt es bei den Frauen keine Century-Breaks. Doch gab es tolle Pots zu sehen, solides Safety-Spiel und fiese Snooker, die besonders das Finale zu einer spannenden Sache gemacht haben – etwas, das wir nicht von jedem Finale der Männer in dieser Saison behaupten können. Vielleicht entwickelt sich diese Veranstaltung auch im nächsten Jahr weiter und wir sehen vielleicht schon vor dem Finale einen funktionierenden Live-Score.

An dieser Stelle ein herzlicher Dank an Diana und Matt, die mich eingeladen haben, mich im nächsten Jahr ehrenamtlich bei der WM einzubringen.

Alle Ergebnisse gibt es hier unter dem Link Turniere.

die Finalistinnen

© Monique Limbos


AutorIn: Lula Witzescher

Lula Witzescher, im Netz auch bekannt als Dark Mavis Lady. Ist im Nebenberuf Tänzerin und Performerin, Poi-Spielerin, sporadische Autorin (hat gerade ihren Roman „Belinda to break“ fertiggestellt, wofür sie jetzt einen Verlag sucht). Streitet im Netz für alle Formen von equality. Hält die Butthole Surfers für die beste Band der Welt. Persönlich trifft man sie häufig am Magic Mountain Berlin.

Ist keine Ronnie-O’Sullivan-Hasserin, entgegen anderslautender Behauptungen. Schreibt für diesen Blog, um die deutschsprachige Snookergemeinde darüber zu informieren, was in anderen Medien unerwähnt bleibt.

www.twitter.com/lulawitzescher

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