Mark Selby ist Snooker-Weltmeister 2014

Selby Layton
Mark Selby zelebriert seinen Titel mit seiner Frau Vikki Layton. © Monique Limbos

The Jester has the last laugh at the Crucible

In einem packenden Finale besiegt Mark ‘The Jester from Leicester’ Selby den fünffachen Weltmeister Ronnie ‘The Rocket’ O’Sullivan nach einem 5:10 Rückstand mit 18:14 und holt sich damit den langersehnten Titel. Damit ist er der neunte Spieler, der die Dreifachkrone der Major-Turniersieger (UK Championship, Masters, Weltmeisterschaft) trägt. Bei der Siegerehrung sahen wir einen offensichtlich bewegten Selby, der mit dem Titelgewinn (auch) den letzten Wunsch seines verstorbenen Vaters erfüllt. „Er starb zwei Monate, bevor ich Profi wurde. Seine letzten Worte an mich waren, dass ich Weltmeister werden solle. Ich sagte: „Eines Tages werde ich das tun, es ist nur eine Frage des Wann, nicht des Ob.“ Glücklicherweise ist dieser Tag gekommen.”

„Ich habe es noch gar nicht richtig realisiert“, sagte er anschließend. „Es ist einfach fantastisch. Gegen Ronnie im Finale zu spielen ist ein Traum, denn wenn du den Titel holen willst, dann ist es am Schönsten, wenn du ihn gegen ihn holst. Er ist einer der besten Frontrunner im Spiel. Er hat geführt und ich habe meine Chancen nicht genutzt. Aber ich habe mich durchgebissen und ein paar Frames geholt. Der 7:10 Rückstand letzte Nacht fühlte sich für mich wie eine 10:7 Führung an. Gestern fühlte ich mich müde, aber ich dachte mir, wenn ich gut schlafe und heute die erste Runde mit 3:1 gewinne, dann bin ich zurück im Spiel. Und dann habe ich sie 4:0 gewonnen.“

Der Kampf der extrem unterschiedlichen Spielstile hat das Spiel über weite Strecken beherrscht und es so spannend gemacht. Das flüssige Breakbuildung von O’Sullivan gegen das ausgefeilte Safetyspiel von Selby: Das Tauziehen um die Kontrolle über das Spiel konnte letztendlich Selby für sich entscheiden, weil er O’Sullivan daran hinderte, „ins Rollen zu kommen“. Auch wenn dieser wie im 32. Frame ein Snooker zum Niederknien zeigte, sobald Selby an den Tisch kam, verursachte er O’Sullivan Probleme. Er ist dafür bekannt, die Bälle nicht einfach sicher abzulegen, sondern für den Spielball immer den Platz auf dem Tisch zu finden, der für den Gegner am Unangenehmsten ist. Daraus resultierend gewann er seine Frames nicht mit hohen Breaks, sondern nach dem Motto „Kleinvieh macht auch Mist“. Erst im 30. Frame erzielte er ein 127er Break und machte damit sein einziges Century des Finales.

O'Sullivan geschlagen

Der geschlagene Titelfavorit kann gar nicht mehr hinsehen. Foto © Monique Limbos

Bewundernswert war O’Sullivans Durchhaltevermögen und sein Willen, trotzdem sein eigenes Spiel zu spielen. Immer wieder wurde er in langwierige Safety-Schlachten verwickelt und schaffte es dennoch, drei tolle Centurybreaks zu spielen.

„Es war hart. Mark hat mir zwei Tage lang alle erdenklichen Schwierigkeiten gemacht und ich war einfach wie betäubt. Ich habe mein Bestes gegeben, aber er ist ein würdiger Champion.“ „Es war kein flüssiges Spiel. Es gab viele Safetyperioden und ich wurde da reingezogen. Ich habe versucht, etwas zu unternehmen, die Bälle zu öffnen, aber wenn du etwas erzwingen willst, dann klappt es nicht. Auf alles, was ich getan habe, hatte er eine Antwort.“

O’Sullivan versuchte, seine Enttäuschung hinter philosophischen Aspekten zu verbergen und den Blick nach vorne zu richten: „Das ist die Natur des Sports. Wenn du das Los gezogen und dich entschieden hast, ein Sportler zu sein, dann musst du die Niederlagen genauso akzeptieren wie die Siege. Du kannst es nicht immer so haben, wie es dir gefällt. Jetzt heißt es: die Wunden zu lecken und zu versuchen, es beim nächsten Mal besser zu machen.“


AutorIn: Lula Witzescher

Lula Witzescher, im Netz auch bekannt als Dark Mavis Lady. Ist im Nebenberuf Tänzerin und Performerin, Poi-Spielerin, sporadische Autorin (hat gerade ihren Roman „Belinda to break“ fertiggestellt, wofür sie jetzt einen Verlag sucht). Streitet im Netz für alle Formen von equality. Hält die Butthole Surfers für die beste Band der Welt. Persönlich trifft man sie häufig am Magic Mountain Berlin. Ist keine Ronnie-O'Sullivan-Hasserin, entgegen anderslautender Behauptungen. Schreibt für diesen Blog, um die deutschsprachige Snookergemeinde darüber zu informieren, was in anderen Medien unerwähnt bleibt. www.twitter.com/lulawitzescher

Ein Gedanke zu „Mark Selby ist Snooker-Weltmeister 2014

  1. cansu y.

    gott!! ich bin total glücklich. mark hats geschafft und seine Träume verwirklicht ! er hat es 100% verdient :D außerdem hat ronnie sehr schön gezeigt,dass er reiferer mann geworden ist.
    Gratuliere!

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