The Jester lacht mal wieder als Letzter

Selby, Layton, Tochter
Der Champion mit seiner Familie. © World Snooker/Tai Chengzhe

Mit 10-7 gewinnt Mark Selby das packende Finale der UK Championship in York gegen Ronnie O’Sullivan. Er holt sich diesen Titel zum zweiten Mal und tritt dem exklusiven Club von lediglich fünf Spielern bei, die innerhalb eines Jahres Weltmeister und UK Champion wurden. Außerdem komplettierte er seine zweite Triple-Crown. Mit dem Gewinnerscheck über £170 000 untermauert er seine ungefährdete Spitzenposition in der Rangliste.

O’Sullivans hatte in einem nächtlichen und nervenaufreibenden Halbfinale gegen Marco Fu gewonnen, der schon wie der sichere Sieger aussah und dann den entscheidenden Frame doch an den Engländer abgeben musste. Dieser began die erste Finalsession mit einem 134er Break, verschoss in der Folge aber einige vermeintlich leichte Bälle. Nach seiner 2-1-Führung gewann Selby mit fünf 50+ Breaks die restlichen Frames der Session zum 6-2.

Große Klasse am Abend

Diese Vorstellung setzte er am Abend fort und zog zum 7-2 davon. Doch O’Sullivan ließ nicht erkennen, dass er das Spiel als verloren sah, sondern er legte noch einmal richtig los. Es folgte ein unglaubliches Spektakel: In acht Frames spielten die beiden jeweils zwei 130+ Breaks, Selby zusätzlich noch ein „einfaches“ Century. Zwischenzeitlich stand es nur noch 8-7 für den amtierenden Weltmeister, der diverse Male Pink auf die Mitte verschoss. Doch in den letzten beiden Frames lagen bei O’Sullivan Genialität und Unvermögen nah beieinander und er konnte seine Chancen nicht nutzen. Selby holte sich den Sieg mit zwei der oben erwähnten Centuries.

Jetzt möchte er erst einmal die Füße hochlegen und sich auf das Masters im Januar konzentrieren. Falls er das gewinnen sollte, wäre er in allen Triple-Crown-Events amtierender Champion. Zu den Scottish Open in der nächsten Woche tritt er nicht an. Doch die Qualifikation (ab Dienstag) für das German Masters 2017 in Berlin wird er spielen.

Ronnie O’Sullivan hat sich eine Position in den Top 16 gesichert. Seinen ersten Saisontitel hat er aber wieder nicht gewinnen können. Er hat allerdings für die Scottish Open gemeldet. Er machte übrigens einen ziemlich enttäuschten Eindruck. Sofort nach der Preisverleihung verschenkte er seine Silbermedaille an jemanden aus dem Publikum. (Ulkigerweise handelte es sich um einen eingefleischten Selby-Fan.)

Eurosport nach dem Spiel mit Kommentaren von O’Sullivan und Selby:

Die Glückliche, die jetzt die Medaille hat, hat schon die ersten Gebote bekommen:


AutorIn: Lula Witzescher

Lula Witzescher, im Netz auch bekannt als Dark Mavis Lady. Ist im Nebenberuf Tänzerin und Performerin, Poi-Spielerin, sporadische Autorin (hat gerade ihren depressiven Snookerroman „Belinda to break“ fertiggestellt, wofür sie jetzt einen Verlag sucht). Streitet im Netz für alle Formen von equality. Hält die Butthole Surfers für die beste Band der Welt. Persönlich trifft man sie häufig am Magic Mountain Berlin. Ist keine Ronnie-O'Sullivan-Hasserin, entgegen anderslautender Behauptungen. Schreibt für diesen Blog, um die deutschsprachige Snookergemeinde darüber zu informieren, was in anderen Medien unerwähnt bleibt. www.twitter.com/lulawitzescher