Endlich wieder ein Titel für Neil Robertson

Neil Robertson, Ronnie O'Sullivan © World Snooker/Tai Chengzhe

Neil Robertson gewinnt in Hongkong das Masters 2017 gegen Ronnie O’Sullivan mit 6–3 und gewinnt damit erstmals seit dem Riga Masters im Juni 2016 wieder einen Titel.

Semifinale

Am Samstag früh (um 8 für die Zuschauer in Mitteleuropa; Ortszeit 14 Uhr) standen sich zunächst Neil Robertson und Marco Fu gegenüber. Vor dem MSI wurden alle Frames durch hohe Breaks entschieden. Im zweiten Frame konnte Robertson noch zum 1–1 ausgleichen, ehe Marco Fu mit zwei weiteren hohen Breaks auf 3–1 davon zog. Nach dem MSI verkürzte Robertson in einem hart umkämpftem Frame auf 3–2, was ihm zusätzlichen Auftrieb gab, sodass er auch gleich noch 3 weitere Frames gewann. Den siebenten Frame sogar mit einem Century von 100 Punkten. Zwar konnte Marco Fu noch einmal auf 5–4 verkürzen, ehe Neil Robertson seinen Traum von einem Finale vor heimischen Publikum ein Ende bereite und seinen eigenen Finaleinzug mit 6–4 klar machte. Das sehr faire Publikum gratulierte ihm dazu auch mit reichlich Applaus.

Im zweiten Semifinale machte Ronnie O’Sullivan seinem Spitznamen „The Rocket“ zunächst alle Ehre und startete furios mit 3–0, darunter ein 128-er Century im zweiten Frame. Doch die Freude währte nicht lange. Im vierten Frame schlug Judd Trump nicht nur mit einem 136-er Century zurück, sondern glich nach dem MSI aus und übernahm im 7. Frame mit einem 76-er Break sogar die Führung. Im diesem nun recht ausgeglichenen Match egalisierte nun Ronnie O’Sullivan zweimal die Führung vom Judd Trump.

Der Decider glich dem vom Vortag gegen Higgins: Jeder Ball hart umkämpft, einige Bälle verschossen, Gelegenheiten nicht genutzt und am Ende Ronnie O’Sullivan der glückliche Gewinner.
Verlierer waren die Fans in Europa, die am Samstag ständig auf der Suche nach einem funktionierenden Livestream waren.

Finale

Das Finale begann wie Ronnie O’Sullivans Decider endeten:

Besser kann man den ersten Frame kaum zusammenfassen. Neil Robertson konterte mit hohen Breaks zum 2–1. Im letzten Frame vor dem MSI  gelang O’Sullivan ein 67-er Break und beging den Fehler den Frame nicht dicht zu machen. Robertson gelang ebenfalls ein 67-er Break. So musste der Frame mit einer respottet Black entschieden werden, was O’Sullivan zum 2–2 Ausgleich schaffte.

Nach dem MSI gelang Ronnie O’Sullivan mit einem 143-er Century nicht nur das 3–2 sondern damit auch das höchste Break des Turniers. Im folgenden Frame ohne hohe Breaks glich Neil Robertson zum 3–3 aus:

Durch ein Foul beim Spiel auf die Farben verlor O’Sullivan trotz 54-er Führung den 7. Frame und Neil Robertson ging wieder mit 4–3 in Führung. Ich weiß nicht, ob Neil Robertson an dieser Stelle sich Ronnie O’Sullivan und seine Decider der letzten Tage durch den Kopf gehen lies, aber er gab ab diesem Frame das Heft des Handelns nicht mehr aus den Händen und sicherte sich in den nächsten beiden Frames mit Breaks von 68 und 82 den Finalsieg zum 6–3.

Nach über einem Jahr endlich wieder ein Titel!  Auch wir gratulieren ganz herzlich. Die Formkurve scheint nach oben zu zeigen; wir sind gespannt, wie es die Saison weitergeht.

Veranstaltung und Rahmenprogramm

Das Turnier war offiziell eingebettet in die Feiern anlässlich des 30. Jahrestages der Rückgabe von Hong Kong an China und 30 Jahre Sonderwirtschaftszone Hong Kong. Daher erklären sich auch die großzügige Ausstattung und Preisgelder. Gleichzeitig verfolgte wohl der Billardverband von Hong Kong auch das Ziel, wieder ein Turnier in Hong Kong zu etablieren. Dazu diente sicher auch das Rahmenprogramm von Schaukämpfen mit solchen Bekannten der Snookerszene wie dem siebenmaligen Weltmeister Stephen Hendry, dem mit einer Einladungstourkarte immer noch aktiven, fünfmaligen Weltmeisterschaftsfinalisten Jimmy White und der amtierenden Snooker-Weltmeisterin und Lokalmatadorin Ng On Yee (im Bild unten ganz links).

Die Veranstaltung wurde vom Publikum sehr gut angenommen und es verhielt sich sehr sportlich. Einen guten Eindruck bekommt man durch das Bild in unserem ersten Beitrag zu diesem Turnier. Die geschätzten Zuschauerzahlen von ca. 3000 dürften nicht nur für den Erfolg der Veranstaltung sprechen, sondern auch Rekord für aktuelle Turniere darstellen. Dieses Turnier war eine hochkarätige Werbung für den Snookersport.

Für die Zukunft wäre zu wünschen, dass es dem Billardverband Hong Kong gelingt hier ein Turnier, in welcher Form auch immer, in dieser Qualität zu etablieren. Den Fans ein stabiles Übertragungsangebot inklusive rechtzeitiger Information darüber.

Teilnehmer Turnier und Rahmenprogramm

Teilnehmer*innen Turnier und Rahmenprogramm © World Snooker/Tai Chengzhe


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