Neues Turnier in Saudi Arabien

Logo Turnier in Saudi Arabien, das Saudi Arabia Snooker Masters
Das Saudi Arabia Snooker Masters wird das erste Turnier in Saudi Arabien © World Snooker/Tai Chengzhe

Im Oktober 2020 wird erstmals ein Snooker-Turnier in Saudi Arabien ausgetragen, das Saudi Arabia Snooker Masters. Dem Gewinner winkt ein Preisgeld von satten £500 000, genausoviel wie der Weltmeister 2020. Insgesamt beträgt das Preisgeld 2,5 Millionen Pfund.

Der Modus ist derselbe, der noch vor einigen Jahren bei der WM gespielt wurde. Es nehmen alle 128 Spieler der Main Tour teil, in Runde eins Platz 65–128, in Runde zwei Platz 33-64 gegen die Gewinner der ersten Runde. Ab der dritten Runde steigen die Top 32 ins Rennen ein.

Interessanterweise erhalten die Verlierer der ersten Runde Preisgeld, auch wenn es nicht zur Rangliste addiert wird. Das macht es natürlich für niedrigplatziere Spieler attraktiver, die Reise auf sich zu nehmen.

Ein Turnier in Saudi Arabien? Ernsthaft?

Ob ein Land wie Saudi Arabien der richtige Ort für so ein Event ist, dürfen wir uns ruhig fragen. Und uns heimlich oder unheimlich wünschen, dass auch Frauen Zutritt haben. Wir dürfen uns auch darüber Sorgen machen, dass so ein Preisgeld nicht nur Turniere wie das German Masters und das Paul Hunter Classic immer unattraktiver für die Spieler*innen macht. Sondern auch, dass die Rangliste dadurch völlig verzerrt wird, wenn für ein Sieben-Tage-Event über kurze Distanzen dasselbe Geld ausgeschüttet wird wie bei der WM. Und dass wir befürchten, dass die Spiele vor leeren Tribünen stattfinden, wie wir es auch China kennen.

Wir können uns aber auch sagen, dass es hier nicht um Gerechtigkeit, Menschenrechte oder die Schönheit des Spiels geht. Auch in der Vergangenheit sind wir ja alles andere als glücklich mit bestimmten Entscheidungen von World Snooker gewesen.

Dieses Turnier zeigt allerdings auch mehr als eine leichte Kehrtwende in Barry Hearns Strategie, so gut wie alle Turniere im Flat-Draw spielen zu lassen. Wenn sich hier die Sponsoren (anscheinend) gegen den Wendehals Hearn durchgesetzt haben, um die Top-Spieler sicher in den späten Runden des Turniers zu sehen, werden vielleicht andere dem Beispiel folgen.

Wir haben jedenfalls aus den vielen oben erwähnten und noch anderen Gründen Bauchschmerzen und werden das Turnier nicht weiter verfolgen.

Quelle: World Snooker

AutorIn: Lula Witzescher

Lula Witzescher (genderqueer), im Netz auch bekannt als Dark Mavis *Lady*. Sucht für den Roman „Belinda to break“ einen Verlag. Streitet im Netz für alle Formen von equality. Hält die Butthole Surfers für die beste Band der Welt. www.twitter.com/lulawitzescher

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