Snooker kehrt auf die Fernsehbildschirme zurück

Blumengirlande, Trophäe und ein Siegerlächeln: Ding Junhui bei den World Open © World Snooker/Tai Chengzhe

In der letzten Zeit konnten wir fast den Eindruck gewinnen, der groß gefeierte Zehn-Jahres-Deal mit Eurosport wäre nur ein Haufen heißer Luft gewesen. Gefühlt haben wir in dieser Saison mehr auf Snooker gewartet als es entspannt gucken zu können. Andere Sportarten überzogen und die Snookerübertragungen wurden dauernd nach hinten verschoben, manche Spiele wurden mehrmals wiederholt und andere gab es gar nicht zu sehen, Turniere wie das Paul-Hunter-Classic wurden nur im Eurosport-Player und gar nicht im Fernsehen gezeigt … die Liste der Beschwerdegründe wurde letztendlich noch durch die zeitweise schlechte Übertragungsqualität im Player ergänzt.

Vielleicht haben wir aber auch so wenig mitbekommen, weil zwischendurch in unserer (persönlichen) Welt Dinge passiert sind, die Snookergucken an Wichtigkeit doch übertrumpft haben. Bevor nun am Wochenende die UK Ladies Championships in Leeds ausgetragen werden, dicht gefolgt vom European Masters in Lommel/Belgien, das am Montag beginnt, blicken wir kurz zurück und voraus auf das Geschehen am grünen Tisch.

Ding gewinnt World Open

Am letzten Wochenende gewann Ding Junhui das Finale der World Open 2017 in Yushan gegen Kyren Wilson mit 10–3 und holte damit seinen 13. Ranglistentitel. Das Finale war genauso einseitig wie das Ergebnis es vermuten lässt, aber mit dem 6–5 von Kyren Wilson gegen Mark Allen und dem 6–4 von Ding Junhui gegen Luca Brecel hatten wir zwei hochkarätige und hochspannende Halbfinalspiele.

Qualifikation zu den International Championships

Während die letzten beiden Matches noch laufen, können wir konstatieren, dass es nur wenige Überraschungen gegeben hat. Marco Fu musste sich Akani Songsermsawad geschlagen geben, Eden Sharav gewann gegen Michael White und Thepchaiya Un-Nooh verlor gegen Sam Craigie. Mike Dunn (41) kassierte gegen Martin O*Donnell (95) einen Whitewash, aber da er wieder mit gesundheitlichen Problemen zu kämpfen hatte, war das nicht wirklich überraschend.

Lukas Kleckers konnte gegen Jack Lisowski leider nur ein 2–6 erspielen, nachdem er mit einem vielversprechenden 64er Break ins Match gestartet war.

Ronnie O’Sullivan fertigte Gerard Greene in etwas über 70 Minuten mit einem 6–0 ab und darf uns und das Publikum Ende Oktober in Daqing hoffentlich gut unterhalten.

UK Women’s Championship

Nach den Paul Hunter Women’s Classic wird mit den UK Championship 2017 ab morgen das zweite Frauenturnier der Saison gespielt. Top-Seeds Reanne Evans und Ng On Yee sind wieder für die Runde der letzten 16 gesetzt, die anderen 25 Spielerinnen qualifizieren sich in sieben Gruppen für die KO-Runde. Jeweils die Erst- und Zweitplatzierten kommen weiter. Die Gruppenspiele finden am Samtag statt, die KO-Runden am Sonntag. Neben 18 britischen Spielerinnen treten zwei Irinnen, je eine Deutsche und eine Waliserin und vier Frauen aus Hong Kong an. Eine Spielerin ist uns bisher unbekannt: Krizzler Cree. Wir hoffen, im Laufe des Turniers etwas über sie in Erfahrung zu bringen.

Eine Übersicht über die Gruppen, Spielpaarungen und Ergebnisse gibt es auf unserer Turnierseite.

Das European Masters 2017 in Belgien

Am Montag um 13 Uhr startet das European Masters dann mit umfangreicher Sendezeit auf Eurosport. Fast die gesamte Weltspitze ist angetreten, aber Shaun Murphy, Barry Hawkins, Stephen Maguire und Ali Carter sind in der Qualifikation gescheitert. Ding und O’Sullivan haben gar nicht erst für das Turnier gemeldet.

Die Qualifikationsspiele von Selby, Trump und Brecel sind ins Hauptturnier integriert.

Für den Sieger gibt es £75 000, für den Zweitplatzierten £35 000.

Rin inne Kartoffeln, raus auße Kartoffeln …

Nach diesem Motto verläuft die diesjährige Planung des Shanghai Masters. Es sind jetzt zum dritten Mal Termine dafür angegeben worden, aber wir sind immer noch nicht sicher, dass das gutdotierte Turnier tatsächlich stattfindet.

Plakat European Masters mit Selby, Trump und Brecel

Nach guten Saisonergebnissen kann sich der Belgier Luca Brecel vor heimischem Publikum hoffentlich wieder gut präsentieren. © World Snooker

 


AutorIn: Lula Witzescher

Lula Witzescher, im Netz auch bekannt als Dark Mavis Lady. Ist im Nebenberuf Tänzerin und Performerin, Poi-Spielerin, sporadische Autorin (hat gerade ihren Roman „Belinda to break“ fertiggestellt, wofür sie jetzt einen Verlag sucht). Streitet im Netz für alle Formen von equality. Hält die Butthole Surfers für die beste Band der Welt. Persönlich trifft man sie häufig am Magic Mountain Berlin. Ist keine Ronnie-O'Sullivan-Hasserin, entgegen anderslautender Behauptungen. Schreibt für diesen Blog, um die deutschsprachige Snookergemeinde darüber zu informieren, was in anderen Medien unerwähnt bleibt. www.twitter.com/lulawitzescher

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