„Ants“ McGill gewinnt ersten Titel

McGill Wilson
Anthony McGill und Kyren Wilson mit den Töpfen. © World Snooker/Tai Chengzhe

Im Youngsters-Finale der Indian Open in Hyderabad schlägt der 25-Jährige Anthony McGill den 24-Jährigen Kyren Wilson mit 5-2 und kann damit zum ersten Mal eine „große“ Trophäe in die Höhe recken. Bisher hatte er vier Mal das Viertelfinale eines Weltranglistenturniers erreicht, unter anderem bei der diesjährigen Weltmeisterschaft.

Es war kein Finale der hohen Breaks, doch wenn zwei so offensive Spieler aufeinandertreffen, ist immer für Unterhaltung gesorgt. Beide Spieler ließen keine Chancen liegen und riskierten lieber den ein oder anderen Fehlschuss, anstatt sichere Varianten zu spielen. Die ersten vier Frames teilten sie untereinander auf, wobei Wilson Breaks von 65 und 50 machte.

Nach der Pause kontrollierte der Schotte das Spiel und spielte im 6. Frame eine 96. Den letzten Frame hatte Wilson lange Zeit unter Kontrolle. Er kämpfte sich durch mehrere kleine Breaks und machte seinem Spitznamen ‘The Warrior’ alle Ehre. Doch McGill hielt dagegen, brachte sich mit einer tollen Roten wieder ins Spiel und kam auf 26-39 heran. Spielentscheidend war die letzte Rote, die an der Bande lag. Beide schaffte es trotz mehrerer Chancen nicht, sie zu lochen. Am Ende gelang es McGill, der Safety-Schlacht ein Ende zu machen. Er lochte Rot und räumte anschließend den Tisch zum Titel ab.

Auf dem Weg ins Finale schlug McGill Stuart Bingham, Stephen Maguire und Shaun Murphy und gab dabei insgesamt nur drei Frames an seine Gegner ab. Er gewinnt nicht nur £50 000, sondern auch einen Startplatz beim Champion of Champions. Während der Indian Open hat er sich von Platz 29 der Weltrangliste auf Platz 18 verbessert. Kyren Wilson setzte sich im Halbfinale gegen Nigel Bond durch und schlug vorher German-Masters-Gewinner Martin Gould.

„Es fühlt sich großartig an,“ sagte McGill anschließend. „Der Standard war nicht so hoch im Finale, wir haben eine Menge Fehler gemacht. Aber ich habe als Erster fünf Frames gewonnen, also kümmert es nicht nicht besonders. Und am Ende habe ich eine tolle Clearance zum Matchgewinn gemacht.“

„Kyren hatte ein unglaubliches Jahr, er hat ein Ranking Event gewonnen und war in einigen Viertel- und Halbfinals. Er hat gezeigt, dass er hierhergehört und ich hoffe, es hält dieses Niveau.“

Snooker auf Eurosport

In den vergangenen Tagen gab es großen Unmut wegen der Übertragung im Eurosport-Player. Während das Riga Masters sowohl im Player sowie im Fernsehen lief, gab es bei den Indian Open anfangs nirgends Spiele zu sehen. Selbst Barry Hearn empfahl, auf Webseiten von Wettanbietern zu schauen, weil es noch Probleme mit der Umsetzung des Vertrages gäbe. Erst am vorletzten Turniertag, zum Viertelfinale, gab es einen Stream. Das grenzt schon an Realsatire und verärgert die Fans, besonders nachdem World Snooker so rigoros gegen Anbieter wie snookerroom.tv vorgegangen ist. Unter dem Strich sieht es so aus: Illegale Anbieter verboten, tollen Deal gemacht, Player-Abo angeboten und kassiert, kaum Snooker gezeigt.

Wer sich das Finale noch anschauen möchte, hat hier die Gelegenheit dazu. Am Mikrofon sind Halbfinalist Nigel Bond und Lokalmatador Aditya Mehta, dem leider im Laufe des Spieles viele Dinge einfallen, die er erzählen könnte.


AutorIn: Lula Witzescher

Lula Witzescher, im Netz auch bekannt als Dark Mavis Lady. Ist im Nebenberuf Tänzerin und Performerin, Poi-Spielerin, sporadische Autorin (hat gerade ihren Roman „Belinda to break“ fertiggestellt, wofür sie jetzt einen Verlag sucht). Streitet im Netz für alle Formen von equality. Hält die Butthole Surfers für die beste Band der Welt. Persönlich trifft man sie häufig am Magic Mountain Berlin. Ist keine Ronnie-O'Sullivan-Hasserin, entgegen anderslautender Behauptungen. Schreibt für diesen Blog, um die deutschsprachige Snookergemeinde darüber zu informieren, was in anderen Medien unerwähnt bleibt. www.twitter.com/lulawitzescher