Die Snookersaison 2022/23 startet ganz allmählich

Gruppe 3 der Championship League mit Mark Selby, James Cahill, Ben Woollaston und Zhang Jiankang mit Saisonstart
Ben Woollaston setzt sich in Gruppe 3 der Championship League durch. © Matchroom Multi Sport

Inzwischen läuft die neue Snookersaison. Sie startet mal wieder gemütlich mit der Championship League und vielen Gruppenspielen. Langsam wird es Zeit, richtig in Snooker-Stimmung zu kommen. Das findet jedenfalls ein SnookerPro-Mitglied mit funktionstüchtigem Fahrrad.

Am 2. Mai hat Ronnie O’Sullivan zum 7. Mal die Snooker-Weltmeisterschaft im Crucible gewonnen. Aber danach wurde es erstmal still um Snooker. Die Main Tour ging in die Sommerpause, zunächst ging es weiter mit Amateursnooker und Tourqualifikation: Es gab die Senior*innen-Weltmeisterschaft, die beiden Q School-Events in England und Thailand und die Europameisterschaften in Albanien. Seit ein paar Tagen steht mit Mohamed Ibrahim, dem Sieger der African Championship, der letzte Profi der diesjährigen Main Tour fest, die diese Saison 131 Profis umfasst.

Mal wieder die Championship League als Start der Snookersaison

Vergangene Woche ging es dann – heimlich, still und leise – also wirklich ganz behutsam mit Snooker von der Main Tour weiter. Wie in den vergangenen beiden Jahren geht es mit der Championship League los. Und zwar der neuen Variante, in der es 4er Gruppen und Ranglistenpunkte gibt. Mit gerade einmal 32 + 8 + 2 Gruppen und einem Finale erstreckt sie sich über einen langen Zeitraum im Sommer. Mit dem dazugehörigen sehr flachen Spannungsbogen. Letztes Jahr hatte ich ja schon mal geschrieben, warum ich das Format ganz gerne mag. Gerade als Einstieg im Sommer. Wenn’s gewittert oder einfach zu heiß ist, schaltet man mal rein. Sonst kann man einfach das gute Wetter genießen. Und eigentlich verpasst man nichts.

Was bisher geschah…

Die ersten beiden Wochen brachten dann schon den erwarteten Mix. Ein paar Favoriten setzten sich durch, wie Zhao Xintong, Luca Brecel, Ronnie O’Sullivan und Jamie Jones. Aber es gab auch ein paar Überraschungen. Die Absage von Yan Bingtao konnte sich Aaron Hill zunutze machen. Nach seiner direkten Rückkehr auf die Tour setzte er sich u.a. gegen David Grace durch. Für eine andere Überraschung sorgte ein anderer Ire. In der Gruppe mit Kyren Wilson war Michael Judge am Ende der einzige Spieler, der ein Match gewinnen konnte (gegen Luke Simmonds), alle anderen Partien endeten mit einem Unentschieden. Aus deutscher Sicht lief der Start in die Snookersaison für Lukas Kleckers heute nicht so gut.

Auch ein paar der Neulinge auf der Tour waren schon in Aktion. Den Anfang machte Anton Kazakov mit einem Sieg über Gruppenfavoriten Tom Ford. Seine anderen beiden Gruppenmatches verlor er jedoch und wurde damit trotzdem Letzter in einer sehr engen Gruppe. Auch Oliver Brown und insbesondere Andres Petrov und Nutcharut Wongharuthai (bei WST jetzt offiziell als Mink Nutcharut geführt) konnten ihr Talent unter Beweis stellen. Aber leider bekamen sie alle dafür am Ende des Tages nichts Zählbares fürs Konto und die Weltrangliste.

Langsam kommt das Snookerfieber wieder

Bisher habe ich alles noch eher sporadisch verfolgt. Aber so allmählich stellt sich mein Gefühl wieder auf Saisonstart ein. Heute spielten zwei meiner Lieblingsspieler – beide in einer Gruppe und schon im ersten Match um 13 Uhr gegeneinander.

Wie man merkt, dass das Snookerfieber wieder ansteigt? Zum Beispiel, wenn man Himmel und Hölle in Bewegung setzt, um das eine Match zu gucken, auch wenn man definitiv so früh noch nicht zu Hause sein kann. Erster Versuch: Aufnahmeprogramm mit Timer starten. Klappt nicht, weil sich der Stream nicht per Timer starten lässt.

Zweiter Versuch: Am Vorabend endlich mal den Platten am Rad beheben. Das wartet ja auch erst seit ca. 6 Wochen darauf, dass ich mal die Muße dazu habe. Der Schlauch erweist sich als unflickbar. Wo bekomme ich denn so spät noch nen neuen her? Erstmal Pfand zum Supermarkt bringen und dafür ein bisschen Münzgeld bekommen. Um damit ein paar Straßen weiter aus dem Automaten einen Schlauch ziehen zu können. Dann als Langschläferin am nächsten Morgen früh aufstehen und den Schlauch aufziehen. Das geht ja recht schnell, wenn man es kann (will heißen ich hab sehr lange gebraucht und sehr viel geflucht). Und später mit einem einsatzbereiten Fahrrad schnell in einer (streng genommen gar nicht vorhandenen) Mittagspause nach Hause radeln, den Stream starten – und zwei Bananen reinstopfen. Wenn man halt am Morgen keine Zeit mehr hatte, sich was zu essen einzustecken. Dann schnell wieder zurück radeln und später nach Feierabend die Aufzeichnung gucken. Also ja, eine gewisse Snookerverrücktheit scheint bei mir wieder da zu sein. Und ganz nebenbei kann ich jetzt auch wieder mit dem Rad fahren.

Achja, das zeitversetzte Nachgucken geht natürlich auch noch mit ein paar Tücken einher. Aber keine Sorge Frank, hab’s nicht gelesen.

Am Montag geht’s weiter

Zwei Wochen Erstrundengruppen liegen noch vor uns. Eine Übersicht über alle Gruppen und Ergebnisse findet ihr auf unserer Turnierseite. Am Montag steigt Mark Williams in die Saison ein. Am Dienstag folgt eine spannende und schwer vorherzusagende Gruppe um Jimmy Robertson, Thepchaiya Un-Nooh und Marco Fu. Ich freue mich besonders auf die Gruppe am Mittwoch um Zhou Yuelong, Mark King, Chang Bingyu und Fergal O’Brien. Am Donnerstag spielt mit Dylan Emery ein weiterer Tourneuzugang außerdem spielt Reanne Evans in derselben Gruppe ein sehr ungewöhnliches Match – vielleicht.

Alle Matches sind bei Matchroom.live zu sehen. Der zweite (unkommentierte) Tisch wird aber auch frei auf Youtube gestreamt. Und am nächsten Wochenende geht es dann schon um etwas mehr in der noch jungen Snookersaison. Dann startet die Qualifikation für das European Masters in Fürth. Das Draw dazu soll angeblich morgen veröffentlicht werden.

Auf eine unterhaltsame Snookersaison für uns alle!

AutorIn: Målin

Målin mag Zahlen und Tabellen. Wenn sie gerade kein Snooker guckt, wirft sie wahrscheinlich einen Blick auf die Provisional Rankings. Ist durch Langeweile zum Snooker gekommen und weil sie schon in jungem Alter einen eigenen Fernseher im Kinderzimmer hatte. Neben Artikeln kümmert sich Målin bei SnookerPRO um die Spieler*innenprofile. Twitter: @esel_freund

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