WGP: Ding Junhui gewinnt das asiatische Spitzenspiel

Ding Junhui
Ding Junhui © Monique Limbos

Weltklasse-Begegnungen am Viertelfinal-Tag beim „World Grand Prix“ in Wales. Nach einigen Überraschungen stehen nun doch mit Ding, Murphy, Perry und Bingham vier Top-12-Spieler im Halbfinale. Ein Bericht von Dirk Thomas.

Ding, einer der berühmtesten Sportler in seinem Heimatland China und ehemalige Weltranglisten Nr.1, ist in dieser Saison auf Platz 12 der Weltrangliste zurückgefallen. Umso überraschender war war es zu sehen, dass er in einer der besten Begegnungen in diesem Jahr wieder zu seinem Weltklasse-Spiel zurückgefunden hat. Thepchaiya Un-Nooh zwang ihn allerdings auch dazu, das Beste aus sich herauszuholen: der Thailänder war mit einer überzeugenden Vorstellung mit 3-1 in Führung gegangen. Doch Ding erzwang durch Breaks von 51 und 65 Punkten den Entscheidungsframe. Und auch hier ließ er seinem 30jährigen Gegner nicht eine Chance und gewann eine begeisternde Begegnung mit einem Century

Zwei Spieler, die mit ihren Gegnern in den vorangegangenen Partien noch kurzen Prozess machten, traten im zweiten Viertelfinale gegeneinander an. Joe Perry und Ali Carter spielten anfangs nicht spektakulär, aber verlässlich: Perry legte vor, Carter zog nach, doch ab Frame 3 drehte „Gentleman Joe“ auf: er zog mit zwei frameentscheidenden Breaks dem „Captain“ auf 3-1 davon. Carter, dessen Morbus Crohn ihm aktuell gesundheitlich wieder verstärkt zusetzt, hatte im fünften Frame zwar seine Chance, konnte sie aber nicht mehr nutzen.

Einseitige Sache bei Murphy–Liang

Richtig spannend wurde es nicht im Spiel Shaun Murphy–Liang Wenbo: Murphy gewann 4-0, Spielzeit weniger als 60 Minuten. Noch Fragen?

Das Spannungselement im letzten Spiel der dritten Runde lag für den Zuschauer eher in der Frage: wann wird wieder verschossen? Der amtierende Weltmeister Stuart Bingham und der Lokalmatador Ryan Day waren heute weit von ihrer Bestform entfernt. Den Ausschlag für Binghams 4-2-Erfolg gab seine Erfahrung, auch in Drucksituationen die Ruhe zu bewahren und die richtigen Entscheidungen zu treffen. So konnte er jeweils zum Ende der letzten drei Frames Breaks von mehr als 60 Punkten auf den Tisch bringen.

Halbfinale – im Format „Best of 11“

Stuart Bingham–Joe Perry
Shaun Murphy–Ding Junhui


AutorIn: Lula Witzescher

Lula Witzescher, im Netz auch bekannt als Dark Mavis Lady. Ist im Nebenberuf Tänzerin und Performerin, Poi-Spielerin, sporadische Autorin (hat gerade ihren Roman „Belinda to break“ fertiggestellt, wofür sie jetzt einen Verlag sucht). Streitet im Netz für alle Formen von equality. Hält die Butthole Surfers für die beste Band der Welt. Persönlich trifft man sie häufig am Magic Mountain Berlin. Ist keine Ronnie-O'Sullivan-Hasserin, entgegen anderslautender Behauptungen. Schreibt für diesen Blog, um die deutschsprachige Snookergemeinde darüber zu informieren, was in anderen Medien unerwähnt bleibt. www.twitter.com/lulawitzescher