Barry Hearn: Spieler haben die Klappe zu halten und Snooker zu spielen

In einem Interview mit Snooker Scene Blogger Dave Hendon kritisiert der Vorsitzende des Snooker-Weltverbands Barry Hearn die meckernden Spieler und versichert gleichzeitig, dass in einigen Jahren bereits alles besser sein wird. Hearn äußert sich zur Kritik der Spieler an der Änderung der UK Championship und auch zum Format der PTC.

„Ich höre immer auf die Meinungen von anderen Leuten, doch wenn ich anderer Meinung bin, beachte ich sie nicht.“ Klare Worte vom Vorsitzenden der World Snooker Association, Barry Hearn, bereits zu Beginn im Interview.

In den letzten Tagen wurden Stimmen laut, dass man die UK Championship „ruiniert“ habe, da man das traditionelle, lange Spielformat geändert habe. Besonders John Higgins kritisierte die Entscheidung harsch und behauptete, dass das Turnier seine Identität verloren habe.

„Das ist ein tolles Beispiel, warum Snooker-Spieler Snooker spielen und kommerzielle Entscheidungen Leuten überlassen sollten, die dafür qualifiziert sind. Man muss beachten, dass sich Trends ändern und daran denken, dass der Kunde immer recht behält. Die Einschaltquoten und Ticketverkäufe sind unsere Kunden, darauf hören wir.“

Die Entscheidung, dass man das Turnier künftig in einem Best-of-11 statt 17 spielen werde, liegt an den Wünschen des Senders BBC: „Ich möchte nicht sagen, dass wir über den neuen Vertrag mit der BBC glücklich sind, doch muss man es auch so sehen: wir sind über ihre Unterstützung dankbar. Für die UK Championship wollten sie in jeder Session ein Ergebnis und Best-of-11 war Längste, was wir haben konnten.“

„Es klingt für mich so, als habe sich John Higgins komplett von der Realität entfernt. Er ist ein großartiger Spieler und ist berechtigt eine Meinung zu haben, aber wir sind ein kommerzieller Sport. Sofern er und die Anderen größere Preisgelder haben möchten, dann müssen in der Wirklichkeit leben.“

„Sie stören, da sie Schaden anrichten. Diese negativen Kommentare haben einen direkten Einfluss auf Sponsoren. Die Aufgabe der Spieler ist es ihren Mund zu halten und Snooker zu spielen. Meine Aufgabe ist es, ihnen die Möglichkeiten dazu zu geben, was ich ja tue.“

„Ich muss Snooker umwandeln und weiß, was ich tue. Falls das eingebildet klingt, tja, Pech gehabt.“

Keine Änderungen an der Weltmeisterschaft

Die Befürchtung einiger Spieler, dass man auch das besonders lange Format der Weltmeisterschaft ändern würde, bewahrheiten sich nicht. „Wir werden die Weltmeisterschaft unberührt lassen, da es sich bewährt hat. Es ist ein seltsames Turnier, da man Matches drei Tage lang spielt, doch es funktioniert.

PTC – das leidige Thema einiger Profis

„Was einige Leute nicht kapieren wollen, ist, dass wir einen angemessenen kommerziellen Plan haben. Es ist ein Fünf-Jahres-Plan und die PTCs wird es für fünf Jahre geben. Wir haben noch nicht einmal das Ende von Jahr zwei erreicht und sie jammern bereits. Warts ab und schau wo wir nach fünf Jahren sind.“

Auch wenn es nicht die Kritik aller Spieler ist, so gab beschwerten sich doch einige Spieler über die Turnierserie. Unter diesen Kritikern war auch Ronnie O’Sullivan, der nicht einsah, für ein Preisgeld von 10.000 Pfund zu spielen.

Große Pläne, die sicherlich nicht auf Zustimmung von Spielern und Sendern treffen wird, hat Barry Hearn bereits in der Hinterhand. Keine feste Zuteilung für die Top 16 Spieler in der ersten Runde des Hauptturniers. Stattdessen sollen alle Spieler in die Qualifikation geschickt werden, ohne Ausnahmen.

Wie es in etwa 3-4 Jahren aussehen soll? „Am Ende der fünf Jahre wird es jede Woche ein Turnier geben und die Spieler können sich aussuchen, an welchen sie teilnehmen möchten.“

Das komplette Interview findet ihr im Snooker Scene Blog.


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