Masters 2018: Erster Triple-Crown-Titel für Mark Allen

Mark Allen gewinnt das Masters 2018.
Ein sichtlich glücklicher Mark Allen mit der Paul Hunter Trophäe. © WPBSA

Endlich! Mit dem 10–7 im Finale des Masters 2018 holt Mark Allen seinen ersten Titel aus der Reihe der großen drei und erreicht damit einen langersehnten Meilenstein in seiner Karriere. Sein Siegerscheck beträgt £200.000, während Finalgegner Kyren Wilson £90.000 gewinnt.

Spannendes Finale mit Debütgewinner

Am Nachmittag sahen wir drei flotte Frames mit jeweils 50+Breaks und einen sehr zerfaserten, 47 Minuten langen Frame in einem ausgeglichenen Spiel. Vor der Pause stand es dementsprechend 2–2. Danach ging es abwechselnd weiter bis zum 4–4. Wir sahen einen Mark Allen, desssen langes Spiel besser war als Wilsons und Mitteltaschen, die ziemlich vielen Bällen den Eintritt versagten. Allen hatte oft die ersten Chancen, doch brachte er meist kein framegewinnenden Break zusammen, sodass Wilson in jedem Frame seine Chance bekam.

Der Abend startete mit gewohntem Bild. Die ersten beiden Frames teilten die beiden Finalisten unter sich auf. Doch dann nahm Allen Fahrt auf: Er gewann drei Frames in Folge zum 8–5, einen davon mit einem 119er Break, dem ersten Century des Finales. Wilson lochte eine halbe Stunde keinen Ball und sah schon aus, als würde er völlig die Spur verlieren. Doch er berappelte sich wieder und kam mit einer 73 und zwei kleineren Breaks auf 7–8 heran.

Im 16. Frame gab es das zweite Re-Rack des Spiels. Danach profitierte Mark Allen von einem Fehler Wilsons mit dem Hilfsqueue und zog mit einer 69 auf 9-7 davon. Auch im letzten Frame machte er ein framegewinnendes Break, nachdem Wilson seine Chance nicht nutzen konnte.

Zur Feier Emotionen pur

Nach dem zwar nicht extrem hochklassigen, dafür aber sehr unterhaltsamen Spiel zeigte Allen sich sehr glücklich. In der ausgesprochen emotionalen Siegererhrung verlieh er seiner Freude und Erleichterung sichtbar Ausdruck und feierte mit seiner ganzen Familie. Manche fühlten sich angesichts des glücklichen Daddys mit Tochter auf dem Arm an den emotionalen WM-Sieg von Landsmann Alex Higgins erinnert. Zur Pressekonferenz erschien er im Fußballtrikot Nordirlands und sagte: „Für fühle mich wie ein Top-Spieler, der bisher noch nicht bewiesen hatte, dass er einer ist. Dieser Titel ist endlich ein Anfang.“  Daran lässt sich nicht nur sehen, wie viel ihm dieser Titel bedeutet, sondern es macht auch die Hoffnung auf mehr. Vielleicht ist jetzt der Knoten geplatzt und wir sehen ihn in Zukunft mehr große Titel gewinnen.

Mark Allen hatte während des Masters 2018 mit großartigem Spiel Luca Brecel, Ronald O’Sullivan und John Higgins ausgeschaltet. Kyren Wilson besiegte Barry Hawkins, Mark Williams und Judd Trump.

Kyren Wilson Masters 2018

Kyren Wilson konnte die Tränen nicht zurückhalten. © WPBSA

Kein Komzurück-Märchen von Kyren

Die Paul Hunter Trophy Masters 2018Kyren Wilsons Mutter erzählte im Interview, dass ihr Sohn gerne bei einem Best-of-7 mal absichtlich 0–3 in Rückstand gerät. Unklar blieb, ob er das aus Spaß am Kommzurück oder aus Übungszwecken macht. Er selber sagte, dass er bei einem Rückstand immer an Paul Hunter denke. Der sehr jung verstorbene Hunter hatte seine drei Masters-Titel alle nach großem Rückstand im Decider gewonnen. Es ist kein Wunder, dass er deshalb nicht nur Namensgeber für die Masters-Trophäe, sondern auch eine Inspiration für Spieler wie Wilson ist.

Auf alle Fälle nutzte Wison hier wieder diese Fähigkeit, sich nach Rückstand heranzukämpfen, die er schon bei seinem eindrucksovollen Comeback gegen Judd Trump im Halbfinale zeigte. Doch am Ende reichte es nicht für den Gewinn im Finale. Die Enttäuschung des jungen Engländers war am Ende nicht zu übersehen: Wilson war den Tränen nicht nur nahe … und im anschließenden Interview bestätigte er, er sein am Boden zerstört, auch wenn er Mark Allen den Titel von Herzen gönne. Wir konnten sehen, mit wie viel Herzblut dieser junge Mann seinen Sport ausübt. Doch mit seinen gerade mal 26 Jahren haben wir keine Zweifel, dass er bestimmt erneut die Gelegenheit bekommen wird, einen dieser prestigeträchtigen Titel zu gewinnen.

Wir freuen uns, dass jemand den Pokal gewonnen hat, der sich wirklich darüber freut und das Glasding auch mit nach Hause nimmt, obwohl er es wieder hergeben muss. Und darüber nicht rumlamentiert.

Wer in Erinnerungen berühmter Masters-Comebacks schwelgen möchte, kann den Links in meinem ersten Artikel folgen.


AutorIn: Lula Witzescher

Lula Witzescher, im Netz auch bekannt als Dark Mavis Lady. Ist im Nebenberuf Tänzerin und Performerin, Poi-Spielerin, sporadische Autorin (hat gerade ihren Roman „Belinda to break“ fertiggestellt, wofür sie jetzt einen Verlag sucht). Streitet im Netz für alle Formen von equality. Hält die Butthole Surfers für die beste Band der Welt. Persönlich trifft man sie häufig am Magic Mountain Berlin. Ist keine Ronnie-O'Sullivan-Hasserin, entgegen anderslautender Behauptungen. Schreibt für diesen Blog, um die deutschsprachige Snookergemeinde darüber zu informieren, was in anderen Medien unerwähnt bleibt. www.twitter.com/lulawitzescher

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