Änderungen bei der WM-Qualifikation, mehr Tourkarten, Millionenbonus für 147

Änderungen bei der WM-Qualifikation durch Barry Hearn
Barry Hearn, der bei World Snooker das Sagen hat. © World Snooker/Tai Chengzhe

Wie immer während der WM hat Barry Hearn auch in diesem Jahr eine Pressekonferenz gegeben und unter anderem Änderungen bei der WM-Qualifikation verkündet.

Änderung bei der WM-Qualifikation zurück zum Setzlisten-System

Die nicht automatisch für die Endrunde im Crucible Theatre qualifizierten Spieler_innen steigen jetzt abhängig vom Ranglistenplatz in die Qualifikation ein:

Platz 81–128 plus 16 Amateure in Runde eins
Platz 49–80 in Runde zwei
Platz 17–48 in Runde drei
In Runde vier spielen die Gewinner_innen aus Runde drei die 16 Teilnehmer_innen an der WM-Endrunde aus.

Am Anfang der Qualifikation wird es also etwas ausgeglichenere Matches geben. Während die besser Platzierten nur noch zwei statt drei Runden spielen müssen, wird der Weg für Amateure und alle vom hinteren Ende der Rangliste um zehn Frames länger.

16 Tourkarten durch die Q-School

Die Anzahl der über die Q-School verteilten Tourkarten steigt auf 16. Wer in einem der drei Events das Halbfinale erreicht, erhält eine Zwei-Jahres-Tourkarte. Die restlichen vier Karten gehen an die vier höchstplatzierten Personen in der Q-School-Rangliste.

Am 6. Mai verkündete Hearn eine asiatische Q-School, die am Ende der Saison 2019/2020 parallel zur traditionellen Q-School ausgetragen werden soll. Weitere Informationen, zum Beispiel über Tourkarten, die dort verteilt werden, liegen nicht vor.

Statt einer weiteren Aufstockung der Q-School-Karten hätten unserer Meinung nach lieber welche zusätzlich in die Challenge Tour fließen können.

Millionentopf für Maximum-Breaks

Bisher wurden bei jedem Turnier 5.000 £ in einen Topf gezahlt, der dann bei einem Maximumbreak ausgeschüttet wurde. Zukünftig gibt es einen Topf mit einer Million £ pro Saison. Diese wird aber nur an die Spieler ausgezahlt, wenn insgesamt mindestens zwanzig 147 gespielt wurden.

Das hört sich danach an, als sollte es kein Preisgeld zusätzlich zum Preis für das höchste Turnierbreak für Maximumbreaks mehr geben. Denn wie wahrscheinlich ist es wohl, dass statt des bisherigen Rekords von 13 pro Saison die geforderten 20 erreicht werden? Wir würden sagen: genauso wahrscheinlich wie der Gewinn der Home Nations Serie durch einen Spieler. Wahrscheinlich ist es deshalb auch ein und dieselbe Million die hier für den mehr als unwahrscheinlichen Fall „bereitgehalten“ wird. Aber das haben wir ja lange auch über die Vier-Schanzen-Tournee gesagt und jetzt passiert das dauernd …

Weitere Ankündigungen

Jimmy White bekommt für weitere zwei Jahre eine Ehren-Tourkarte, Betfred bleibt bis 2021 Sponsor der WM und das Preisgeld für die WM 2020 erhöht sich auf 2,4 Millionen £ inklusive einer halben Million für den Sieger.

World Cup

Der World Cup wird für die nächsten zehn Jahre zweijährlich in Wuxi, China ausgetragen. In diesem Jahr wird das vom 24. bis 30. Juni sein. 24 Zwei-Mann-Teams aus 23 Nationen (als veranstaltende Nation geht China mit zwei Teams an den Start). Das Preisgeld beträgt $800 000. Die Teams werden nach der Q-School bekanntgegeben.

Coral Cup und Home Nations Turniere

Wer in allen drei Coral-Turnieren das meiste Preisgeld und damit den Coral Cup gewinnt, erhält zusätzlich eine Prämie von 100 000 £. Dafür fällt die Prämie für den Gewinn aller drei Turniere weg. Diese Neuerung ist definitiv eine Verbesserung, da die Prämie nun auf jeden Fall ausgeschüttet wird.

Künftig erhalten auch die Verlierer der ersten Runde der Coral Serie ein Preisgeld, welches allerdings nicht zur Rangliste hinzugezählt wird. Auch das ist eine begrüßenswerte Neuerung.

Bei den Home-Nations-Turnieren sind statt 16 zukünftig 32 Spieler gesetzt, die anderen werden nach Zufallsprinzip zugelost.

High Break Preis

Zukünftig wird kein Unterschied mehr zwischen den in der Qualifikation und in der Hauptrunde gespielten Breaks mehr gemacht. Das Preisgeld für das höchste Break wird erhöht.

Langsames Spiel und Toilettenpausen

Wenn langsames Spiel und strategische Toilettenpausen dazu dienen, das Spiel des Gegners zu stören, dann ist das natürlich nicht die feine englische Art. Deshalb stehen diese Themen immer wieder zur Diskussion. Beides soll jetzt weiter beobachtet werden. Die durchschnittlichen Stoßzeiten gelten als Grundlage dafür, um durch das Schiedspersonal dafür zu sorgen, dass auch die Spieler am Ende der Liste schneller werden. (Eigentlich unlogisch, denn wenn ein Spieler generell mehr als 30 Sekunden braucht, ist es wohl eher kein taktisches Mittel, sondern Stil/Gewohnheit/mangelnde Fähigkeiten.) Für die Toilettenpausen soll ein Regelwerk in Zusammenarbeit mit der Spielerkommission erarbeitet werden.

Quellen: World Snooker und More Announcements from Barry Hearn.

AutorIn: Lula Witzescher

Lula Witzescher (genderqueer), im Netz auch bekannt als Dark Mavis *Lady*. Tanzt und performt im Nebenberuf, spielt Poi, schreibt sporadisch Geschichten (hat im letzten Jahr den Roman „Belinda to break“ fertiggestellt, sucht dafür jetzt einen Verlag). Streitet im Netz für alle Formen von equality. Hält die Butthole Surfers für die beste Band der Welt. Persönlich häufig am Magic Mountain Berlin anzutreffen. Hasst Ronnie O'Sullivan nicht, entgegen anderslautender Behauptungen. Schreibt für diesen Blog, um die deutschsprachige Snookergemeinde darüber zu informieren, was in anderen Medien unerwähnt bleibt. www.twitter.com/lulawitzescher

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