Neil Robertson ist Champion of Champions 2019

Neil Robertson mit dem Pokal des Champion of Champions 2019
Zum zweiten Mal nimmt Neil Robertson diese Schale mit nach Hause. © Champion of Champions

In einem atemberaubenden Finale hat Neil Robertson das Champion of Champions 2019 gegen Judd Trump gewonnen. Das diesjährige Turnier bot mit zwei grandiosen Halbfinalspielen und einem Finale im Entscheidungsframe gleich drei Highlights des Snooker.

Weltmeisterliches Finale

So ein Finale ist ein wahrlich würdiger Abschluss des Champion of Champions 2019: Insgesamt acht Century-Breaks (Robertson 5, Trump 3) spielten die beiden Finalisten und stellten damit einen neuen Rekord für ein Best-of-19-Match auf. Dazu kamen noch und sieben 50+Breaks und Robertson machte im 11. Frame sogar einen Maximumversuch. Leider scheiterte er an der 14. Roten. Doch war das Spiel nicht nur ein Breakfestival, sondern bot auch wundervolle taktische Duelle und am Ende erheblich Drama. Trump hatte den Frame- und Matchball schon auf dem Queue, als Robertson sich doch noch die nötigen Foulpunkte holte und auf die re-spottette Schwarze den Decider erzwang. Diesen krönte er mit einer 137, dem höchsten Break des Spiels.

Auch die Halbfinale auf höchstem Niveau

Die Halbfinalspiele sind in der Vergangenheit oft spannender gewesen als manches Finale. Auch in diesem Jahr waren uns wieder hochklassige Partien vergönnt. Nicht nur das 6–4 von Judd Trump gegen Mark Allen war eine extrem unterhaltsame Sache. Auch Ronnie O’Sullivan gegen Neil Robertson bot Snooker vom Feinsten und das knappeste Ergebnis, das möglich ist: einen Decider-Sieg von Robertson.

Im Vorfeld des Halbfinales hatte ein gut gelaunter Titelverteidiger noch Witze gemacht, dass er seine durchschnittliche Stoßzeit auf unter zehn Sekunden senken wollte. Außerdem wollte er Spaß haben, naja, WIR hatten jedenfalls Spaß an dem Spiel.

Champion of Champions 2019 zum letzten Mal in Coventry

Spieler wie Mark Allen lobten die guten Spielbedingungen in der Ricoh Arena, in der das Champion of Champions seit 2013 ausgetragen wird. Auch ist das Turnier in der Regel gut besucht. Deshalb war es ein wenig überraschend, dass das Turnier 2020 nicht mehr dort gespielt wird, sondern in der Marshall Arena in Milton Keynes. Wir sind gespannt, ob das eine gute Idee ist.

Northern Ireland Open läuft schon??!

Manch eine’r fragt sich sicher, warum ich hier noch über ein Turnier berichte, das schon am Sonntag zu Ende ging. Und das nächste Turnier schon seit gestern im Gange ist und dort heute schon ein Maximumbreak gespielt wurde. Um ehrlich zu sein: Mir geht das alles viel zu schnell. Das Champion of Champions ist so ein schönes Turnier. Eine ganze Woche One-Table-Setup. Midsession-Intervalle in jedem Spiel. Mit der „Gruppenphase“ ein schnelles, schmerzfreies Aussortieren an einem Tag. Ungewöhnliche Spielpaarungen. Hochkarätiges Halbfinale, Finale auf Augenhöhe über zwei Session. Dazu die Möglichkeit, die Spiele auf itv4 mit Kommentar und Moderation von wirklich fähigen Leuten zu verfolgen.

Und jetzt sitze ich hier und kann (mit ein wenig Findigsein in Internetzdingen) auf mehreren Tischen gleichzeitig meine Lieblingsspieler untergehen sehen. Selbstverständlich gucke ich immer gerade am falschen Tisch, wenn woanders etwas passiert. Und ein Ronald-von-der-Rolle macht, was er immer macht bei diesen Turnieren. Er ist bei diesem Turnier gerade genauso wenig bei der Sache wie ich. Auch wenn er gegen Weltklassegegner Oliver Lines gerade knapp mit 4–2 gewonnen hat, glaube ich, auch er wünscht sich das Champion of Champions zurück.

Aber wir freuen uns, dass Eurosport Reanne Evans angeheuert hat! Sie darf jetzt mit Ronald am TV-Vorführtisch Quatsch machen.

gruseliges Bild auf dem Tisch bei Holt gegen White

Gewöhnungsbedürftige Perspektive bei den Northern Ireland Open.

 

AutorIn: Lula Witzescher

Lula Witzescher (genderqueer), im Netz auch bekannt als Dark Mavis *Lady*. Tanzt und performt im Nebenberuf, spielt Poi, schreibt sporadisch Geschichten (hat im letzten Jahr den Roman „Belinda to break“ fertiggestellt, sucht dafür jetzt einen Verlag). Streitet im Netz für alle Formen von equality. Hält die Butthole Surfers für die beste Band der Welt. Persönlich häufig am Magic Mountain Berlin anzutreffen. Hasst Ronnie O'Sullivan nicht, entgegen anderslautender Behauptungen. Schreibt für diesen Blog, um die deutschsprachige Snookergemeinde darüber zu informieren, was in anderen Medien unerwähnt bleibt. www.twitter.com/lulawitzescher

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