The Boy against the Man

John Higgins (the man) spielt einen Stoß mit dem Hilfsqueue.
John Higgins bei den Welsh Open 2026 © Zheng Zhai

Über diese Betitelung könnte man sich ja schon wieder aufregen. Nein, sie stammt nicht von mir, sondern von Rob Walker, der in der Kommentatorenbox saß. Ja, Bulcsú Révész ist erst 19. Dennoch, er ist volljährig! Also kein Junge mehr. Es mag ihm noch einiges an Erfahrung fehlen, aber spielen kann er. Hat er nicht zuletzt im Match gegen John Higgins bewiesen.

Es gibt momentan wenige Matches, für die ich mir die Nacht um die Ohren schlagen würde. Als ich gesehen habe, dass John Higgins gegen Bulcsú Révész die Spätschicht übernehmen mussten, war ich nicht unglücklich. Denn so konnte ich ruhigen Gewissens erst ins Theater gehen und danach Snooker schauen. Die meisten dachten wohl, dass John Higgins als Favorit ins Rennen ging. Ich ertappte mich auch kurz dabei, erinnerte mich dann aber an den Vortag. Da hatte Bulcsú Révész nämlich gegen Ryan Day nach einem 1–3 Rückstand ein ordentliches Kommzurück an den Tag gelegt, einen Decider erzwungen und gewonnen.

Das Match zwischen John Higgins und Bulcsú Révész bewegte sich dann auch tatsächlich auf Augenhöhe. Beide gingen mal in Führung, beide machten Fehler. Zwischendrin gab es sogar ein anerkennendes Nicken von John Higgins über die Leistung seines Gegners. Im Decider hatte Bulcsú Révész dann leider wenig Chancen. John Higgins spielte einfach so brillant, dass Bulcsú Révész sich hinterher von John Higgins noch diesen einen Stoß erklären ließ (Kommentator: „the teaching begins“).

Ich als John Higgins-Fan hätte Bulcsú Révész den Sieg gegönnt. Seine Art zu spielen, gefällt mir. Und auch ansonsten scheint er voll in Ordnung zu sein. So jedenfalls mein Eindruck, als ich in Blackpool beim Shoot Out kurz mit ihm geplaudert hatte.

Erfahrung des „Mannes“

John Higgins verfügt natürlich über jahrzehntelange Erfahrung. Die ließ ihn auch schon gegen Liu Wenwei als Sieger aus dem Match gehen. Hinzu kommt aber, dass er sich derzeit auch wieder in einer großartigen Form befindet. Die hatte er schon während der Players Championship gezeigt. Nicht ohne Grund stand er im Finale gegen Zhao Xintong. Bei diesem Match gaben sich die beiden Kontrahenten nichts. Bis zum 13. Frame sah es auch so aus, als würden sie sich bis zum Schluss mit Framegewinnnen abwechseln. Zhao Xintong hatte dann aber was dagegen und beanspruchte die restlichen Frames für sich. John Higgins fand auch hier sehr anerkennende Worte nach dem Match. Und Zhao Xintong hatte nach dem World Grand Prix einen weiteren Titel in der Tasche.

Bei den Welsh Open ist er ebenfalls schon gut unterwegs. Siege gegen Fan Zhengyi und Stan Moody brachten ihn in die dritte Runde, wo er später (ca. 22 Uhr) auf Stuart Bingham trifft. Wird er einen weiteren Sieg erringen und damit dem Triple einen Schritt näher kommen?

100 % Lochquote

Highlight des Turnieres bislang war aber wohl das Match von Shaun Murphy und Chang Bingyu. Letzterer spielte einfach mal vier Centuries hintereinander. Bei einer Lochquote von 100 %. Und erzielte damit sogar ernstgemeinten Applaus von seinem Gegner. Leider musste er sich in der nächsten Runde dann gegen Jackson Page geschlagen geben.

Was sonst noch alles bei den Welsh Open passierte, könnt ihr bei den Kolleg*innen von Total Clearance nachhören. Insbesondere die Referees und Marker sorgen für Gesprächsstoff.

Alle Ergebnisse könnt ihr unserer Turnierseite entnehmen. (Nach)Gucken könnt ihr auf auf Eurosport/Discovery.

AutorIn: Hjördis

Hjördis unterstützt das Team von SnookerPRO im Hintergrund, schreibt den ein oder anderen Artkel und ist ansonsten zuständig für das Aktuell-Halten der Turniere.

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