Liang knapp vorbei am Eintrag in die Geschichtsbücher

Liang, WM-Qualifikation 2018
Beinahe hätte er zwei 147er in einem Spiel gemacht. Beinahe ... © World Snooker/Tai Chengzhe

Liang Wenbo schaffte in Runde 1 der WM-Qualifikation beinahe eine Sensation. Gegen Rod Lawler spielte er im zehnten Frame ein Maximum und nahm im 12 Frame wieder Kurs auf ein perfektes Break. Vor dem vorletzten Ball sah man schon, wie sehr die Aufregung ihm zu schaffen machte. Doch er lochte Pink ohne Probleme. Und dann scheiterte er im Ken-Doherty-Stil an der letzten Schwarzen. Zwei 147 in einem WM-Spiel hat es bisher noch nicht gegeben.

Die erste Hürde der WM-Qualifikation

Alexander Ursenbacher hat fast dasselbe mal bei einerm 3-Kings-Turnier gemacht: erst ein Maximum und beim nächsten Versuch die finale Schwarze vergeigt – allerdings war das nicht im selben Spiel. (Von der finalen Schwarzen kann ja auch Thepchaiya „140“ Un-Nooh ein Lied singen.)  In Runde eins trafen die beiden aufeinander und Ursenbacher schaffte es tatsächlich, zu spät aus der Pause zu kommen und dadurch einen Frame zu verlieren. Er verlor das Spiel 8-10.

Die Überraschungen der ersten Runde: Siege (bzw. Niederlagen) für Robin Hull (gegen Cao Yupeng), Martin O’Donnell (gegen Anthony Hamilton), Gerard Greene (gegen Mark King) Adam Stefanow (gegen Gary Wilson) und Adam Duffy (gegen Mark Joyce). Duffy liegt in Runde zwei auch schon wieder vorne: mit 6–1 gegen Matt Selt.

Daneben gab es Partien, die ein wenig knapper ausgingen, als manche erwartet hatten, zum Beispiel Carrington-Bond, das erst im Decider entschieden wurde und Ricky Waldens 10-8 gegen Joe Swail. Auch Sean O’Sullivan – als Nr. 122 hier angetreten – konnte Yu Delu immerhin 8 Frames abtrotzen. Letztendlich waren ein 0–5-Rückstand und ein paar mäßige Safeties zu viel der Grund, warum es am Ende nicht für einen Sieg reichte.

Nicht so überraschend: Eine recht knappe 7-10-Niederlage von Reanne Evans gegen Dominic Dale und eine deutliche 1-10-Niederlage von Ng On Yee gegen irgendsoeinen Kerl.

Runde zwei – das Eingangstor zum Judgement Day

Während wir in Runde eins keinen einzigen Whitewash sahen, legte Mark Davis in seinem Zweitrundenmatch gegen Michael Georgiou, der etwas von der Rolle schien, ein klares 10-0 hin. Das überraschte sogar die Dark Mavis Lady, die sich auf das nächste Spiel gegen Joe Perry freut. Mit ebensolcher Überraschung und klammheimlicher Freude sahen wir den 10-3-Sieg von Mike Dunn über Dominic Dale. Dunn hatte in dieser Saison wieder häufig mit gesundheitlichen Problemen gekämpft und scheint nun endlich wieder in Form zu sein. In der nächsten Runde spielt er gegen Ex-Weltmeister Graeme Dott. (Das letzte Mal stand Dunn übrigens 2002 im Crucible Theatre.)

Matthew Stevens lieferte sich mit Yuan Si Jun ein Match bis zum Entscheidungsframe. Yuan verschoss Schwarz vom Punkt und ließ Stevens zum Gewinnbreak wieder an den Tisch.

Lü Haotian war bei manchen Experten der Geheimtipp und in seinem Spiel gegen Fang Xiongman machte er auch drei Centuries. Doch momentan liegt er nach der ersten Session mit 2–4 gegen Martin O’Donnell zurück, der hier vielleicht für eine Überraschung sorgt.

Morgen werden die restlichen Partien gespielt. Michael Holt zum Beispiel muss noch an seinem Einzug in die nächste Runde arbeiten, denn er führt gegen Ronnie-O’Sullivan-Schreck Elliott Slessor gerade mal 5–4. Und Ricky Walden tut sich auch wieder schwer. Momentan steht es gegen Lee Walker (Nr. 70 der Weltrangliste) 7–7.

Judgement Day

Am Dienstag beginnt die dritte Runde. Am Mittwoch fallen dann alle Entscheidungen, wer neben den 16 gesetzten Spielern in der Endrunde dabei ist.

Dort warten dann Mark Selby, Ronnie O’Sullivan, Ding Junhui, Judd Trump, Barry Hawkins, Mark Williams, Shaun Murphy, Neil Robertson, Mark Allen. Stuart Bingham, Kyren Wilson, John Higgins, Luca Brecel, Anthony McGill, Ali Carter und Marco Fu auf die Qualifikanten.

Und wir dann alle so:

Michael Holt, WM-Qualifikation

Michael Holt kämpft gegen Slessor und sich selbst. © World Snooker/Tai Chengzhe

AutorIn: Lula Witzescher

Lula Witzescher (genderqueer), im Netz auch bekannt als Dark Mavis *Lady*. Tanzt und performt im Nebenberuf, spielt Poi, schreibt sporadisch Geschichten (hat im letzten Jahr den Roman „Belinda to break“ fertiggestellt, sucht dafür jetzt einen Verlag). Streitet im Netz für alle Formen von equality. Hält die Butthole Surfers für die beste Band der Welt. Persönlich häufig am Magic Mountain Berlin anzutreffen. Hasst Ronnie O'Sullivan nicht, entgegen anderslautender Behauptungen. Schreibt für diesen Blog, um die deutschsprachige Snookergemeinde darüber zu informieren, was in anderen Medien unerwähnt bleibt. www.twitter.com/lulawitzescher

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