Es werde Licht beim German Masters!

Mark Davis, Alan McManus German Masters 2018
Mark Davis und Alan McManus in der ersten Runde des German Masters 2018 © Lula Witzescher

Alles ist wie immer beim German Masters 2018: Die Stühle im Tempodrom sind hart und an den ersten Tagen erst halb gefüllt, Fans und Spieler freuen sich trotzdem an den Spielen, einige jammern immer noch, dass ein gewisser Spieler nicht dabei ist und Mark Allen, frischgebackener Masters-Champion, bekommt hier wieder kein Bein an Grund.

Die Störungen an den Außentischen seien zu groß, das Licht zu schlecht. Geht so gar nicht, sagt er. Die Kritik mag berechtigt sein und wird auch schon heiß diskutiert. Besonders Shaun Murphy pflichtete ihm bei und machte auch schon Verbesserungsvorschläge für die Lichtsituation. Ich möchte darauf nicht weiter eingehen, das überlasse ich denen, die besser informiert sind. Mir ist nur durch den Kopf gegangen, dass in den letzten zwei Jahren Leute gewonnen haben, die vor dem Halbfinale fast nur an den Außentischen gespielt haben. Es ist also durchaus möglich, hier trotz der widrigen Umstände zu gewinnen. Schade, dass gerade das Set-Up, das dieses Turnier so besonders macht, damit infrage gestellt wird. Auch der englische Blogger Snookerbacker macht sich seine Gedanken dazu.

Drei ehemalige German Masters Gewinner raus

Mit Mark Selby, Martin Gould und Titelverteidiger Anthony Hamilton sind die Champs der letzten drei Jahre schon in der ersten Runde ausgeschieden. Selby verlor knapp gegen einen starken Xiao Guodong, der heute Nachmittag in Runde zwei auf Liang Wenbo trifft.

Ebenso schon wieder auf dem Heimweg sind Barry Hawkins, Joe Perry und Ricky Walden. Und wie oben schon erwähnt: Mark Allen.

Meine Favoriten bewegten sich diametral

Gestern Nachmittag hatte ich das schmerzhafte Vergnügen, zwei meiner Lieblingsspieler parallel an den Tischen zu erleben. Während Alan McManus mit 2–0 am TV-Tisch gegen Shaun Murphy in Führung ging, spielte Dark Mavis, wie er später selber sagte, „terrible“ gegen Niu Zhuang. Verschossene Bälle, versenkte Spielbälle, Stellungspannen … es war eine Qual. Doch dann wendete sich an beiden Tischen das Bild. Murphy holte Frame um Frame und McManus wurde sichtlich unzufriedener und ungeduldiger, doch er konnte die 2–5 Niederlage nicht mehr abwenden.

Am Nebentisch packte Dark Mavis wenigstens teilweise die Qualitäten raus, die ihm im letzten Jahr zwei Maximumbreaks beschert haben und auch er holte nun fünf Frames in Folge zum 5–2 Endstand. Heute Nachmittag trifft er in Runde zwei auf Ryan Day, der nach seinem starken Auftritt gegen Thepchaiya Un-Nooh eine harte Nuss zu knacken sein wird.

Abends war ich dann glücklicherweise entspannt und emotional relativ unbeteiligt. Nur am Tisch Williams-Selt war meine Sympathie klar und mit Mark Williams der Gewinner der richtige. Der hat auch wieder seine Coolness gezeigt, als er Selts unnötige Diskussion mit dem Schiedsrichter Theo Selbertinger über ein Foul dadurch beendete, dass er seinerseits einfach Weiß touchierte und Selt dadurch wieder an den Tisch kam. Im Endeffekt hat’s Selt aber auch nix genützt.

Ein starkes Viertelfinale

Mit Jimmy Robertson gegen Mark Williams und Ding Junhui gegen Judd Trump haben wir heute Abend schon mal zwei sehr vielversprechende Matches. Alle vier waren nicht durchgehend souverän in ihren ersten Spielen. Robertson wackelte gestern kurzzeitig gegen Gary Wilson, Mark Williams quälte sich in Runde eins gegen Fergal O’Brien, Ding schwächelte dort gegen Michael Georgiou und Judd Trump kam gestern gegen Joe Perry auch nicht so richtig ins Rollen. Dennoch können wir angesichts des Potentials hier schönste Unterhaltung erwarten.

Die letzten beiden Viertelfinals werden heute Nachmittag ausgespielt. Spielpaarungen und (Zwischen)Ergebnisse gibt es wie immer auf der Turnierseite.

Übrigens: Die „tollen Fotos in ausgezeichneter Qualität“ habe ich mit einem uralten Telefon gemacht, da wegen der verschärften Sicherheitsbedingungen ein Kameraverbot in der Halle angekündigt war. Als sich das als Quatsch herausstellte, hatte ich keine aufgeladenen Batterien. Heute werde ich etwas professioneller ausgestattet vor Ort sein.

Ding Junhui, Michael Georgiou

Ding Junhui machte sich gegen Michael Georgiou das Leben schwer. © Lula Witzescher

AutorIn: Lula Witzescher

Lula Witzescher (genderqueer), im Netz auch bekannt als Dark Mavis *Lady*. Tanzt und performt im Nebenberuf, spielt Poi, schreibt sporadisch Geschichten (hat im letzten Jahr den Roman „Belinda to break“ fertiggestellt, sucht dafür jetzt einen Verlag). Streitet im Netz für alle Formen von equality. Hält die Butthole Surfers für die beste Band der Welt. Persönlich häufig am Magic Mountain Berlin anzutreffen. Hasst Ronnie O'Sullivan nicht, entgegen anderslautender Behauptungen. Schreibt für diesen Blog, um die deutschsprachige Snookergemeinde darüber zu informieren, was in anderen Medien unerwähnt bleibt. www.twitter.com/lulawitzescher

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