Well (s)potted: Lulas WM-Gedanken (1)

Rhys Clark
Überraschungssieger Rhys Clark, Foto © Monique Limbos

Die Weltmeisterschaft naht, die Qualifikation ist in vollem Gange. Da fangen einige Leute an, über Snooker nachzudenken und womöglich auch noch zu schreiben. Dave Hendon, Kommentator bei Eurosport, hat für diese Menschen im letzten Jahr einen Leitfaden verfasst, wie alle Ignoranten und Stümper, die nix von Snooker verstehen, am besten Artikel verfassen können. (Hier zu lesen.) Nachdem ich mir die wichtigsten Tipps eingeprägt habe, lege ich nun selber los.

1. Tag: Leider muss ich den ganzen Tag arbeiten, deshalb bekomme ich nur mit, dass es Probleme mit dem Teppich gibt.

2. Tag: Nun sind endlich zwei Spieler am Start, auf die wir hier bei SnookerPro „ein Auge haben“: Sean O’Sullivan und Joel Walker. Beide machen es in meinen Augen unnötig spannend. Dabei brauche ich meine Nerven doch noch für später. Im 12. Frame schnappt sich Taylor beim Stand von 68-56 die letzen 13 Punkte vom Tisch und gleicht zum 6-6 aus. Aber Walker gewinnt 10-8, auch wenn er zwischenzeitlich sogar 7-8 zurücklag.

Und während ich das hier schreibe, verliert Sean „The Storm“ sein Spiel gegen Mitchell Travis. „Es bricht einem das Herz, wenn man im entscheidenden Frame keine Chance bekommt“, schreibt er gerade. Ich frage zurück, was denn mit den anderen 18 Frames war…Jetzt darf er sich auf die Q School vorbereiten, um noch eine Chance zu bekommen, im nächsten Jahr auf der Tour zu spielen.

Was sonst noch los war: Scott Donaldson war krank, er sagte, er hätte sich mehrmals während der ersten Session erbrechen müssen. Nach dem Midsession Interval kam er zu spät zum Spiel und bekam deshalb den 5. Frame verloren geschrieben. Offensichtlich hat er sich aber zur Abendsession wieder erholt, denn er gewann sein Spiel gegen Ahmed Saif 10-6.

Und eine große Überraschung für mich war der hohe Sieg von Amateur Rhys Clark gegen den China Open Semifinalisten Mike Dunn (10-2). Rhys hatte bei den UK Championships 2013 sein Auftaktspiel sang- und klanglos verloren, zugegebenerweise gegen einen recht starken Gegner. Wir werden gegen Matthew Selt sehen, ob er seinen Siegeszug fortsetzen kann.


AutorIn: Lula Witzescher

Lula Witzescher, im Netz auch bekannt als Dark Mavis Lady. Ist im Nebenberuf Tänzerin und Performerin, Poi-Spielerin, sporadische Autorin (hat gerade ihren Roman „Belinda to break“ fertiggestellt, wofür sie jetzt einen Verlag sucht). Streitet im Netz für alle Formen von equality. Hält die Butthole Surfers für die beste Band der Welt. Persönlich trifft man sie häufig am Magic Mountain Berlin. Ist keine Ronnie-O'Sullivan-Hasserin, entgegen anderslautender Behauptungen. Schreibt für diesen Blog, um die deutschsprachige Snookergemeinde darüber zu informieren, was in anderen Medien unerwähnt bleibt. www.twitter.com/lulawitzescher