Grace scheidet mit Anmut aus, Ronnie ruckelt ins Finale

Grace im Gegenlicht vor dem Einmarsch in die Arena.
Ein glücklicher David Grace vor dem Halbfinale

Halbfinale der Northern Ireland Open mit Favoritensiegen: O’Sullivan gewinnt 6–3, Trump schlägt David Grace 6–2. Damit lautet das Finale zum dritten Mal in Folge Judd Trump gegen Ronnie O’Sullivan.

Große Erwartung an Grace

David Grace hatte mit seinem großartigen 4–1 beim Auftakt gegen Dave Gilbert Selbstvertrauen getankt. Anschließend gewann er gegen Sam Craigie, Michael White und Michael Holt. Gestern Abend traf er auf Yan Bingtao und kam anfangs nicht wirklich ins Spiel. Immer wenn er dachte, er hätte endlich den Faden gefunden, ging wieder etwas daneben. Doch seine Trainingseinheit in der Pause zahlte sich aus und er konnte mit einem 5–2 in das zweite Halbfinale seiner Karriere einziehen.

Im Fanlager machte sich heute kurz vor 20 Uhr die Vorfreude sowie Aufregung bemerkbar!

Kurs Titelverteidigung für Trump

Trump war mit Siegen über Luca Brecel, Martin Gould und Scott Donaldson ins Halbfinale gekommen und hatte dabei nur gegen Brecel mehr als einen Frame abgegeben. Er könnte in diesem Jahr zum dritten Mal in Folge die Northern Ireland Open gewinnen.

Im ersten Frame profitierte Grace, als nach vermurkstem Stellungsspiel von Trump eine Blaue am Lochrand liegenblieb. Grace lochte alles inklusive Frameball, verschoss aber den Ball danach. Trump kämpfte um zwei Snooker-Foulpunkte, doch Grace machte den Frame sicher. Ein unsicher abgelegter Fluchtversuch aus einem Snooker öffnete im zweiten Frame Trump den Weg zu einem 61er Break. Die Chance, die Grace durch eine verschossene Blaue von Trump bekam, konnte er nicht nutzen und Trump glich aus.

Der dritte Frame ging ein bisschen hin und her, aber mit dem besseren Ende für Judd Trump. Auch der vierte Frame zum 3–1 ging nach nicht ausreichend genutzter Chance von Grace an Trump.

Grace ohne Magisches Midsession Interval

Das Fan-Lager hatte Hoffnung, dass Grace sich wie gestern im MSI aufbauen würde. Doch nach der Pause machte Trump mit einem Century das 4–1. Im sechsten Frame sah es so aus, als könnte Grace in einem zweiten Anlauf ein schönes Break produzieren, doch Schwarz vom Spot wollte nicht fallen. Trump übernahm den offenen Tisch und räumte gnadenlos ab zum 5–1.

Der siebte Frame begann mit einem langen Einsteiger von Grace und einem flotten 50er Break. Und dann verschoss er auf dieselbe Art die Schwarze vom Spot wie im Frame zuvor. Frust und Enttäuschung hatten aber nur kurz Zeit, sich niederzulassen, denn Trump patzte und versenkte den Spielball. Grace holte sich den Frame zum 2–5 aus seiner Sicht. Doch dieses Mini-Kommzurück kam zu spät. Mit einer 92 besiegelte Trump den Spielgewinn.

Wir feiern trotz dieses Ergebnisses noch ein bisschen Davids tolle Woche und drücken die Daumen, dass er vielleicht bei den UK Championship nächste Woche wieder einen Lauf hat.

Kurioses Kommzurück am Nachmittag

Der Nachmittag begann mit einem Ronnie O’Sullivan, der – gerade aus dem Bett gestiegen und nicht mehr zum Frisieren gekommen – sich erstmal den Schlaf aus den Augen kratzen musste. Trotz eines schönen 100er-Breaks lag er zur Pause mit 1–3 zurück, hauptsächlich wegen mittelmäßger Safeties und verfehlter Long Pots. Dabei verleitete er mit seltsamen Aktionen schon wieder die Hass-Hälfte der Snooker-Gemeinde zu Kommentaren wie „benimmt sich wie im Kindergarten“. Dabei hatte er gerade mal in zwei Frames noch ein bisschen weitergespielt, obwohl sein Rückstand weit größer war als die restlichen Punkte auf dem Tisch.

Auswechslung mitten im Spiel?

In der Pause wurde er dann ausgewechselt durch einen Ronnie, der die langen Bälle versenkte und dem Gegner die Fehler überließ. Dieser machte in den nächsten vier Frames 14 Punkte, von denen fünf noch von einer von O’Sullivan irrtümlich versenkten Blauen stammten. Dieser holte sich mit Breaks von 78, 66, 93 und 102 die nächsten vier Frames zum 5–3.

Erst im letzten Frame konnte sein Gegner sich mit einem nicht so einfachen Break einen Vorsprung von 48 Punkten verschaffen, bevor er Schwarz auf die Mitte verschoss. O’Sullivan kam an den Tisch und gewann das Spiel mit einem Break, das weltmeisterlicher Klasse nicht entbehrte. Die letzten Bälle könnt ihr hier sehen.

O’Sullivan hatte bei seinen Siegen gegen Thepchaiya Un-Nooh und Ding Junhui mit 4–2 beziehungsweise 5–2 nicht viel anbrennen lassen. Allerdings ist er auch gegen Ding erstmal zwei Frames in Rückstand geraten und hat dann fünf in Folge gewonnen. Ich bin gespannt, ob er Trump den Hattrick verhageln kann.

Und wem’s Spaß macht: Hier noch ein bisschen Unfug gesprochen vom Meister selber …

AutorIn: Lula Witzescher

Lula Witzescher (genderqueer), im Netz auch bekannt als Dark Mavis *Lady*. Sucht für den Roman „Belinda to break“ einen Verlag. Streitet im Netz für alle Formen von equality. Hält die Butthole Surfers für die beste Band der Welt. www.twitter.com/lulawitzescher

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