Quali um Quali: Für wen geht’s nach Deutschland?

Thepchaiya Un-Nooh liegt auf dem Tisch, die Bockhand ist platziert. Sein Blick folgt dem gerade gestoßenen Ball.
Thepchaiya Un-Nooh spielt ein Maximum Break, verpasst aber die Qualifikation © Monique Limbos

Die Qualifikation für das German Masters ist in vollem Gange, die fürs European Masters folgt. Welchen Spieler*innen werden wir im nächsten Jahr zujubeln können? Thepchaiya Un-Nooh wird trotz Maximum in der Quali nicht im Tempodrom spielen.

In den ersten Tagen der Qualifikation für das German Masters konnten die meisten der Topspieler ihr Ticket fürs Tempodrom buchen. Dazu zählen unter anderem Judd Trump, Neil Robertson, Kyren Wilson und Mark Williams. Die Matches von Mark Selby und Ronnie O’Sullivan stehen noch aus.

Aber es gab auch schon Überraschungen: Ein stark aufspielender Noppon Saengkham konnte sich gegen John Higgins durchsetzen. Higgins und das German Masters haben ja eh keine so innige Beziehung, das setzt sich damit wohl fort. Ding Junhui bestritt sein erstes Match der Saison, kämpfte sich nach 2–4 Rückstand noch in einen Entscheidungsframe. Diesen entschied dann jedoch Mark Davis mit einem Century für sich.

Un-Nooh begeistert mit besonderem Maximum-Break

Am Freitag Vormittag trafen Thepchaiya Un-Nooh und Fan Zhengyi in der ersten Qualirunde aufeinander. Nachdem er den ersten Frame abgegeben hatte, drehte Thepchaiya Un-Nooh auf. In seiner üblichen atemberaubenden Geschwindigkeit räumte er den Tisch ab und lochte zu allen Roten Schwarz. Das Maximum war besonders sehenswert, denn die letzten vier Roten musste er alle aus dem Baulk-Bereich abholen, um den Spielball dann wieder zum schwarzen Spot zurückzubringen.

Trotz des guten Starts verpasste Thepchaiya Un-Nooh dann jedoch die Qualifikation. Fan Zhengyi gewann das Match 5–3 und dank des anschließenden 5–4 über seinen Landsmann Lu Ning gelingt Fan die Qualifikation fürs German Masters in Berlin.

Falls ihr es verpasst habt, guckt euch das gesamte Maximum-Break nochmal an.

 

Peter Devlin reagiert mit Rap

Mit der 147 in der Qualifikation setzte Thepchaiya Un-Nooh auch eine Marke für das neue höchste Break beim German Masters. Zuvor konnte sich Peter Devlin Hoffnungen auf das Preisgeld machen. Devlin hatte zwar sein Match gegen Zhou Yuelong mit 1–5 verloren, bei seinem einzigen Framegewinn aber seinen persönlichen Breakrekord deutlich verbessert. Sein bisher einziges Profi-Century war eine 102, dies konnte er nun sehr beachtlich auf 143 verbessern. Von Thepchaiya Un-Noohs Maximum war er folglich nicht so begeistert wie wir, was er in einem recht spontanen Rap verarbeitete:

Ng On Yee mit vielversprechendem Einstieg

Ng On Yee konnte nach ihrer Tourqualifikation erstmalig teilnehmen. Zwar verlor sie ihr erstes Match gegen Craig Steadman, jedoch nur denkbar knapp im Decider. Mit gutem Spiel und auch einigen guten Breaks war sie 3–1 zur Pause und dann sogar 4–2 in Führung gegangen. Doch dann setzte leider die Nervosität ein, wie sie danach im Interview erklärte. Schließlich gewann Steadman den Decider.

Dennoch war das ein sehr gelungener Einstieg. Wir freuen uns auf weitere gute Performances von ihr. Nächste Woche in der Quali fürs European Masters in Fürth trifft sie auf Martin Gould. Und hoffentlich etwas mehr öffentliche Beachtung dürfte ihr Auftaktmatch bei den English Open am 1. November gegen Stuart Bingham finden. Laut Plan wird es gestreamt, leider spielt parallel Mark Selby am TV-Tisch.

Leider kein Heimauftritt in Berlin für Kleckers und Lichtenberg

Wir hatten den beiden deutschen Spielern alle Daumen gedrückt, dass sie sich erstmalig fürs Heimturnier im Tempodrom qualifizieren würden. Leider hat es erneut nicht dafür gereicht. Lukas Kleckers unterlag Yuan Sijun mit 2–5. Bei Simon Lichtenberg sah es zunächst vielversprechend aus. Sein Auftaktmatch gewann er souverän mit 5–1 gegen Sanderson Lam und spielte dabei einige gute Breaks.

Im zweiten Qualifikationsmatch begegnete Simon Lichtenberg dann Ricky Walden. Er startete das Match mit einem 82er Break. Doch in den beiden folgenden umkämpfteren Frames war Walden der glücklichere. Simons Rhythmus schien gebrochen und Ricky Walden konnte in der Folge Fahrt aufnehmen und sich dank dreier schneller Framegewinne den Sieg holen.

Auch Alexander Ursenbacher verpasste die Chance sich für Berlin zu qualifizieren. Zwar ging er mit 4–1 in Führung, aber einige Fehler gaben seinem Gegner Jak Jones dann die Möglichkeit das Match noch zu drehen.

Nächste Woche bekommen alle drei erneut die Chance sich für ein Turnier in Deutschland zu qualifizieren, da das European Masters dieses Jahr in Fürth ausgetragen wird. Ein Sieg reicht zur Qualifikation, aber die Losfee hat schwierige Aufgaben für den Schweizer und die beiden Spieler aus Deutschland vorgesehen. Wir drücken natürlich trotzdem wieder kräftig die Daumen.

Lukas Kleckers – Xiao Guodong (27.10, 11 Uhr)
Simon Lichtenberg – Jack Lisowski (27.10, 15:30 Uhr)
Alexander Ursenbacher – Jordan Brown (29.10, 15:30 Uhr)

European Masters mit vertanen Möglichkeiten

Die Qualifikation fürs European Masters startet direkt im Anschluss ab kommenden Mittwoch. Im Gegensatz zu den Vor-Corona-Jahren findet dieses Jahr nur eine Qualifikationsrunde statt. Die Runde der letzten 64 wird dann vor Ort in der Stadthalle in Fürth ausgetragen. Das hätte es möglich gemacht, die Qualifikationsspiele der deutschen Spieler als held over vor Ort austragen zu lassen. Man hätte Simon und Lukas ein Match mit besonderer Atmosphäre durch das Heimpublikum garantiert. Und auch für die deutschen Snookerfans in Fürth wäre es eine schöne Sache gewesen, die deutschen Spieler jubelnd zu unterstützen. So wurde es ja auch für Jordan Brown bei den Northern Ireland Open gemacht.

Bei der Home Series gibt es dieses wie jedes Jahr auch Wildcards für nationale Amateurspieler*innen. In den vergangenen Jahren war das auch beim European und German Masters der Fall. Nicht jedoch in diesem Jahr. Das ist sehr schade. Erst kürzlich fanden die Europameisterschaften statt. Es hätte sich doch angeboten dem frisch gekürten Europameister Ben Mertens eine weitere Chance zu geben, sich mit Profis auf der Tour zu messen. So ist es eine vertane Chance Snooker global zu stärken.

AutorIn: Målin

Målin mag Zahlen und Tabellen. Wenn sie gerade kein Snooker guckt, wirft sie wahrscheinlich einen Blick auf die Provisional Rankings. Ist durch Langeweile zum Snooker gekommen und weil sie schon in jungem Alter einen eigenen Fernseher im Kinderzimmer hatte. Neben Artikeln kümmert sich Målin bei SnookerPRO um die Spieler*innenprofile. Twitter: @esel_freund

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