Well (s)potted: Lulas German Masters (1)

Tribüne 1. Tag 2014
Wahrscheinlich werden auch in diesem Jahr die Oberränge am ersten Tag weitgehend leer bleiben. © Lula Witzescher

Matches to watch für den ersten Tag: Mittwoch, 4. Februar

Um 15 Uhr geht’s los. Ursprünglich hatte ich mich auf einen vollen Tag mit drei Sessions vorbereitet, aber da in diesem Jahr in Berlin eine Runde weniger gespielt wird, wurde die 10-Uhr-Session gestrichen. Darüber habe ich in meiner Vorschau schon ausführlich rumgememmt. Statt der parallelen acht Spiele gibt es dieses Mal also nur drei beziehungsweise fünf Partien gleichzeitig. Die zweite Runde und das Viertelfinale werden an vier Tischen ausgespielt.

Eine Übersicht über alle Spiele gibt es hier. Mein erstes „Match to watch“ ist Martin Gould gegen Ashley Carty. Ein Auge werde ich nebenbei auf den TV-Tisch haben, an dem wohl Anthony McGill gegen Mark Selby spielen werden. Und zu John Higgins gegen Peter Ebdon wechsle ich anschließend, denn wie wir Ebdon mit seiner gemächlichen Spielweise kennen, werden die beiden wohl am Längsten brauchen.

15 Uhr
Martin Gould:
bekannt aus dem World-Snooker-Video mit Sean O’Sullivan, #27 der aktuellen Setzliste*. Hat bisher keine großen Erfolge auf seinem Konto.
Ashley Carty: bekannt aus der Qualifikation zu den German Masters, der einzige Amateur in der Hauptrunde des Turniers. Für Wetten auf einen Sieg von Ashley Carty gibt es zurzeit die Höchstquote von 4.05. Wir haben hier auf SnookerPRO ein Auge auf ihn.
Meine Erwartung: Analytische Attacke gegen frische Wundertüte.

Abends fällt die Wahl schon etwas schwerer. Xiao Guodong gegen Liam Highfield hat dabei für mich das größte Fragezeichen und ich werde versuchen, auch etwas von diesem Spiel zu sehen. Meine Wahl für das „Match to watch“ ist allerdings auf die Partie Judd Trump gegen Michael Holt gefallen.

20 Uhr
Judd Trump:
#7 der aktuellen Setzliste*, spielt Stöße, die ich nicht verstehe. Auch bekannt als der, der den Sack nicht zumacht; immer gut für Comebacks, um anschließend trotzdem zu verlieren. Hat allerdings in dieser Saison die Australian Open (im Finale gegen Neil Robertson!) gewonnen. War im letzten Jahr Finalgegner von Turniersieger Ding Junhui.
Michael Holt: genannt „Hitman“, ich würde ihn als „Terrier“ bezeichnen und dabei an Berti Vogts denken. Nein, doch nicht, eher an sein Spiel gegen Alan McManus bei den letzten German Masters. #23 der aktuellen Setzliste*, hat in 18 Profijahren noch nix wirklich gerissen.
Meine Erwartung: Unberechenbare Genialität gegen bodenständige Hartnäckigkeit.

Zwischen den Sessions werde ich hoffentlich meine geplante Fanbefragung duchführen können. Die mir wichtigsten Fragen dabei sind:
a) Welchen Spieler möchtest du am liebsten live erleben?
b) Könntest du dir vorstellen, einen Job zu machen, bei dem du nicht genug Geld verdienst, um davon zu leben?

Fühlt euch frei, mir in den Kommentaren zu antworten oder mich im Tempodrom zum Interview zu treffen. Einfach eine Nachricht an lw(at)snookerpro(dot)de!


*Die Setzliste wird nach jedem Ranking-Cut-Off neu berechnet und ist nicht identisch mit der Weltrangliste, die nach jedem Turnier neu gebildet wird.


AutorIn: Lula Witzescher

Lula Witzescher, im Netz auch bekannt als Dark Mavis Lady. Ist im Nebenberuf Tänzerin und Performerin, Poi-Spielerin, sporadische Autorin (hat gerade ihren depressiven Snookerroman „Belinda to break“ fertiggestellt, wofür sie jetzt einen Verlag sucht). Streitet im Netz für alle Formen von equality. Hält die Butthole Surfers für die beste Band der Welt. Persönlich trifft man sie häufig am Magic Mountain Berlin. Ist keine Ronnie-O'Sullivan-Hasserin, entgegen anderslautender Behauptungen. Schreibt für diesen Blog, um die deutschsprachige Snookergemeinde darüber zu informieren, was in anderen Medien unerwähnt bleibt. www.twitter.com/lulawitzescher