Morgen geht’s los: Die Weltmeisterschaft der Frauen, die World Women’s Championship in China. 78 Spielerinnen treten in 16 Gruppen an, bevor jeweils die zwei besten in die KO-Runde einziehen.
Nach den zwei anderen Weltmeisterschaften, die Schlag auf Schlag im Crucible Theatre in Sheffield ausgetragen wurden, spielen ab morgen auch die Frauen der World Women’s Snooker Tour ihren Titel aus. Wie immer gibt es neben dem Hauptwettbewerb auch das Seniors-Turnier und das Turnier der U-21.
Bai Yulu hatte 2025 ihren Titel verteidigt und tritt nun wieder mit demselben Ziel an. Neben ihr sind sind (bis auf Ploychompoo Laokiatphong und Amee Kamani) die Top 16 der Weltrangliste gemeldet.
Weltmeisterschaft der Frauen oder asiatische Meisterschaften?
Die Rekordzahl an Teilnehmerinnen von 2025 wurde in diesem Jahr erneut überboten. China stellt mit 38 Spielerinnen die größte Gruppe im Feld gefolgt von Hong Kong (16), Thailand (5), Mongolei (8), Australien, Indien und Singapur (je 2). Diana Schuler, Ella O’Connor, Reanne Evans, Rebecca Kenna, Tessa Davidson sind die einzigen Spielerinnen aus Europa.
2022 fand die WM das letzte Mal in England statt. Seitdem gab es eine Ausgabe in Bangkok und zwei in China. Dieses Jahr findet die Weltmeisterschaft zum dritten Mal in Folge in Dongguan statt. Während 2023 noch 14 Spielerinnen aus Europa nach Thailand aufgemacht haben, waren es in den letzten drei Jahren nur noch 4-6. Und der Anteil der Spielerinnen aus Asien & Ozeanien ist von 16% auf knapp 94% gestiegen.
Warum das so ist und was das bedeutet habe ich letztes Jahr schon ausführlich beleuchtet. Dort bin ich auch auf die Erwartungen eingegangen, was das Wachstum und die Perspektive der Frauen im Snooker betrifft. An meinen Erkenntnissen hat sich im Grunde genommen nicht viel geändert. Trotz gestiegener Preisgelder können es sich die meisten Frauen nicht leisten, auf die andere Seite des Erdballs zu reisen. Manche sind aus diesen Gründen komplett aus der World Women’s Tour ausgestiegen, andere versuchen, beim Heyball das nötige Geld zu machen, um auch beim Snooker dabei sein zu können. Wir finden hier also die umgekehrte Situation wie auf der Main Tour, wo die Aktiven aus Asien dauernd ins UK reisen müssen, um auf der Tour eine Chance zu haben.
Solange es in China eine so viel bessere Infrastruktur, Unterstützung und Wertschätzung für Frauensnooker gibt, wird sich diese Entwicklung fortsetzen. Auch WWS sollte sich überlegen, wie dort ein Bogen zu schlagen ist, bevor sie weitere Spielerinnen an andere Billarddisziplinen verloren haben.
Jung und jünger
Wie die Entwicklung in Asien voranschreitet, sehen wir besonders am Alter der Starterinnen. Mit Chen Wan Hei (9 Jahre), Wang Zihan und Lau Sum Yi (12 Jahre), Starry Chan (13 Jahre), Choi Yan Tung und Wang Ruotong (14 Jahre) und Phakwalan Kongkaew (15 Jahre) sind in diesem Jahr noch einmal mehr sehr junge Spielerinnen dabei. Wir sind sehr gespannt, wer sich von ihnen etablieren kann und wen wir vielleicht auch auf anderen Turnieren der World Women’s Tour wiedersehen.
Die Einzige, die schon Erfahrung bei der Weltmeisterschaft mitbringt, ist Phakwalan Kongkaew. Sie nimmt seit 2023 an Turnieren teil und hat bei den diesjährigen Belgian Open im Hauptturnier das Viertelfinale erreicht.
Wer spielt? Wo kann ich es sehen?
Die Ansetzungen und Ergebnisse des Hauptturniers findet ihr auf unserer Turnierseite. Auf der offiziellen Ergebnisseite könnt ihr auch die Ergebnisse der U-21 und der Seniors finden. Ebenso wie die höchsten Breaks. Außerdem seht ihr auf der Seite mit den Livescores, für welche Matches es einen Stream gibt. Zwei Tische werden während des gesamten Turniers auf WPBSA YouTube zu sehen sein.
Mein Artikel Warum gibt es keine Frauen im Snooker? beantwortet alle Fragen, die üblicherweise um diese Zeit auftauchen. Guckt einfach mal rein.















@snookerpro.de Danke, dass ihr hier auf Mastodon seid! Ich lese das gern.