Haining Open 2015: Ding zurück in der Spur

Die Finalisten in Haining: Ding Junhui & Ricky Walden

Ding Junhui darf nach längerer Formkrise endlich wieder einen Pokal mit nach Hause nehmen. Seit seinem Triumph bei den Yixing Open 2014 waren 16 Monate vergangen, ehe der Chinese erneut einen Titel auf der Asian Tour holte. Im Finale der Haining Open besiegte Ding vor heimischem Publikum Ricky Walden in einem würdigen Match mit 4-3. Mit dem Sieg verbunden sind 13.500 Pfund Preisgeld und ein garantierter Startplatz beim Players Championship Grand Final.

Sein Gegner Walden, der bei der International Championship (25. Oktober bis 1. November) als Titelverteidiger an den Start gehen wird, war in der Anfangsphase des Endspiels der agierende Spieler. Mit einer 79 gestartet, holte sich der Engländer auch den zweiten Frame. Dings 77 im dritten Durchgang hinderte Walden nicht daran, sich mit einem Break von 66 Punkten eine 3-1-Führung zu erspielen. Ding – nun mit dem Rücken zur Wand – schaffte mit einer 82, dem höchsten Break im Finale, den Anschluss. Eine 53 im sechsten Frame reichte aber noch nicht aus, um den Ausgleich perfekt zu machen. Walden kämpfte sich mit drei erfolgreichen Snookern wieder in den Bereich des möglichen Framegewinns. Letztendlich holte sich Ding aber den Frame auf die Farben. Im Decider genügte dem Chinesen eine Chance, um daraus das siegbringende 74er-Break zu erzielen.

Im Turnierverlauf musste Ding bereits zweimal ein drohendes Aus abwenden. Nach seinem knappen 4-3-Erfolg über Peter Lines in Runde drei lag der 28-Jährige aus Wuxi im Viertelfinale gegen Zhang Anda mit 2-3 zurück, drehte die Partie aber noch. In der Vorschlussrunde hatte Ding gegen Jimmy Robertson mit 4-2 das bessere Ende für sich. Walden erreichte das Finale relativ unbeschadet durch ein 4-1 gegen Robert Milkins. Für Zhang könnte sich der Einzug ins Viertelfinale auch in Sachen Klassenerhalt lohnen. Sollte er es nicht am Saisonende unter die Top 64 der Weltrangliste schaffen, wäre er aktuell einer von zwei Kandidaten für eine neue Tour Card.

Ebenfalls Hoffnung machen kann sich Leo Ferrnandez: Der ehemalige Profi war als Amateur nach China gereist und schlug u.a. Matthew Selt, Li Hang und Tian Pengfei auf dem Weg ins Viertelfinale. Erst gegen Walden war hier für den 39-jährigen Iren Schluss. Neben Zhang ist er der zweite Spieler mit großen Chancen auf eine Tour Card über die Asian Tour Order of Merit. Nachdem die ersten beiden Termine der diesjährigen Turnierserie abgesagt wurden, sieht es im Moment danach aus, dass die Haining Open das einzige Event der Asian Tour 2015/16 sind. Möglicherweise ist es auch das vorerst letzte, da die Zukunft dieses Turnierformats zurzeit in den Sternen steht.

Neben Ding ist auch Walden sicher für die Players Championship im kommenden März qualifiziert. Das Teilnehmerfeld der besten 32 Spieler aus European und Asian Tour setzt sich in dieser Spielzeit aus den Top 24 der European Tour und den Siegern sowie Finalisten der Asian Tour Events zusammen. Die restlichen Plätze werden über die kombinierte Rangliste aus European und Asian Tour ermittelt. Ding gibt sich mit dem Turniersieg ebenfalls noch eine Außenseiterchance auf eine Teilnahme beim Champion of Champions. Als derzeit 16. Platz auf der Einladungsliste muss der Chinese nun darauf hoffen, dass sowohl der International als auch der Bulgarian Open Champion schon für das Turnier qualifiziert sind.


AutorIn: Michael

Interessiert sich für Sport abseits des Mainstreams (überwiegend Snooker und andere Billardvarianten sowie Darts), gelegentlich aber auch für Bekannteres (wie Fußball). Versucht sich manchmal selbst daran (mit mäßigem Erfolg). Bevorzugt daher stundenlange Live-Übertragungen und Durchstöbern von altem Videomaterial, Büchern und Magazinen.

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