WGP: Ryan Day gewinnt die Schlacht um Gelb

Ryan Day
Ryan Day © Monique Limbos

Der Waliser Lokalmatador zieht nach einem hochklassigen und hochdramatischen 4-3-Erfolg gegen John Higgins ins Viertelfinale ein. Ein Bericht von Dirk Thomas.

Beide Spieler feuerten sich bis zum Entscheidungsframe abwechselnd hohe Breaks um die Ohren. Im Decider drehte sich dann im Endspiel auf die Farben alles um den gelben Ball: Higgins hatte 21 Punkte Vorsprung, kam jedoch hinter Schwarz gesnookert an den Tisch. Erst im dritten Versuch gelang ihm der Kontakt mit Gelb. Der Waliser startete darauf einen sehr ambitionierten Lochversuch und verschoss. Doch Higgins konnte die Vorlage nicht nutzen und erst nach einigen weiteren Fehlversuchen konnte Ryan Day alle Farben zum Sieg abräumen.

Ganz im Gegensatz dazu machte Ding Junhui mit Peter Ebdon kurzen Prozess: drei Breaks über 60 Punkte und ein konzentriert zu Ende gespielter vierter Frame führten den Chinesen zu einem glatten 4-0-Sieg.

Der amtierende Weltmeister Stuart Bingham gewann mit 4:2 gegen einen Judd Trump, der durch eine Mandelentzündung beeinträchtigt am Tisch stand: Seine sonst so gewohnt stabile Form in Sachen Lochsicherheit konnte er in keiner Phase der Partie zeigen. Durch mehrere kleine Unaufmerksamkeiten ließ Bingham ihn zwar noch mal in Frame 5 ins Spiel kommen, aber nur, um im nächsten Frame von einer Harakiri-Aktion Trumps zu profitieren und den Sieg klarzumachen.

Die größte Überraschung des Tages lieferte der Thailänder Thepchaiya Un-Nooh: nach einem 0-2-Rückstand gegen den Nordiren Mark Allen holte er die nächsten Frames in überzeugender Marnier zum 4-2 Endstand.

Klare Verhältnisse in den Abend-Begegnungen

Das mit Spannung erwartete Spiel von Shaun Murphy gegen Martin Gould hielt nur in den ersten beiden Frames das, was es versprach. Im dritten Frame verschoss Gould im Endspiel auf die Farben die Gelbe und ruinierte seinen Comeback-Versuch in diesem Frame. Danach schien er „von der Rolle“, besonders in Sachen Stellungsspiel. Die daraus resultierenden „alles-oder-nichts“-Bälle wollten auch nicht fallen. So gewann Murphy ziemlich klar mit 4:1.

Mit dem gleichen Ergebnis setzte sich Joe Perry gegen Kyren Wilson durch. Dass „Gentleman Joe“ in drei seiner vier gewonnenen Frames seinem Gegner keinen einzigen Punkt ließ, verdeutlicht die Qualität von Perrys Spiel.

Noch klarer segelte „Captain“ Carter ins Viertelfinale: Tom Ford, der am Vortag noch den Weltranglistenersten Mark Selby besiegt hatte, bekam nur in Frame drei eine Chance. Doch auch diese konnte er nicht nutzen und ging in kaum mehr als einer Stunde Spielzeit mit 4-0 unter. Auch bei Ford war durch eine Infektion geschwächt ins Spiel gegangen.

Michael Holt konnte gegen Liang Wenbo seine gute Leistung vom Dienstag nicht wiederholen. Er konnte zwar mit einem guten Break in Frame fünf noch seinen Rückstand auf 2-3 verkürzen, doch es gelang ihm nicht mehr, einen Entscheidungsframe zu erzwingen. Liang Wenbo spielte durchgehend besser und gewann mit einer abschließenden 71 mit 4-2.

Die Viertelfinal-Begegnungen am 11. März:

Ryan Day–Stuart Bingham
Thepchaiya Un-Nooh–Ding Junhui
Allister Carter–Joe Perry
Shaun Murphy–Liang Wenbo


AutorIn: Lula Witzescher

Lula Witzescher, im Netz auch bekannt als Dark Mavis Lady. Ist im Nebenberuf Tänzerin und Performerin, Poi-Spielerin, sporadische Autorin (hat gerade ihren Roman „Belinda to break“ fertiggestellt, wofür sie jetzt einen Verlag sucht). Streitet im Netz für alle Formen von equality. Hält die Butthole Surfers für die beste Band der Welt. Persönlich trifft man sie häufig am Magic Mountain Berlin. Ist keine Ronnie-O'Sullivan-Hasserin, entgegen anderslautender Behauptungen. Schreibt für diesen Blog, um die deutschsprachige Snookergemeinde darüber zu informieren, was in anderen Medien unerwähnt bleibt. www.twitter.com/lulawitzescher

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