Masters-Finale: Generationentreffen mit Yan gegen Higgins

Der eine steht bei seinem Masters-Debüt gleich im Finale, der andere steht zum ersten Mal seit seinem letzten Sieg 2006 wieder da. Um 14 Uhr treffen der 20jährige Yan Bingtao und der etwas ältere John Higgins im diesjährigen Masters-Finale aufeinander. £250,000 und ein Triple-Crown-Titel warten auf den Sieger.

Yan mit guten Nerven ins Masters-Finale

Yan Bingtao traf im Halbfinale auf Stuart Bingham, nachdem er sich im Viertelfinale gegen Stephen Maguire durchgesetzt hatte. Wie alle seine Spiele bei seinem Masters-Debüt entschied er auch dieses im Decider. Ja, seine Nervenstärke wurde dabei sehr gelobt. Doch nach dem, was ich gesehen habe, hätte er es nicht immer so spannend machen müssen.

Gegen Bingham lag er 1–3 zurück, obwohl er 3–1 hätte führen können. Zwei (am Ende zum Glück nicht mehr so schmerzhafte) Framediebstähle von Bingham hatten ihn unnötig ins Hintertreffen gebracht. Doch dann zog er an und glich mit tollen Breaks nicht nur aus, sondern ging mit einer 100 in eine 5–4-Führung.

Doch trotz guter Chance im zehnten Frame bekam Yan den Sack nicht zu und Bingham erkämpfte noch den Decider. Im letzten Frame war Yan wieder in Führung, doch statt mit einer Safety gut auszusteigen, versuchte er zu lochen, verfehlte und ließ Bingham nochmal an den Tisch. Zum Glück konnte dieser dieses Mal nichts Entscheidendes aus der Chance machen und Yan gewann Frame und Match.

Higgins mit dem besseren Ende

Higgins war mit einem Sieg über Ronnie O’Sullivan ins Halbfinale gekommen. In der Partie hatten sich die beiden die Centuries nur so um die Ohren gehauen: Fünf Stück am Stück hatten sie gespielt. Am Ende stand es 6–3 für Higgins, der im Halbfinale auf David Gilbert traf. Gilbert hatte im Viertelfinale Kyren Wilson im Decider besiegt und war mit gutem Gefühl hier in das Halbfinale gegangen. Doch leider konnte er nicht durchgehend an den Tisch bringen, was er draufhat, wie er im Nachhinein selber eingestand. Nachdem Higgins im achten Frame Pink verschoss, spielte Gilbert diesen phantastischen Ball zum Framediebstahl und 4–4 Ausgleich. Doch Higgins machte in den nächsten beiden Frames den Higgins und wieder einmal hatte Gilbert bei einer großen Gelegenheit das Nachsehen.

Nach dem Spiel sagte Higgins, er hätte nicht damit gerechnet, hier so weit zu kommen. Wie er selbst sagte, haderte er in der Vergangenheit oft mit dem Masters, bei dem er den Druck mehr spüre als im Crucible. Ihm kommt die Abwesenheit des Publikums oder der andere Ort auf alle Fälle zugute. Er freut sich auf die Begegnung und möchte das Match einfach genießen. Und ja, so wie Yan denkt, er könne hier gewinnen, so denkt Higgins dasselbe von sich.

Hier gibt es ein schönes Interview mit David Gilbert. So gerne ich auch Männer weinen sehe, hoffe ich doch, dass wir bald über etwas anderes reden können als über Auftritte, bei denen er knapp an der letzten Hürde gescheitert ist.

AutorIn: Lula Witzescher

Lula Witzescher (genderqueer), im Netz auch bekannt als Dark Mavis *Lady*. Sucht für den Roman „Belinda to break“ einen Verlag. Streitet im Netz für alle Formen von equality. Hält die Butthole Surfers für die beste Band der Welt. www.twitter.com/lulawitzescher

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