Gut gemischtes Feld beim German Masters 2017

Viertelfinale
Die letzte Session mit mehreren Tischen - Viertelfinale 2016. © Lula Witzescher

Wie im letzten Jahr gab es auch dieses Mal prominente Opfer des Flat Draw. Zwei Qualifikationsspiele galt es zu überstehen, um das Ticket nach Berlin  zu lösen. Titelverteidiger Martin Gould konnte sich ebenso qualifizieren wie Weltmeister und UK-Champion Mark Selby. Mit Stuart Bingham, Neil Robertson, Barry Hawkins, Mark Allen, Ronnie O’Sullivan, Mark Williams, Stephen Maguire, Ricky Walden, Ali Carter und Marco Fu zogen weitere Top-Spieler in die Runde der letzten 32 ein.

Missliche Misserfolge

An der Hürde der zwei Qualirunden gescheitert sind die Top-8-Spieler Shaun Murphy, John Higgins, Judd Trump und Joe Perry. Die ersten beiden scheiterten an den jungen Chinesen Yan Bingtao und Zhao Xintong, Ding Junhui und Liang Wenbo waren gar nicht zur Qualifikation angetreten und werden deshalb auch fehlen. Auch gute „alte Bekannte“ wie Anthony McGill, Ken Doherty, Graeme Dott, Dark Mavis und Alan McManus sind nicht dabei – wobei mir das Fehlen der beiden letztgenannten natürlich am meisten weh tut. Keine Schmerzen bereitet mir das Fehlen von Rod Lawler und Rory McLeod, da sie mich mit ihrer Spielweise eh in den Wahnsinn treiben würden.

Aus dem Mittelfeld wird wieder eine Reihe bekannter Gesichter im Tempodrom vertreten sein: Mark King, Michael Holt, Dominic Dale, David Gilbert, Ben Woollaston, Tom Ford (der gegen Judd Trump gewann), Ryan Day, Thepchaiya Un-Nooh, Jamie Jones, Peter Ebdon, Michael White und Stuart Carrington sind 2017 wieder dabei. Weiter hinten in der Rangliste stehen der Thailänder Akani Songsermsawad, Anthony Hamilton, der letzten Monat die Diskussion über finanziell abgebrannte Spieler eröffnet hatte, und der 21jährige Zhang Yong, der die Riege der chinesischen Youngster komplettiert.

Erfreuliche Erfolge

Zu den erfreulichsten Erfolgen gehört aus meiner Sicht auf alle Fälle der Finne Robin Hull, der, als Nr. 55 der Weltrangliste angetreten, sowohl Matthew Stevens wie auch den letztjährigen Vize-Champion Luca Brecel aus dem Rennen kegelte. Eine tolle Leistung zeigte auch der 27jährige John Astley, der nach 4-0 Rückstand Kyren Wilson mit 5-4 besiegte. Astley ist nach einer Pause erst 2016 wieder auf die Tour zurückgekommen und hat es in dieser Saison schon bis ins Viertelfinale des Riga Masters geschafft..

ES punditsZu guter Letzt ist es natürlich auf Seiten der Fans eine Riesenfreude, dass Jimmy White mit seinem vielbeachteten Sieg über Joe Perry den Sprung in die letzten Runden geschafft hat. Da nun beide Eurosport-Experten zumindest nicht von Anfang an am Mikrofon zur Verfügung stehen, hoffe ich insgeheim, dass der Sender so klug ist, Alan McManus anzuheuern. Das würde mich ein wenig dafür trösten, ihn dieses Jahr nicht im Tempodrom spielen zu sehen.

Wir haben ein Auge auf …

Ein besonderes Augenmerk werde ich in diesem Jahr auf David Gilbert haben. In den letzten fünf Jahren hat sich der 35jährige kontinuierlich von Rang 76 auf 20 hochgearbeitet und ich traue ihm hier eine gute Leistung zu. Er trifft in seinem ersten Spiel auf Marco Fu.

Wegen der guten Durchmischung des Starterfelds kommt es in der ersten Runde noch nicht zu den ganz großen Partien – jedenfalls nicht auf dem Papier. Ob die Begegnung O’Sullivan gegen Mark King eine tolle Partie wird, bleibt abzuwarten. Mein Augenmerk gilt auf alle Fälle den Spielern aus China, die vielleicht wieder für einige Überraschungen gut sein werden. Stuart Bingham bekommt es mit Zhang Yong zu tun, Zhao Xintong trifft auf Akani Songsermsawad und Yan Bingtao darf gegen Dominic Dale ran.

Aber vielleicht hat die Paarung Mark Selby gegen Thepchaiya Un-Nooh einiges an Knüllerpotential? Alle Spielpaarungen und -zeiten hier im Überblick.

Gilbert, David Riga Open 2015

David Gilbert, Riga Open 2015 Foto © Monique Limbos


AutorIn: Lula Witzescher

Lula Witzescher, im Netz auch bekannt als Dark Mavis Lady. Ist im Nebenberuf Tänzerin und Performerin, Poi-Spielerin, sporadische Autorin (hat gerade ihren depressiven Snookerroman „Belinda to break“ fertiggestellt, wofür sie jetzt einen Verlag sucht). Streitet im Netz für alle Formen von equality. Hält die Butthole Surfers für die beste Band der Welt. Persönlich trifft man sie häufig am Magic Mountain Berlin. Ist keine Ronnie-O'Sullivan-Hasserin, entgegen anderslautender Behauptungen. Schreibt für diesen Blog, um die deutschsprachige Snookergemeinde darüber zu informieren, was in anderen Medien unerwähnt bleibt. www.twitter.com/lulawitzescher