World Women’s Snooker Tour wird offizielles Qualifikationsevent für Main Tour

Ng On Yee und Reanne Evans vor dem Finale des Women's Masters der World Women's Tour
Ng On Yee und Reanne Evans vor dem Finale des Women's Masters 2019. © World Women's Snooker

Zum feministischen 8. März war es endlich soweit, worauf wir schon lange gewartet haben: Die besten Frauen World Women’s Snooker Tour erhalten offizielle Starterlaubnis für die Snooker Main Tour.

Die WPBSA, unter deren Dach die World Women’s Snooker Tour angesiedelt ist, einigte sich mit World Snooker Tours auf Folgendes:

  • Zwei World Snooker Tour Karten (für zwei Jahre) – für die ersten beiden Spielerinnen der WWS-Rangliste, für 2021/2022 sind das Reanne Evans und Ng On Yee.
  • Zwei Plätze bei der Weltmeisterschaft – für die ersten beiden Spielerinnen der WWS-Rangliste, auch hier Evans und Ng.
  • Ein Platz beim Champion of Champions – für die amtierende Weltmeisterin

Dabei handelt es sich nicht um Wildcards, wie sie etwas Stephen Hendry, Jimmy White, James Wattana oder Ken Doherty in der Vergangenheit bekommen haben. Vielmehr ist die World Women’s Snooker Tour damit ein offizielles Qualifikationsevent für die Main Tour. Wir haben uns schon lange gefragt, warum die Frauen nicht wie die Asien-Meister, Europameister und Afrikameister automatisch Tour-Karten bekommen. Denn auch bei diesen Karten geht es darum, die Bereiche im Snooker zu stärken, die noch keine starke Präsenz auf der Tour haben.

Gute Entwicklung der World Women’s Snooker Tour durch Pandemie gestoppt

In den letzten Jahren hat die Frauentour große Schritte vorwärts gemacht. Die Qualität und die Menge der Turniere wuchs stetig. Besonders die beiden Weltmeisterschaften in Singapur und Thailand fanden an exquisiten Orten unter hochprofessionellen Bedingungen statt. Für mehrere Events wurde neben einem Live-Scoring auch ein Live-Stream angeboten. Im Hinblick auf das Sichtbarmachen von Frauen am Snookertisch, um auch Mädchen und junge Frauen an die Tische zu holen, war das besonders wichtig. Aber auch eine deutliche Anhebung der Preisgelder war ein Schritt in die richtige Richtung. Auch wenn das Niveau immer noch lächerlich gering schien im Gegensatz zur Main Tour.

Doch WPBSA Chairman Jason Ferguson hatte sich den stabilen Aufbau einer Frauentour zur Aufgabe gemacht, der er sich mit viel Engagement widmete. Leider wurden die Bemühungen jäh gestoppt, als die Corona-Pandemie die Tour zum Erliegen brachte. Anders als World Snooker Tours hatte die Frauen-Tour einfach nicht die Mittel, um coronakonforme Turniere durchzuführen. Deshalb ist der Schritt jetzt auch so wichtig, damit wenigstens die Spitze der Weltrangliste die Chance hat, ihren Sport auszuüben.

Das Missverständnis von den ‚gleichen Chancen‘

Auf Social Media wurde die Nachricht fleißig kommentiert. Viele gratulierten und freuten sich über die Entscheidung, weil sie begriffen haben, worum es geht.

Doch natürlich gab es auch wieder die anderen. Die, die es nicht verstehen wollen. Die rumposaunen, dass Frauen sich gefälligst ‚ordentlich qualifizieren‘ sollen. Die glauben, die Frauen würden hier unangemessen bevorzugt werden. Die behaupten, Frauen hätten doch EXAKT die gleichen Chancen wie Männer Oder die, die die olle Kamelle von Reanne Evans sieglosem Tourauftritt vor einigen Jahren aus der Mottenkiste holten, als hätte sie seitdem nichts verändert. Leute, sie hat seitdem sogar ohne auf der Tour zu sein MÄNNLICHE Spieler besiegt.

Zum Glück war ich heute erst ganz spät auf Twitter und habe deshalb die meisten enervierenden Diskussionen verpasst. (Argumentiert habe ich ja schon vor Jahren an anderer Stelle.)

Meine liebste Kölner Katze hat es schön auf den Punkt gebracht:

Die Erklärung im englischen Original auf der Seite der WPBSA.

AutorIn: Lula Witzescher

Lula Witzescher (genderqueer), im Netz auch bekannt als Dark Mavis *Lady*. Sucht für den Roman „Belinda to break“ einen Verlag. Streitet im Netz für alle Formen von equality. Hält die Butthole Surfers für die beste Band der Welt. www.twitter.com/lulawitzescher

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