Kyren „The Warrior“ Wilson scheitert trotz Kampf beim Champion of Champions 2018

Kyren Wilson, Champion of Champions 2018
Kyren Wilson unterliegt im Finale des Champion of Champions 2018. © Champion of Champions

10–9 hieß es am Ende für Ronnie O’Sullivan. Damit holte er sich nach zwei verlorenen Finals in den letzten beiden Jahren den Titel des Champion of Champions 2018 zum dritten Mal nach 2013 und 2014. Neben der silbernen Schale nennt er jetzt auch £100 000 sein Eigen. Kyren Wilson nimmt neben £50 000 eine Riesenenttäuschung mit nach Hause.

O’Sullivan stark am Nachmittag

Wilson ging zwar mit 1–0 in Führung, aber danach bestimmte O’Sullivan das Spiel. Beide spielten nicht am oberen Ende der Fahnenstange ihrer Fähigkeiten, aber Wilson hatte die größeren Schwierigkeiten. Sein Lochspiel war nur zeitweise vorhanden und sein Stellungsspiel zwang ihn häufig zu Reparaturen, die nicht immer gelangen. Beim Stand von 5–1 für O’Sullivan sah es schon nach einer einseitigen Partie aus, doch Wilson konnte den Schaden zumindest vor Sessionende noch etwas begrenzen.

Drama am Abend

Trotz O’Sullivans 6–3-Führung zum Ende der ersten Session ging das Finale dank der kämpferischen Leistung von Kyren Wilson noch in den Decider, der wie eine Pannenshow begann.

Wilson hatte hier die erste Chance. Nach der ersten Roten lochte er aber nicht nur die Schwarze, sondern auch eine Rote. O’Sullivan konnte daraus nichts machen und Wilson hatte die nächste Chance: Doch Rot blieb am Taschenrand liegen. Ronnie versenkte sie mühelos, nur um gleich darauf ein Kleiderfoul zu begehen. Stephen Hendry fragte an dieser Stelle, was wohl als Nächstes passieren würde … aber wir sahen anschließend einfach eine ganz normale Clearance von O’Sullivan. Er spielte ein Century und besiegelte den Sieg. Anschließend sagte er zu Recht: „Ich hatte Glück heute. Eigentlich hätte Kyren gewinnen müssen.“

Es war wirklich beeindruckend anzusehen, wie ruhig Kyren Wilson während des Spiels und seiner Aufholjagd wirkte. Hoffentlich erholt er sich bald von diesem starken, doch am Ende erfolglosen Kampf. Schon morgen Abend um 21 Uhr muss er wieder am Tisch stehen – bei den Northern Ireland Open in Belfast.

Champion of Champions 2018 mit tollen Spielen

Doch nicht nur das Finale hatte es in sich. Mit Neil Robertson gegen Mark Selby, wo Letzterer ein Maximum spielte, gab es ein Highlight, das auch erst im Entscheidungsframe entschieden wurde. Doch auch Mark Allen bescherte uns tolle Spiele, zum Beispiel gegen Neil Robertson, aber auch bei seiner knappen Niederlage gegen den späteren Finalisten Wilson. Es rappelte dabei Centuries am laufenden Band. Alle Ergebnisse gibt es hier im Überblick.

Das Champion of Champions macht ja unter anderem so viel Spaß, weil es wirklich viele hochkarätige Spiele(r) gibt. Die Nachrückregel, dass freie Plätze mit den höchstplatzierten Spielern der Weltrangliste aufgefüllt werden, hat sich insofern nicht wirklich bewährt. Denn alle nachgerückten Spieler (Ding, Trump, Brecel) konnten nicht glänzen und haben ihre Gruppenphase nicht überstanden. Vielleicht wäre es doch besser, stattdessen unterlegene Finalisten einzuladen. Die haben in der laufenden Saison wenigsten schon etwas gerissen.

Ronnie O'Sullivan, Champion of Champions 2018

Der Sieger des Champion of Champions 2018. © Champion of Champions

AutorIn: Lula Witzescher

Lula Witzescher (genderqueer), im Netz auch bekannt als Dark Mavis *Lady*. Tanzt und performt im Nebenberuf, spielt Poi, schreibt sporadisch Geschichten (hat im letzten Jahr den Roman „Belinda to break“ fertiggestellt, sucht dafür jetzt einen Verlag). Streitet im Netz für alle Formen von equality. Hält die Butthole Surfers für die beste Band der Welt. Persönlich häufig am Magic Mountain Berlin anzutreffen. Hasst Ronnie O'Sullivan nicht, entgegen anderslautender Behauptungen. Schreibt für diesen Blog, um die deutschsprachige Snookergemeinde darüber zu informieren, was in anderen Medien unerwähnt bleibt. www.twitter.com/lulawitzescher

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