Main-Tour-Karte für Lukas Kleckers!

Lukas Kleckers beim Paul Hunter Classic 2014
Lukas Kleckers beim Paul Hunter Classic 2014 © Monique Limbos

Mit einem überraschend deutlichen 4-1-Sieg gegen Martin O’Donnell hat sich Lukas Kleckers in der Q-School endlich seinen langgehegten Traum erfüllt und sich eine Karte für die Main Tour gesichert. Der 20jährige erhält eine Zwei-Jahres-Tourkarte und ist damit der einzige deutsche Spieler auf der Main Tour.

Nach der Enttäuschung bei der diesjährigen U21-EM, wo er wider Erwarten schon früh ausschied, konnte er sich für dieses Turnier offensichtlich richtig gut motivieren. Im anschließenden Interview sagt er selber, dass er mit dem Druck in diesem Jahr besser umgehen konnte. Immerhin sechs Siege brauchte er in Preston, um endlich die Profi-Eintrittskarte zu lösen.

Im Verlauf des Turniers konnte er wieder seine Matchplay-Stärke ausspielen. Er wirkte mental sehr gefestigt und ließ sich zum Beispiel im Spiel gegen Ma TingPeng nach einer 3–0-Führung auch nicht vom Comeback seines Gegners zum 3–3 aus der Ruhe bringen. Sein höchstes Break im Turnier war eine 76 und hier liegt in unseren Augen das größte Verbesserungspotential: im Stellungsspiel und Breakbuilding.

Vor zwei Jahren haben wir von Lukas Kleckers ein Portrait gemacht. Wir freuen uns sehr, dass wir erleben dürfen, wie sein Traum in Erfüllung geht und wünschen ihm alles Gute, unbedingten Erfolg und immer auch viel Spaß auf der Tour!

Nachdem ihm während der letzten Jahre weder die Qualifikation über die Q-School noch über einen EM- oder Amateur-WM-Titel gelungen war, hatte er schon eine alternative Berufslaufbahn (Maschinenbaustudium) in Betracht gezogen. Ihm war es immer wichtig, diese Alternative zu entwickeln, da eine existenzsichernde Karriere in Deutschland eher unwahrscheinlich ist. Vor Kleckers gab es zwar schon deutsche Spieler auf der Tour (Lasse Münstermann und Patrick Einsle), doch konnten sie sich dort nicht durchsetzen. Noch will er nicht nach England ziehen, er will sich erst einmal auf der Tour orientieren und in drei bis sechs Monaten eine Entscheidung treffen.

Wer ihn auf dem neuen Karriereabschnitt unterstützen möchte, kann das auf der Seite mit dem Crowdfundingaufruf tun. Da er als Profi vom deutschen Verband keine Unterstützung mehr erhält, ist er dringend auf finanzielle Hilfe angewiesen.

Zweite Chance für Evans, Ng, O’Sullivan und Hallworth

Die anderen Spieler*innen, auf die wir hier ein Auge haben, konnten leider im ersten Event der Q-School nicht das notwendige Halbfinale erreichen. Sie können ab morgen den nächsten Versuch starten. Sean O’Sullivan scheiterte erst im letzten Spiel, als er 0–4 gegen Allen Taylor verlor. Beide waren schon mal Profis und Taylor hat jetzt wieder für zwei Jahre eine Tour-Karte.

Neben Taylor und Kleckers sicherten sich heute noch Ashley Hugill und Billy Joe Castle noch zwei Tourneulinge den Profistatus. Aus dem zweiten Event werden mit denen, die das Halbfinale erreichen. wieder vier Gewinner*innen hervorgehen und zusätzlich qualifizieren sich die besten vier der Q-School-Rangliste.


AutorIn: Lula Witzescher

Lula Witzescher, im Netz auch bekannt als Dark Mavis Lady. Ist im Nebenberuf Tänzerin und Performerin, Poi-Spielerin, sporadische Autorin (hat gerade ihren Roman „Belinda to break“ fertiggestellt, wofür sie jetzt einen Verlag sucht). Streitet im Netz für alle Formen von equality. Hält die Butthole Surfers für die beste Band der Welt. Persönlich trifft man sie häufig am Magic Mountain Berlin. Ist keine Ronnie-O'Sullivan-Hasserin, entgegen anderslautender Behauptungen. Schreibt für diesen Blog, um die deutschsprachige Snookergemeinde darüber zu informieren, was in anderen Medien unerwähnt bleibt. www.twitter.com/lulawitzescher

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