UK Championships schon ohne Titelverteidiger

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Einer zu viel auf dem Bild: Robertson ist raus. © World Snooker

Für viele hat das Turnier noch gar nicht richtig angefangen, denn Fernsehbilder gibt es erst ab Runde zwei, also ab morgen. Aber in Runde eins der UK Championship, die am Dienstag in York startete, gab es schon einiges an Drama. 18 der 64 Erstrundenpartien wurden von den niedriger rangierenden Spielern gewonnen. Der frischgekrönte Mark King gehört ebenso zu den Favoritenverlierern wie Kyren Wilson, Thepchaiya Un-Nooh, Peter Ebdon, Matthew Selt, Ken Doherty und Jack Lisowski.

Der prominenteste Name auf der Liste der höherplatzierten Spieler, die in Runde eins schon die Segel streichen mussten, ist allerdings Titelverteidiger Neil Robertson. Ein stark spielender Peter Lines, der nach dem Verlust seines Tourplatzes als Amateur antrat, gewann relativ komfortabel mit 6-3 gegen einen angeschlagen wirkenden Robertson. Manche sprechen hier schon nicht mehr von Formtief, sondern von Krise. Dem mag ich mich nicht anschließen, denn mein Eindruck aus Dave Hendons Podcast ist, dass Neil Robertson sich nicht so schnell erschüttern lässt. (Es sei denn, er hat sein Spielzeug nicht dabei. Aber hört besser selbst…)

Was Peter Lines nach dem Spiel zu sagen hatte, könnt ihr im Video sehen. Oder in diesem spannenden Interview nachlesen. Er erzählt doch auch etwas darüber, was es für Oliver und ihn heißt, als Vater & Sohn auf der Tour zu sein.

Knapp geschafft

Andere haben sich auch schwer getan, haben aber trotz einiger Mühen die nächste Runde erreicht. Manchmal sind ja diejenigen, die in der ersten Runde beinahe rausgeflogen sind, am Ende die Sieger. Wenn da etwas Wahres dran ist, dann kommen Ding Junhui und Alan McManus ins Finale. Ersterer führte schon 4-1 gegen Igor Figueiredo, der dann aber mit vier Framegewinnen 5-4 in Führung ging. Ding glich aus. Im Entscheidungsframe lag er schon 61 Punkte zurück, doch konnte er sich mit einer 74 über die Ziellinie retten. ’Angles‘ McManus lag 0-5 gegen Michael Wild zurück und gewann dann sechs Frames in Folge zum Einzug in die zweite Runde – den letzten mit einem 130er Break. Auch Anthony McGill (18) brauchte gegen Craig Steadman (111) einen Entscheidungsframe.

Klare Sache

Etwas leichter taten sich Stuart Bingham, Barry Hawkins, Ricky Walden, Luca Brecel und Kurt Maflin, die alle ihre Spiele zu Null gewannen . Auch ’The Rocket‘ O’Sullivan machte seinem Namen mal wieder alle Ehre, als er gegen den 21jähringen Thailänder Boonyarit Kaettikun, der ganz am Ende der Weltrangliste steht, in 56 Minuten 6-0 gewann. Er machte dabei 129, 106, 103, 90, 80 und 63 Punkte, der Endstand betrug 600-25.

Doch auch Weltmeister Mark Selby, der „Beinahe-eine-Million-Pfund-Mann“ Liang Wenbo und European Masters Champion Judd Trump zogen ungefährdet in die zweite Runde ein, ebenso wie Shaun Murphy, John Higgins und Michael Holt.

Die zweite Runde beginnt morgen um 14 Uhr mit den ersten acht Partien, weiter geht es um 20 Uhr. Dann wird es auch endlich Fernsehbilder geben. Und alle Turnierinfos gibt es hier.


AutorIn: Lula Witzescher

Lula Witzescher, im Netz auch bekannt als Dark Mavis Lady. Ist im Nebenberuf Tänzerin und Performerin, Poi-Spielerin, sporadische Autorin (hat gerade ihren Roman „Belinda to break“ fertiggestellt, wofür sie jetzt einen Verlag sucht). Streitet im Netz für alle Formen von equality. Hält die Butthole Surfers für die beste Band der Welt. Persönlich trifft man sie häufig am Magic Mountain Berlin. Ist keine Ronnie-O'Sullivan-Hasserin, entgegen anderslautender Behauptungen. Schreibt für diesen Blog, um die deutschsprachige Snookergemeinde darüber zu informieren, was in anderen Medien unerwähnt bleibt. www.twitter.com/lulawitzescher