Judd Trump wird in furioser Weise Weltmeister 2019

Weltmeister 2019 ist Judd Trump
Endlich wird der Name von Judd Trump auf den Silbertopf graviert.

Judd Trump ist Snooker-Weltmeister 2019. Im einem atemberaubenden Finale gegen John Higgins holte er sich mit 18–9 den begehrten Silbertopf und Siegerscheck über 500 000 £. Higgins bekommt seine dritte Finalniederlage in Folge mit 200 000 £ versilbert.

Furioser Auftakt am Nachmittag

Als würde er nicht 5–12 hinten liegen, startete John Higgins die Session mit einem Maximumversuch. Zwei Rote lagen an der Bande und waren ein potentieller Stolperstein, aber nicht die beendeten das Break. Nachdem er die schwierigen Roten auf spektakuläte Art versenkt hatte, verschoss er die 15. Schwarze vom Spot. Zum zweiten Mal schon in diesem Finale erhoben sich die Zuschauer für Standing Ovations von ihren Plätzen. Auch Judd Trump applaudierte sichtlich begeistert.

Higgins Maximumversuch

Diese Rote lochte Higgins mit viel Gefühl an der Bande entlang.

Higgins setzte mit einer 59 fort, Trump holte mit einer 101 und einer 71 die nächsten beiden Frames. Damit stand es 14–7 zur Pause.

Anschließend machte Trump eine 126, Higgins antwortete mit einer 67 zum 15–8. Damit hatte er den dritten Frame geholt und uns glücklicherweise die Abendsession gesichert. Im nächsten Frame zeigte er nach Fehler von Trump ein paar unglaubliche Stöße, die zeigten, dass er hier immer noch Weltmeister 2019 werden wollte. Und er verkürzte damit auf 15–9.

Im letzten Frame der Nachmittagssession stieg Trump mit einer großartigen langen Roten ein und auch er versuchte, daraus ein Maximum zu machen. Doch die 14. Rote blieb auf dem Tisch, nachdem er sich bis hierher mit kolossalen Bällen durchgekämpft hatte. Am Ende hatte er 11. Century im Match, das 100. Crucible Century dieser WM und das 222 inklusive Qualifikation gespielt.

Kurz und schmerzlos wird Trump am Abend Weltmeister 2019

Ein Break von 96 und eins von 62 besiegelten am Abend Judd Trumps Revanche für das verlorene Finale gegen Higgins von 2011. Es ist sein erster, lang erwarteter WM-Titel und nach dem Masters im Januar sein zweiter Triple-Crown-Titel in dieser Saison. Er ist außerdem der elfte Spieler, der die komplette Triple-Crown gewinnen konnte.

Higgins sagte anschließend: „Ich war der Glückliche, der nicht für ein Ticket bezahlen musste! Ich habe alles gegeben, aber er war einfach unspielbar. Ich hätte nicht erwartet, hier ins Finale zu kommen und bin überglücklich darüber. Leider bin ich ausgerechnet auf eine Machine getroffen, die nicht zu stoppen war.“

Higgins wurde nicht Weltmeister 2019

Ein recht aufgeräumter Higgins im anschließenden Interview.  © WPBSA/Matt Huart

Und Judd Trump sagte: „Unglaublich. Ich kann es gar nicht in Worte fassen, so hart habe ich hierfür gearbeitet. Es ist etwas ganz besonderes. Es war ein unglaubliches Finale, vom ersten Ball an. Trotzdem bin ich nicht entspannt in die Session gekommen. Ich habe schon oft deutliche Führungen gegen ihn verspielt. Es war wahrscheinlich das beste Snooker, das ich je in einem Major-Finale gespielt habe, aber das brauchst du auch, um John zu schlagen.“

Rekord! Rekord! Rekord!

  • Higgins Maximumversuch war das 219. Century in der WM 2019 (inklusive Qualifikation) und damit eins mehr als 2016.
  • Trumps 101 in Frame 20 war das 9. in einem WM-Finale, eins mehr als 2002 und 2013.
  • Trumps 126 in Frame 22 war das 10. Century im Match. Damit stellte er den Rekord vom Halbfinale 2016 ein.
  • Im 25. Frame machte Judd Trump das 100. Crucible Century dieser WM.

Am Ende gab es also elf Centuries im Match, 100 im Crucible Theatre und 222 inklusive Qualifikation. Mit dem neuen Modus, bei dem die höher platzierten Spieler erst später in die Qualifikation einsteigen, ist dieser Rekord vielleicht für eine kleine Ewigkeit.

Was für eine WM … und morgen erwartet uns dann wieder der alljährliche Snookerkater

Weltmeister 2019

Trump genießt den Applaus nach dem Finale. © World Snooker/Tai Chengzhe

AutorIn: Lula Witzescher

Lula Witzescher (genderqueer), im Netz auch bekannt als Dark Mavis *Lady*. Tanzt und performt im Nebenberuf, spielt Poi, schreibt sporadisch Geschichten (hat im letzten Jahr den Roman „Belinda to break“ fertiggestellt, sucht dafür jetzt einen Verlag). Streitet im Netz für alle Formen von equality. Hält die Butthole Surfers für die beste Band der Welt. Persönlich häufig am Magic Mountain Berlin anzutreffen. Hasst Ronnie O'Sullivan nicht, entgegen anderslautender Behauptungen. Schreibt für diesen Blog, um die deutschsprachige Snookergemeinde darüber zu informieren, was in anderen Medien unerwähnt bleibt. www.twitter.com/lulawitzescher

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