Bai Yulu gewann gestern in souveräner Manier die WSF Women’s Championship in Bulgarien und sichert sich damit erstmals den Weltranglistenplatz Nummer 1 bei den Frauen. Im Finale der WSF Junior Championship triumphierte Michael Larkov, der sich damit ein Ticket für die nächste Saison auf der Main Tour holt.
Bai Yulu unaufhaltsam auf dem Weg zur Nummer 1
Zum Titelgewinn bei der WSF Women’s Championship 2026 stürmte Bai Yulu, ohne im Turnierverlauf auch nur einen einzigen Frame abzugeben. Man könnte auch sagen, sie gönnte ihren Gegenspielerinnen nichts. Den ersten Frame des Finals gegen Ng On Yee klaute sie nämlich noch, nachdem sie schon Snooker benötigte.
Dank des vierten Titels auf der World Women’s Snooker Tour allein in dieser Saison und unfassbaren 39 in Folge gewonnenen Matches darf sich Bai Yulu jetzt auch offiziell die Beste der Welt nennen. Denn sie löst Mink Nutcharut an der Spitze der Weltrangliste ab und übernimmt erstmals in ihrer Karriere die Spitzenposition. Im Moment fällt es einem schwer sich vorzustellen, dass sie diese Position in näherer Zukunft wieder aufgeben muss.
Die jungen Hoffnungen kommen aus Thailand
Während Bai Yulu einsam an der Spitze kreist und Ng On Yee noch diejenige ist, die am ehesten mithalten kann, tut sich etwas im Feld dahinter. Die ehemalige Weltranglistenerste Mink Nutcharut schied schon im Halbfinale gegen Ng On Yee aus. Dieses harte Los ereilte sie, nachdem sie nur den dritten Platz in der Gruppenphase erreichte. Zwei ihrer jungen Landsfrauen übertrafen sie: Narucha „Jel“ Phoemphul (20) und Panchaya Channoi (17). Die beiden bestritten auch das U-21 Finale, in dem Panchaya Channoi triumphierte.
Wir sollten noch keine Abgesänge auf Mink singen, jede kann man eine schlechte Woche erwischen. Aber es zeigt doch, dass mehrere vielversprechende junge Talente aus Thailand kommen. Neben den beiden gibt es ja auch noch Ploy Laokiathphong, die letztes Wochenende zusammen mit Waratthanun Sukritthanes und Baipat Siripaporn Bronze für Thailand im Heyball gewann.
Außerdem gab die 15-jährige Alexandra Ceruta aus Moldau ihren Einstand auf der WWS Tour. Ihr gelang es, sich aus der Gruppenphase für die K.O.-Runde zu qualifizieren und schied dort gegen Bai Yulu aus. Aber es freut sehr, ein neues und wirklich vielversprechendes Talent aus Europa zu sehen. Wir werden sie im Auge behalten. Eine Übersicht über alle Ergebnisse der Gruppenphase und K.O.-Phase des Hauptturniers findet ihr auf unserer Turnierseite.

Panchaya Channoi und Jel Narucha
Michael Larkov gewinnt die WSF Junior Championship
Den Titel bei den Junior*innen holte sich Michael Larkov, der sich im Finale mit 5–2 gegen den Topfavoriten Wang Xinbo durchsetzte. Mit dem Titel gewinnt er auch eine Tourkarte für die beiden kommenden Saisons auf der Main Tour. Damit werden mit Michael Larkov und Iulian Boiko wieder zwei Spieler aus der Ukraine auf der Tour vertreten sein.
Das Turnier begann für Larkov mit einem Fehlstart, denn er verlor sein erstes Gruppenmatch. Da er in seinen restlichen Gruppenmatches gut spielte und alle gewann, konnte er sich dennoch als Gruppenerster für die K.O.-Runde qualifizieren. Nach einem 4–0 gegen Mikayel Nersisyan stand er in der Runde der letzten 16 schon kurz vor dem Ausscheiden. Gegen Ayaan Iqbal aus Schottland konnte er ein 1–3 noch drehen. Im Viertelfinale und Halbfinale holte er souveräne Siege gegen Wang Xinzhong (Xinbos Bruder) und Prin Ramukda. Mit vier Centuries spielte er mehr als alle anderen im Turnier und seine 132 war das zweithöchste Break der WSF Junior Championship hinter Chen Qi’ens 140. Die vollständigen Ergebnisse des Turniers findet ihr hier.
Heute beginnt der letzte Wettbewerb der WSF Championship, die inoffizielle Amateur-Weltmeisterschaft. Für den Titel gibt es ebenfalls ein Main Tour Ticket.
Aus der Ukraine nach Deutschland, von der Pyramide zum Snooker
Snooker spielt Michael Larkov erst seit etwa vier Jahren. Nach dem Angriff Russlands auf die Ukraine kam er mit seinen Eltern nach Deutschland und hier begann er mit dem Snookerspielen. Seine Tourkarte ist also vielleicht auch ein ganz kleines bisschen ein deutscher Erfolg. Schon zwei Jahre nachdem er mit Snooker begonnen hatte, erreichte er das Halbfinale bei der U16 Europameisterschaft und fiel vor allem mit gutem Breakbuilding auf.
Der schnelle Erfolg kommt aber natürlich nicht aus dem Nichts. Schon in der Ukraine war er im Billardsport aktiv, damals aber noch in der Disziplin Russische Pyramide. Ich weiß darüber nicht viel, aber die Taschen sind dort noch sehr viel enger als beim Snooker, man muss dort also sehr präzise spielen können. Dort war Michael schon als Kind sehr erfolgreich, davon wird er bei seinem Wechsel zum Snooker sehr profitiert haben.











