Überraschung! David Gilbert und Duane Jones im Halbfinale

Duane Jones auf dem Weg ins Halbfinale
Duane Jones nur noch dieses kleine Break entfernt vom Halbfinale. © Lula Witzescher

Duane Jones, in der Weltrangliste auf Rang 90 geführt, hat das Halbfinale des German Masters 2019 erreicht. Er gewann im Viertelfinale gegen Ding Junhui mit 5–3. Nach seinem bärenstarken Auftritt kam er kaum aus der Halle! Es gab einen regelrechten Ansturm auf Fotos und Autogramme. Und dann gab er direkt an dem Tisch, an dem er heute gegen David Gilbert antreten wird, ein Interview.

Neben dem ganz normalen „over the moon, can’t believe it“ erzählte er davon, wie es für ihn ist, auf der Main Tour zu sein. „Ich habe wie ein Verrückter trainiert. Ich weiß, dass ich gut in Form bin und mein Spiel auf einem guten Niveau. Aber wenn ich bei Turnieren auf Top-Player treffe, dann zeige ich es nicht. Es ist so frustrierend, denn ich investiere so viel in das Spiel.“ Es war gestern echt schön, mitzuerleben, dass sich diese Arbeit nun auszahlt. Auch wenn er meint, die Leute im Tempodrom wären nur auf seiner Seite, weil er der Underdog ist: Mich begeistert, was er hier am Tisch gezeigt hat. Und zudem ist es wohl seine sympathische Art, die ihn zum Publikumsliebling macht.

Er trifft heute um 14 Uhr im Halbfinale auf David Gilbert.

David Gilbert mit starker Form ins Halbfinale

Auch Rekord-Maximum-Mann David Gilbert steht nach zwei tollen Spielen gestern im Halbfinale. Nachdem er am Nachmittag mit einer 139 das bisher höchste Break im Turnier spielte, zeigte er auch am Abend bei seinem 5–3 gegen Neil Robertson wieder seine Breakbuilding-Qualitäten. Erst glich er seinen 1–3-Rückstand mit einer 57 und einem Century aus, dann spielte er trotz eines ziemlich verkorksten Bildes eine framegewinnende 62. Im letzten Frame reichten 50 Punkte zum Sieg.

Am Nachmittag hatte er sich mit Mark Selby einen hochklassigen Kampf geliefert, der angemessenerweise in einem Entscheidungsframe gipfeln musste. Ich habe keine Ahnung, wie lange der dauerte, aber es ist nicht oft so, dass nahezu das gesamte Publikum ausharrt, obwohl alle anderen Tische schon fertig sind. Das Pendel schlug in diesem Frame so oft zugunsten des einen oder anderen Spielers um, dass ich nich umhin kann, zur Floskel „Wechselbad der Gefühle“ zu greifen.

Kyren Wison schickt Mark Williams nach Hause

Im abendlichen Viertelfinale bescherte Kyren Wilson dem Weltmeister sogar einen Whitewash und musste sich dabei nicht einmal richtig anstrengen. Warum Williams nach seinem starken Auftritt in der Runde davor so abbaute, könnte hiermit erklärt werden.

Warum ihm das aber immer wieder passiert, ist ein Rätsel. Oder auch nicht. Er ist ja durchaus für seine Sparsamkeit berühmt … aber er sollte doch mal in seine Ausstattung investieren.

Stephen Maguire stark gegen schwachen Judd Trump

Mit einem 5–2 gegen Trump erreicht Stephen Maguire zum dritten Mal in dieser Saison ein Halbfinale. Dafür reichte ihm eine solide Leistung mit vier 50+ Breaks, denn Trump zeigte so gut wie nichts von seiner Form, die er noch im Spiel gegen Yan Bingtao an den Tag gelegt hatte.

Stephen Maguire und Kyren Wilson bestreiten heute Abend um 20 Uhr ihr Halbfinale. Alles im Überblick hier.

Abschied vom 5-Tisch-Set-up

Die Session den Viertelfinals ist immer etwas ganz Besonderes. Vier hochkarätige Spiele gleichzeitig und das Tempodrom schon gut gefüllt. Die Unterränge platzen gestern schon aus allen Nähten, nur im Oberrang fanden sich noch leere Plätze. Wenn heute die anderen vier Tische verschwunden sind und nur noch der eine Tisch in der Mitte steht, dazu dann das ausverkaufte Tempodrom … das ist für die meisten der Höhepunkt. Aber ich musste mich gestern von meiner Lieblingsatmosphäre verabschieden, denn ich bin ein ausgesprochener Fan. Hier mein wehmütiger Blick zurück.

Viertelfinale

Vor dem Viertelfinale. Wer schafft es ins Halbfinale? © Lula Witzescher

Nicht vergessen: Auch Kollegin Kathi ist vor Ort und schreibt. Ihre Berichte findet ihr wie immer in der LochBar. Ihre professionellen Videos aus dem Tempodrom auf Twitter. So wie das hier. Ihr findet es unbequem, den Kopf so zu drehen? Kathi meint, ihr müsstet schon ein paar Opfer bringen. Mein Tipp: im Liegen schauen.

AutorIn: Lula Witzescher

Lula Witzescher (genderqueer), im Netz auch bekannt als Dark Mavis *Lady*. Tanzt und performt im Nebenberuf, spielt Poi, schreibt sporadisch Geschichten (hat im letzten Jahr den Roman „Belinda to break“ fertiggestellt, sucht dafür jetzt einen Verlag). Streitet im Netz für alle Formen von equality. Hält die Butthole Surfers für die beste Band der Welt. Persönlich häufig am Magic Mountain Berlin anzutreffen. Hasst Ronnie O'Sullivan nicht, entgegen anderslautender Behauptungen. Schreibt für diesen Blog, um die deutschsprachige Snookergemeinde darüber zu informieren, was in anderen Medien unerwähnt bleibt. www.twitter.com/lulawitzescher

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